Constellation Brands schlägt Erwartungen – doch die Aktie fällt trotzdem

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Flaschen Corona-Bier
picture alliance / Norbert Schmidt
Constellation Brands übertrifft die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Doch Anleger zweifeln an der Qualität des Wachstums – und genau das belastet die Aktie.
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Constellation Brands hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Der Umsatz erreichte 2,63 Milliarden US-Dollar und lag damit über den von Analysten erwarteten 2,54 Milliarden US-Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie fiel mit 3,74 US-Dollar höher aus als die prognostizierten 3,55 US-Dollar.

Trotzdem geriet die Aktie im vorbörslichen Handel unter Druck. Der Grund: Ein Teil des Wachstums könnte weniger mit einer echten Erholung der Verbrauchernachfrage als mit dem Wiederaufbau der Lagerbestände bei den Vertriebspartnern zusammenhängen.

Der Bierumsatz stieg im Quartal um fünf Prozent auf 2,47 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig räumte Constellation ein, etwas mehr Ware an Händler geliefert zu haben, um zuvor abverkaufte Bestände wieder aufzufüllen. Das sorgt für Zweifel daran, wie belastbar die tatsächliche Nachfrage derzeit ist.

Auch bei den wichtigsten Marken bleibt das Bild gemischt. Modelo Especial und Corona Extra verzeichneten rückläufige Absätze, während kleinere Marken wie Pacifico, Victoria und Modelo Chelada zulegen konnten. Im Wein- und Spirituosengeschäft stieg der Umsatz dagegen um 17 Prozent, gestützt von einem Versandplus von 15,4 Prozent.

Werte aus dem Artikel:

CEO Nicholas Fink sieht dennoch erste Anzeichen einer Erholung und verweist auf positivere Bestandsabnahmen im September. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Prognose von 11,20 bis 11,90 US-Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie. Beim Absatz und Umsatz rechnet Constellation weiterhin lediglich mit einer Spanne zwischen minus einem und plus einem Prozent.

Positiv bleibt, dass Constellation zuletzt ein Absatzwachstum von 5,5 Prozent erzielte, während viele Wettbewerber in Nordamerika und Europa weiter mit sinkenden Mengen kämpfen. Gleichzeitig steigen jedoch die Strukturkosten, sodass das operative Ergebnis trotz höherer Mengen kaum vorankommt.

Auch der freie Cashflow von erwarteten 1,6 bis 1,7 Milliarden US-Dollar liefert bislang keinen überzeugenden Wachstumstrend. Hinzu kommt eine weiterhin hohe Verschuldung.

Die Übernahme von SpikedAde soll das Portfolio breiter aufstellen. Constellation zahlt zunächst 75 Millionen US-Dollar, weitere bis zu 278 Millionen US-Dollar hängen von der künftigen Entwicklung der Marke ab.

Fazit: Die Zahlen sind besser als erwartet, aber der Kern der Story bleibt fragil. Solange die Nachfrage nicht klar anzieht und die Margen unter Kosten- und Finanzierungsdruck stehen, dürfte die hohe Bewertung der Aktie weiter wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.

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Redaktion Ariva/MW


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