BMW-Aktie so billig wie selten: Warum das China-Problem den Kurs drückt
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
BMW gilt als bestgeführter Autobauer der Welt, doch die Aktie ist eingebrochen. Während in China die Verkäufe schrumpfen, boomt der neue iX3 in Europa. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum das Papier ungewöhnlich günstig ist.
Für dich zusammengefasst:
Die BMW-Aktie verlor 35 Prozent und steht bei etwa 61 Euro.
Die China-Verkäufe brachen im zweiten Quartal um 30 Prozent ein.
BMW streicht rund 8.000 Stellen und senkt Investitionen auf 4,5 Milliarden Euro.
Die BMW-Aktie ist in diesem Jahr regelrecht abgestürzt. An der Börse verlor das Papier rund 35 Prozent und steht bei etwa 61 Euro, und damit tiefer als vor zehn Jahren.
Grund ist vor allem die Schwäche im chinesischen Automarkt. Im Juni hatte BMW eine Gewinnwarnung für 2026 ausgesprochen, weil heimische Hersteller wie BYD den Europäern Marktanteile abnehmen.
Im zweiten Quartal brachen die China-Verkäufe um 30 Prozent ein. Die operative Marge im Autogeschäft dürfte auf ein generationelles Tief von ein bis drei Prozent fallen, nach fünf Prozent im Vorjahr und einem Zielkorridor von acht bis zehn Prozent, den BMW wohl erst nach 2030 erreicht.
Operativ zeigt sich der Konzern dennoch robust. Erst kürzlich meldete BMW für das neue Elektro-SUV iX3 rund 100.000 Bestellungen in Europa binnen eines Jahres, den erfolgreichsten Modellstart der Firmengeschichte. Ende des Monats folgt mit dem i3 bereits das zweite Modell der Neuen Klasse.
Um die schwächeren Gewinne abzufedern, streicht BMW rund 8.000 Stellen in Europa und senkt die Investitionen auf etwa 4,5 Milliarden Euro. Trotzdem soll das Autogeschäft gut 2,5 Milliarden Dollar (Dollarkurs) freien Cashflow abwerfen. Kurstreiber könnte der Kapitalmarkttag Ende September sein: BMW könnte die Ausschüttungsquote von 30 bis 40 auf 40 bis 50 Prozent anheben, zusätzlich zu Aktienrückkäufen von jährlich über einer Milliarde Euro.
Rechnerisch steckt allein im Autogeschäft eine Nettoliquidität von rund 25 Euro je Aktie, dazu weitere Finanzwerte von etwa 45 Euro sowie ein Buchwert der Finanzsparte von rund 28 Euro, macht zusammen rund 100 Euro je Aktie gegenüber einem Kurs von 61 Euro.
Bewertet wird die Aktie zudem nur mit dem Neunfachen der für dieses Jahr erwarteten Gewinne von etwa 6,50 Euro, die 2027 auf rund 8 Euro steigen sollen. Mit rund 42 Milliarden Dollar Marktwert steht BMW niedriger da als General Motors oder Ford.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
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