Berlin flirtet mit Nvidia: Was der Deal für Deutschland und die Aktie bedeutet
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Die Bundesregierung holt Nvidia für die Industrie ins Boot. Jensen Huang kommt nach Berlin. Staranalyst Dan Ives sieht im Kursrutsch eine Kaufchance mit fast 40 Prozent Potenzial. Hat er recht?
Für dich zusammengefasst:
Berlin plant eine Kooperation mit Nvidia nächste Woche.
Nvidia wird auf der Konferenz Invest in Germany vorgestellt.
Nvidia hat einen Börsenwert von über fünf Billionen US-Dollar.
Berlin holt Nvidia ins Boot. Die Bundesregierung will kommende Woche eine Kooperationsvereinbarung mit dem US-Chipkonzern vorstellen, wie Regierungskreise am Freitag mitteilten. Ziel ist es, künstliche Intelligenz breiter in die deutsche Industrie zu bringen. Neben Nvidia sollen weitere Partner an Bord sein.
Deutschland: Roboter lernen von Nvidia
Das Handelsblatt hatte zuerst über die Pläne berichtet. Demnach geht es um sogenannte physische künstliche Intelligenz. Mit ihr trainieren Entwickler Roboter und selbstfahrende Autos. Zudem sollen leistungsfähige Modelle für den Einsatz in Fabriken entstehen. Vorgestellt werden soll das Abkommen auf der Konferenz Invest in Germany in Berlin, bei der Nvidia-Chef Jensen Huang zu Gast ist. Die Rede ist von Investitionen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro.
An der Börse kommt die Nachricht zur rechten Zeit. Im Sog des Ausverkaufs bei Chipwerten verlor die Nvidia-Aktie an den beiden Vortagen rund fünf Prozent. Der bekannte Technologieanalyst Dan Ives sieht darin eine Kaufgelegenheit. Nvidia bleibe "das Fundament" der Revolution rund um künstliche Intelligenz. Der Markt unterschätze, wie weit der Vorsprung inzwischen über die Grafikprozessoren hinausreiche, etwa bei Netzwerken, kompletten Rechnersystemen und der Software CUDA.
Der frühere Wedbush-Analyst bestätigte sein Kursziel von 300 US-Dollar, rund 38 Prozent über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Gebremst werde das Geschäft allein vom Angebot, nicht von der Nachfrage. Nvidias vorläufiger Ausblick deutet für das Geschäftsjahr 2028 auf rund 70 Prozent Umsatzwachstum hin. "Wochen wie diese markieren den Beginn dieses Zyklus, nicht dessen Ende", sagt Ives.
Mit mehr als fünf Billionen US-Dollar Börsenwert ist Nvidia gut dreimal so viel wert wie Rivale Broadcom. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Geschäftsjahr liegt laut MarketScreener bei rund 22. Die 62 erfassten Analysten raten zum Kauf. Ihr mittleres Kursziel von 328,72 US-Dollar liegt sogar über dem von Ives. Am 17. November legt Nvidia Zahlen vor.
Der Deal mit Berlin bringt Nvidia kaum Umsatz. Wichtiger ist die Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 22 wirkt die Aktie nach dem Rücksetzer moderat. Die Nachfrage übersteigt laut Ives weiterhin das Angebot. Kurzfristig bleiben steigende Zinsen und Sorgen um die Finanzierung des Booms das Risiko. Den nächsten Belastungstest liefern die Zahlen am 17. November.
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