Bauzinsen-Schock: Warum der Hauskauf jetzt deutlich teurer wird
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Bauzinsen über vier Prozent, strengere Banken, weniger Kredit für schlecht gedämmte Häuser: Der Traum vom Eigenheim wird teurer. Doch ein Experte warnt vor einem Fehler, den viele Eigentümerinnen und Eigentümer machen.
Für dich zusammengefasst:
Die Zinsen für zehnjährige Baukredite liegen bei 4,2 %.
Die Nachfrage nach Immobilienkrediten ist stark gesunken.
Die Banken verschärfen ihre Vergabekriterien für Kredite.
Wer ein Haus oder eine Wohnung finanzieren will, muss tiefer in die Tasche greifen. Zehnjährige Baukredite kosten laut dem Vermittler Interhyp derzeit knapp 4,2 Prozent. Wie stark das ins Geld geht, rechnet der Geldratgeber Finanztip vor: Bei einem Kredit über 300.000 Euro steige die Monatsrate um 250 Euro, sagt Immobilienexperte Dirk Eilinghoff.
Der Anleihemarkt treibt die Zinsen
Die Ursache liegt am Kapitalmarkt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte Mitte September auf den höchsten Stand seit gut 17 Jahren. Das verteuert die Refinanzierung der Banken. Hohe Energiepreise infolge des Iran-Kriegs schüren zudem die Sorge vor anhaltender Inflation. "Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der Vier-Prozent-Marke bleibt", sagt Interhyp-Chef Jörg Utecht.
Banken werden strenger
Die Nachfrage bricht bereits ein. Laut Bundesbank sank sie im zweiten Quartal so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig verschärfen die Banken ihre Vorgaben. Besonders schwer haben es Käuferinnen und Käufer schlecht gedämmter Häuser. "Je schlechter die Energieeffizienz, umso niedriger ist in der Regel auch der Wert der Immobilie", zitiert tagesschau.de Eilinghoff. Entsprechend weniger Kredit gebe die Bank.
Anschlussfinanzierung: Vergleichen statt eilen
Auch Eigentümerinnen und Eigentümer mit auslaufender Zinsbindung zahlen mehr. Weil ihre Restschuld meist deutlich kleiner ist, falle die Mehrbelastung aber oft geringer aus als befürchtet, sagt Thomas Kreil von Interhyp. Ein Forward-Darlehen, mit dem sich heutige Zinsen für später sichern lassen, hält Eilinghoff derzeit für verfrüht.
Entspannt sich der Iran-Konflikt, könnten die Zinsen wieder sinken. Der größte Fehler sei, zu lange zu warten und dann das Angebot der eigenen Bank ungeprüft zu unterschreiben. Ein Wechsel koste meist nur ein paar Hundert Euro.
Fazit
Die Zinswende verteuert Immobilienkäufe spürbar, eine schnelle Entlastung ist nicht in Sicht. Wer finanzieren will, sollte mehrere Angebote vergleichen, denn kleine Zinsunterschiede summieren sich über Jahre. Die Energieeffizienz wird dabei zur harten Währung. Für Anlegerinnen und Anleger bleibt der Anleihemarkt der wichtigste Taktgeber, auch für die zuletzt gebeutelten Immobilienaktien.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.