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Wie vermeiden Sky Marshalls Löcher im Flugzeug?


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Wie vermeiden Sky Marshalls Löcher im Flugzeug?

 
18.11.01 23:17

Wie sich eine Flugzeug-Schießerei von einer Saloon-Schießerei unterscheidet


Seit ein paar Wochen wird die Sicherheit an Bord von Verkehrsmaschinen viel ernster genommen als früher. Ein gutes Dutzend arabischer Verbrecher hat bewiesen, dass man weder automatische Waffen noch Handgranaten für eine Flugzeugentführung braucht - Bosheit und Teppichmesser reichen.

Sky Marshalls in zivil sichern nunmehr die Airliner, sowohl die amerikanischen als auch viele Flugzeuge anderer Fluglinien (z. B. auch der Lufthansa). Zum Einsatz mussten sie Gott sei Dank vorerst noch nicht kommen. Doch wenn es zum Notfall käme, ist relativ unklar, wie man sich ihr Eingreifen vorzustellen hat. Denn normale Schusswaffen verbieten sich - ein Loch in der Flugzeugaußenhaut würde zu einem Druckabfall und damit höchstwahrscheinlich zur Katastrophe führen.

Will man die Schutzleute also mit mehr als Pfefferspray und Elektroschocker ausstatten, muss man neue Wege beschreiten. Der  New Scientist meldet, dass das Department of Defence derzeit eine neue Sorte von Waffen erprobt.

Eine kalifornische Firma mit dem etwas allzu generischen Namen American Technology Corporation will ein Gerätlein namens  Directed Stick Radiator zuliefern, das gezielten, extrem hohen akustischen Druck "verschießt". Der DSR ist ungefähr einen Meter lang und habe zwei Zentimeter Radius, also nicht gerade der Typ von Waffe, die der zivile Sky Marshal unerkannt in der Hosentasche mit sich führen kann.

Das Opfer wird mit 140 Dezibel getroffen, was sehr schmerzhaft wäre und es vorübergehend gehörlos machen würde. Doch ein Einwand drängt sich auf: Selbst dann, wenn man Schallwellen derart sauber auf eine kleine Stelle hin bündeln könnte - gäbe es denn keine Reflektionen des Power-Schalls innerhalb des Flugzeugs, sodass auch andere Menschen und eventuell gar der Feuernde betroffen wären? Auf dieses Problem wies im New-Scientist-Artikel auch  Dr. Jürgen Altmann --- dort ein bisschen runterscrollen) hin, ein deutscher Experte für Friedensforschung und nicht-tödliche Waffen.

Interessant ist übrigens auch ein Blick auf American Technology Corporation. Nicht das Pentagon ging mit dem neuen Waffensystem an die Presse, sondern der kleine Tech-Hersteller. ATC ist beileibe keine Rüstungsfirma, sondern der vielleicht spacigste existente Audiohersteller. Schon 1997 gewann Firmengründer und -chef Elwood Norris einen Preis des  Discover-Magazins für seine wichtigste Technologie, die mit Schallwellen im unhörbaren Bereich Lautsprecher obsolet machen will. Wer sich näher für HyperSonicSound interessiert, findet auf der  ATC-Website entsprechende Informationen. Noch früher, 1996, war ATC bereits im New Scientist vertreten, und zwar mit einer Technologie, die es erlauben sollte, auf 200-300 Meter nur einem Menschen in einer Menschenmenge ein Tonsignal zukommen zu  lassen.. Das klingt eigentlich exakt wie der Directed Stick Radiator, nur eben auf leise gedreht...

Der umtriebige Gründer und Chef von ATC,  Elwood Norris, hat übrigens auch den Selbstversuch mit dem DSR (jedenfalls einer abgeschwächten Variante) nicht gescheut. Ehe er Audio-Gadget-Erfinder wurde, war er Spezialist für Atomwaffen. Heute soll vor allem die Kooperation mit dem Militär den ATC-Kurs nach oben treiben: Bereits vor dem 11. September wollte man HyperSonicSound an die Armee verkaufen, wenn DSR wirklich funktioniert, würde das weitere Märkte erschließen. Ob das Ganze hinhaut? Elwood Norris selbst setzt auf steigende Kurs, denn er kauft in den letzten paar Monaten zahlreiche  Aktien seines Unternehmens nach.

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Gruß
Happy End
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Happy End:

Fliegen mit der Lizenz zum Töten

 
18.11.01 23:36
Ein Sky Marshal führt ein entbehrungsreiches Leben. Er muss seinen Kontakt zur Familie auf ein Minimum reduzieren und 24 Stunden am Tag einsatzbereit sein. Das Gehalt ist verlockend, und viele reizt wohl auch die Aussicht, ein Held zu werden.

Washington - Es ist der Alptraum eines jeden Passagiers: Zwei Luftpiraten springen schreiend auf, stechen mit Messern auf Fluggäste ein und stürmen vor in Richtung Cockpit. Doch da erheben sich zwei groß gewachsene Männer, fordern die Passagiere mit lauter Stimme auf, sich auf den Boden zu werfen und erschießen die Hijacker mit gezielten Schüssen. Für die Passagiere ein glückliches Ende - zumindest bei dieser Übung der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA für ihr Sky-Marshal-Programm.
Nach den Selbstmordanschlägen vom 11. September in New York und Washington ist den meisten Amerikanern die Lust am Fliegen vergangen, zahlreiche Flüge werden gestrichen, viele andere sind nicht mal zur Hälfte besetzt. Mit einigem Aufwand versucht die US-Regierung deshalb, das wichtigste Langstrecken-Transportmittel in dem riesigen Land wieder populärer zu machen. Einer der Eckpfeiler des Programms von Präsident George W. Bush ist die massive Ausweitung des Sky-Marshal-Programms.

Die eingeschworene kleine Truppe von bisher etwa hundert Bordpolizisten soll um Hunderte oder gar Tausende neuer Mitarbeiter aufgestockt werden. Das Interesse ist groß: Von der FAA-Webseite, wurden nach Medienberichten bereits 150 000 Bewerbungsformulare heruntergeladen.

Für die "anspruchsvolle Stelle" wird ein Jahresgehalt zwischen 35.000 und 81.000 Dollar (74.000 - 172.000 DM) geboten. Dafür muss ein Sky Marshal sein Privatleben stark einschränken und natürlich bereit sein, im Ernstfall zu töten. Dabei ist der normale Alltag eines Bordpolizisten langweiliger als der einer Stewardess. Wenn er nicht gerade in einer Übung ist, fliegt der Aufpasser wochenlang zwischen anderen Passagiere mit und darf sich keinesfalls zu erkennen geben.

Um den erwarteten Ansturm zu bewältigen, wurden neben dem bisherigen Trainingszentrum in New Jersey schnell noch zwei weitere eröffnet. Zunächst werden dort Sicherheitsbeamte aus anderen Bundesbehörden trainiert. Besonders wichtig ist, den neuen Bordpolizisten beizubringen, im Falle eines Kampfes das Flugzeug so wenig wie möglich zu beschädigen. So steckt in den Waffen der Bordpolizisten eine Spezialmunition, die die Bordwand nicht durchdringt. Wie das stattliche Gehalt der vielen neuen Bordpolizisten auf Dauer bezahlt werden sollen, ist allerdings noch nicht ganz klar.
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Happy End:

Schlaft´s gut! o.T.

 
19.11.01 00:37
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shah:

Auch zu dieser späten Stunde

 
19.11.01 01:10
noch sehr interessant. Danke.

Gruß
Shah
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