Freitag, 02. Oktober 2009
Interview mit Tanja Gönner
"Die Zukunft gehört den Erneuerbaren"
Tanja Gönner ist seit 2005 Umweltministerin in Baden-Württemberg.
Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) plädiert nicht für Laufzeitverlängerungen um jeden Preis. Über einen Ausstieg aus dem Atomausstieg sagt die CDU-Politikerin im Gespräch mit n-tv.de: "Wer glaubt, dass jetzt so einfach mal die Rücknahme von all dem kommt, was einmal vereinbart wurde, der täuscht sich." Ohne Gegenleistung gebe es keine Laufzeitverlängerungen.
Wichtiger als der "Umstieg im Ausstieg" ist Gönner das baden-württembergische Wärmegesetz, das seit knapp zwei Jahren in Kraft ist: Das sei "wirklich das, wofür ich stehe". Im Gegensatz zu anderen Unionspolitikern plädiert sie nicht für eine baldige Kürzung der Solar-Förderung. Die 40-Jährige ist als mögliche Bundesumweltministerin im Gespräch.
n-tv.de: Am Tag nach der Bundestagswahl sind die Solarwerte an der Börse unter Druck geraten. Muss die Branche sich jetzt auf Kürzungen einstellen?
Tanja Gönner: Das steht aktuell aus meiner Sicht nicht vordringlich zur Debatte. Wir haben beim Erneuerbare-Energien-Gesetz heftig miteinander gerungen. Natürlich weist der Druck, der jetzt im Markt entsteht, darauf hin, dass man in der Degression [der bereits festgelegten schrittweisen Kürzung der Förderung, d.Red.] möglicherweise anders hätte vorgehen können. Bevor aber nun über erneute Anpassungen beraten wird, erscheint mir eine sorgfältige Marktanalyse notwendig zu sein.
Die alte Bundesregierung hatte beschlossen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Strombereich bis 2020 auf mindestens 30 Prozent zu erhöhen. Wird es bei diesem Ziel bleiben?
Ich halte das für wünschenswert. Im Übrigen ist auch im Regierungsprogramm der CDU der Ausbau erneuerbarer Energien fest verankert. An diesem Punkt sollten wir weiter ambitioniert vorangehen. Bei allen Unterschiedlichkeiten der Parteien in der Energiepolitik gilt: Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien. Diskussionen gibt es lediglich über die Geschwindigkeit, die beim Ausbau realistisch ist.
Warum gehört die Zukunft nicht der Kernenergie?
Sie ist eine Brückentechnologie. Und dazu bekennt sich die Union auch ganz eindeutig und klar in ihrem Regierungsprogramm. Mit unserem Konzept wollen wir die Kernenergie dazu nutzen, die erneuerbaren Energien schneller voranzubringen, indem mindestens die Hälfte der Zusatzgewinne aus Laufzeitverlängerungen in diesen Bereich investiert wird.
Das gesamte Interview
www.n-tv.de/politik/...ert-den-Erneuerbaren-article530148.html