Das Marina Bay Sands Hotel ist das neue Wahrzeichen von Singapur. Drei Türme ragen in die Höhe – verbunden mit einer riesigen Dachterrasse. In 200 Metern Höhe können Urlauber im Pool planschen. Fünf Milliarden Dollar hat das jetzt eröffnete Hotel der Superlative gekostet.
Singapur Exakt 31 Sekunden lang rauscht der Fahrstuhl in die Höhe. Dann öffnet sich 200 Meter über Singapur die Fahrstuhltür, und der Gast ist in einer anderen Welt. Der Blick schweift über den gesamten Stadtstaat Singapur. Nach Süden reicht der Blick weit hinaus auf den Ozean und auf die unzähligen Handelsschiffe, die vor dem Hafen auf Einfahrt warten. Die Dachterrasse des Marina Bay Sands ist eine eigener Kosmos in luftiger Höhe. "Auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern hätten viereinhalb Riesenflugzeuge vom Typ Airbus A 380 Platz", sagt Sheldon G. Adelson, Chef der Betreiberfirma Las Vegas Sands. Zum Konzern gehört unter anderem das Venetian-Hotel in der Spielermetropole Las Vegas.
Sky Park heißt die Plattform mit einer Länge von 340 Metern. Herzstück der Dachanlage ist ein riesiger Swimming-Pool. Für Menschen mit Höhenangst ist ein Bad allerdings nicht zu empfehlen. Eine optische Täuschung sorgt dafür, dass der Schwimmer den Eindruck hat, er könnte bis zum Abgrund schwimmen. 250 Bäume und fast 700 weitere Pflanzen lassen die Terrasse zur tropischen Oase werden. Für kulinarischen Genuss auf der Höhenplattform soll bald ein Spitzenrestaurant des Chefkochs Justin Quek sorgen.
Architektonisch fallen die drei Türme aus dem Rahmen der Singapurer Skyline, die bislang von Banken-Hochhäusern geprägt ist. Entworfen wurde das Gebäude vom israelischen Architekten Mosche Safdie. Er hat sich bewusst für mehrere Türme anstatt eines einzelnen Komplexes entschieden. "So bleibt der Blick von der Stadt aufs Meer erhalten", sagte Safdie bei der Eröffnungsfeier. Beim Entwurf der Dachterrasse habe er sich von einem Schiff inspirieren lassen.
Die Zimmer an der Meerseite des Wolkenkratzers haben einen Balkon, was für ein Gebäude dieser Höhe ungewöhnlich ist. In der riesigen Lobby des Hotels, das die Türme verbindet, finden sich mehrere Bars und Restaurants. Die Empfangsräume wirken groß und luxuriös, obwohl sie stark an die Casino-Hotels in Las Vegas erinnern.
Herzstück des Marina Bay Sands ist das gigantische Spielcasino. Es ist komplett unter der Erde und bietet 600 Spieltische, 1500 Spielautomaten und dutzende weitere Glücksspielmöglichkeiten. Sands-Chef Adelson erwartet 75 000 Casino-Besucher pro Tag. Das Casino ist übrigens der einzige Raum Singapurs, in dem offiziell geraucht werden darf. Im Rest des rigiden Stadtstaates herrscht ein strenges Rauchverbot, das sogar das Qualmen im Freien an vielen Stellen bei Strafe untersagt.
Angeschlossen an den Hotelkomplex ist ein riesiges Einkaufszentrum, das vor allem Geschäfte mit europäischen Luxusmarken beherbergen soll. Noch sind aber viele Ladenlokale im Bau. Der Betreiber spricht dennoch großspurig bereits vom "besten Einkaufszentrum in Asien". Die Preise liegen allerdings beim derzeitigen Kurs des Singapur-Dollars weit über dem europäischen Niveau.
Seine Exklusivität will das Mega-Hotel durch etliche Starköche herausstellen. Der Spanier Santi Santamaria aus Barcelona und Guy Savoy aus Paris haben ihre Restaurants bereits eröffnet und waren auch bei der Einweihung des Hotels anwesend. Die Chefkochs Mario Batali (New York), Daniel Boulud (New York), Wolfgang Puck (Los Angeles) und Tesuya Wakuda (Sydney) sollen bald folgen.
Für Erholungssuchende ungewöhnlich ist der Standort des Marina Bay Sands. Es steht auf einem schmalen Streifen zwischen einer wenig befahrenen sechsspurigen und einer viel befahrenen zehnspurigen Autobahn.
Internet Mehr Bilder von Singapurs Luxushotel unter www.rp-online.de/reise