N E U E R M A R K T N E W S L E T T E R
2.Jahrgang - Ausgabe 100 (22.01.2001)
DEUTSCHE BIBLIOTHEK - ISSN 1437-8302
Erscheinungsweise: per E-Mail, woechentlich zwischen Freitag
22 Uhr und Samstag 22 Uhr (keine Gewaehr) Abonnenten: 142.989
__________________________________________________
Ein kostenloser Dienst von www.aktienservice.de
__________________________________________________
I N H A L T
MARKTUMFELD & AUSBLICK
1. EDITORIAL / Marktkommentar, Ausblick, Inhalt
2. INDIZES / Wochenentwicklung globaler Indizes
3. MARKTSENTIMENT / Technologie-Rebound, Konjunktur
4. WEITERE AUSSICHTEN / Markt- und Charttechnik
MOMENTANALYSEN & RESEARCH
5. INTERSHOP / fundamentale Skepsis versus Markttechnik
6. DEUTSCHE ENTERTAINMENT / uebergewichten nach TOP-Zahlen
7. KABEL NEW MEDIA / Gross-Investor dokumentiert Vertrauen
8. EM.TV / was ist dran an den Spekulationen, Fundamentals
9. BROADVISION / starker Kursrutsch fundamental unbegruendet
NACHRICHTEN & AKTUELLES
10. MERGERS & ACQUISITIONS / m+s Elektronik, Technotrans
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Adori, CDV, eJay, comdirect
12. NACHRICHTEN & RESEARCH / 3U, CTS Eventim, TEAM Comm.
13. KOOPERATIONEN und JVs / BKN Intern., OTI, I-D Media
14. PERSONALIA & MANAGEMENT / MIS AG erweitert Vorstand
15. VOR REDAKTIONSSCHLUSS / UTIMACO mit Quartalszahlen
RUBRIKEN & HINWEISE
16. MUSTERDEPOT 2001 / Neuaufnahmen, Entwicklung
17. BANKANALYSEN / NEMAX - Ratings renommierter Institute
18. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, wichtige Tradingtermine
19. DISCLAIMER/ Haftungsausschluss und Risikohinweise
20. HINWEISE zu den Newslettern von Aktienservice.de
__________________________________________________
1. EDITORIAL / Marktkommentar, Ausblick, Inhalt
__________________________________________________
Liebe Leserinnen und Leser,
Die nachfolgenden Einzelwertanalysen mit positivem Grundton
basieren auf der Annahme, dass sich die Erholung am Neuen Markt
weiter fortsetzen bzw. ein neutrales Marktumfeld vorherrschen
wird. In der aktuellen Woche halten wir eine Konsolidierung mit
zu Wochenbeginn leichten Abgabetendenzen in Anbetracht der
immensen Zugewinne der letzten beiden Wochen fuer wahrschein-
lich.
Und nun wuenschen wir Ihnen viel Spass beim Lesen der aktuellen
Ausgabe des Neuer Markt-Newsletters.
Herzlichst, Ihre Redaktion von Aktienservice.de.
__________________________________________________
2. INDIZES / Wochenentwicklung globaler Indizes
__________________________________________________
Index 19.01. % Vortag 12-Monatshoch % Hoch % 2001
DJIA 10.587 -0,85 % 11.750 - 9,9 % - 1,8 %
NASDAQ 2.770 +0,07 % 5.132 -46,1 % +12,1 %
DAX 30 6.651 +0,24 % 8.136 -18,2 % + 3,4 %
NEMAX ALL 2.828 +0,51 % 8.583 -67,1 % + 3,1 %
EUROSTOXX 4.721 -0,71 % 5.522 -14,5 % - 1,1 %
__________________________________________________
3. MARKTSENTIMENT / Technologie-Rebound, Konjunktur
__________________________________________________
In der abgelaufenen Woche bestaetigte sich unsere Erwartungs-
haltung hinsichtlich einer Erholung des Technologiesektors. Der
Handelsverlauf der letzten Woche an den Maerkten war gepraegt
von einer Fortsetzung des Erholungstrends der Technologietitel,
waehrend die defensiven Werte deutlich an Boden verloren. Dies
haengt weniger mit der wiederkehrenden Erkenntnis zusammen, dass
nur die Technologie den globalen Volkswirtschaften die Moeglich-
keit verschafft, stetige Produktivitaetszugewinne zu etablieren,
sondern mit der inzwischen irrational hohen Bewertung vieler de-
fensiver Titel. So weisen die defensiven Titel derzeit aehnlich
ueberhoehte Bewertungen auf, wie die Technologiewerte im Maerz
2000, als die zurueckliegende Korrektur ihren Anfang nahm. Zur
Erholung der Wachstums- und Technologiesektoren traegt massgeb-
lich bei, dass sich die Rezessionsaengste in den USA abmildern.
Positiv machte sich in der abgelaufenen Woche ebenfalls bemerk-
bar, dass sich die bis letzte Woche sehr duenne Datenlage zur
US-Konjunktur zunehmend mit aussagekraeftigen Daten fuellte.
Gerade anhand der juengsten Konjunkturdaten der letzten Woche
wurde ersichtlich, dass die Stimmung in den USA wesentlich
schlechter ist, als die realwirtschaftliche Situation und die
tatsaechlichen Konjunkturaussichten. Insbesondere der deutlichen
Entspannung auf dem US-Arbeitsmarkt und anderen Konjunkturzah-
len entnehmen wir, dass die aktuelle Lage der US-Konjunktur zwar
ruecklaeufige Wachstumsraten aufweist, von einer Rezession aber
weit entfernt ist. Institutionelle Investoren antizipieren nun-
mehr zunehmend die Erwartung, dass die US-Notenbank anhand der
weiteren Zinssenkungen in der Lage sein wird, die US-Konjunktur
auf einem etwas niedrigeren, dafuer aber inflationsfreien Niveau
zu stabilisieren. Sollte der FED dies gelingen - wovon wir aus-
gehen - sind einige Technologietitel auf dem aktuell noch deut-
lich ermaessigten Niveau ausgesprochen guenstig bewertet. Dies
wiederum bestaerkt uns in der Annahme, dass die Technologietitel
die Gewinner des laufenden Boersenjahres sein werden.
__________________________________________________
4. WEITERE AUSSICHTEN / Markt- und Charttechnik
__________________________________________________
Der NEMAX all share gewann in der letzten Woche ueber 10 %
hinzu. Gewinnmitnahmen in den defensiven Sektoren, abnehmende
Rezessionsaengste sowie das historisch guenstige Bewertungsni-
veau der Wachstumswerte beguenstigen auch weiterhin eine Fort-
setzung der Erholungstendenz am Neuen Markt, dem deutschen
Boersensegment fuer Wachstumswerte. Inzwischen ergeben sich aus
charttechnischer Sicht bereits die ersten prozyklischen Kaufsig-
nale. So testete der NEMAX all share (an der Nasdaq spielte sich
ein aehnliches charttechnisches Szenario ab) am letzten Freitag
die 38-Tageslinie an. Sollte es dem NEMAX all share in naechster
Zeit gelingen, die 38-Tageslinie nachhaltig zu ueberwinden, sind
umgehend weitere Gewinne bis auf ca. 3.500 Punkte zu erwarten.
Die 200-Tageslinie liegt derzeit bei 4.700 Punkten, was das Aus-
mass des Erholungspotentials verdeutlicht. Wir rechnen jedoch
nicht unbedingt mit exorbitanten Zugewinnen in kurzer Zeit. So
wird sich ein derart grosser Abstand von der 38- zur 200-Tages-
linie erfahrungsgemaess aber schnell verringern, was weiteres
Erholungspotential fuer den NEMAX all share impliziert.
In der kommenden Woche rechnen wir jedoch mit einer Konsolidie-
rungstendenz (was sich Freitagnachmittag bereits ankuendigte),
da sich der Markt nach den schnellen Gewinnen der letzten beiden
Wochen zunaechst stabilisieren muss. Dabei muss beruecksichtigt
werden, dass in Anbetracht der frischen Erinnerungen an die nun
voraussichtlich zurueckliegende Baissephase, die getrost als
lang anhaltender Crash bezeichnet werden kann, voruebergehende
Rueckschlaege an der Tagesordnung stehen werden. Weiterhin wird
sich das Tauziehen zwischen Zinssenkungseuphorie und vergleichs-
weise schlechten Unternehmensgewinnen und zunaechst verhaltenen
Konjunkturaussichten fortsetzen. In der letzten Woche gewann der
Optimismus Oberhand, unterstuetzt von weniger enttaeuschend als
erwartet ausgefallenen Unternehmensgewinnen. Dies wird nicht
immer so bleiben; zwischendurch ist zu erwarten, dass der Pessi-
mismus kurzfristig wieder Oberhand gewinnt. Mittel- und lang-
fristig werden die Wachstums- und Technologiewerte im Jahr 2001
unserer Einschaetzung nach jedoch den Gesamtmarkt deutlich out-
performen.
__________________________________________________
5. INTERSHOP / fundamentale Skepsis versus Markttechnik
__________________________________________________
Unter hohen Umsaetzen legte Intershop in der zweiten Wochen-
haelfte deutlich zu. Ausloesender Faktor war ein am Markt nach-
haltig kolportiertes Geruecht, wonach der ERP-Softwarekonzern
SAP an einer Uebernahme von Intershop interessiert sei. Unter-
nehmenssprecher beider Parteien dementierten diese Geruechte
umgehend. Dennoch scheint die Phantasie vieler Marktteilnehmer
ungetruebt zu sein - und tatsaechlich waere fuer SAP eine Ueber-
nahme durchaus sinnvoll und wuerde etliche Synergien freisetzen.
Zudem betraegt die Marktkapitalisierung von Intershop auf dem
aktuell ermaessigten Kursniveau nur noch etwas mehr als der
dreifache Jahresumsatz. Davon abgesehen stehen wir dem Unterneh-
men weiterhin skeptisch gegenueber. Bereits am 19.11. empfahlen
wir den Titel bei 40 Euro umgehend zum Verkauf. 6 Wochen spaeter
veroeffentlichte Intershop eine drakonische Gewinnwarnung und
notiert derzeit bei 14 Euro, wobei sich der Titel von den zuvor
markierten Tiefststaenden bei 7 Euro bereits deutlich erholen
konnte.
Unsere negative Performance-Erwartung begruendete sich damals
auf der irrational hohen Fundamentalbewertung, auf der fragwuer-
digen Breakeven-Prognose sowie auf das defizitaere und von
vielfaeltigen Problemen gekennzeichnete US-Engagement. Fuer uns
aus fundamentaler Sicht schwer verstaendlich sind die juengsten
Zugewinne von Intershop. So gab man zu Beginn der letzten Woche
bekannt, in den USA 80 Stellen zu streichen. Wurde diese Absicht
von den Investoren mit Kursaufschlaegen honoriert, sehen wir
diese Massnahme mit einem hohen Mass an Skepsis, da die USA auch
fuer Intershop zukuenftig der entscheidende Markt sein wird.
Kurzfristig wird man durch das nunmehr minimalistische US-
Engagement zwar etwas geringere Verluste verbuchen, langfristig
ist dies in Anbetracht der entscheidenden und uebergreifenden
Wettbewerbsbedeutung des US-Marktes unzweifelhaft eine strategi-
sche Fehlentscheidung.
Unsere vorerst weiterhin negative Einschaetzung des Titels
begruendet sich NICHT auf die Produkt- und Servicequalitaet des
Unternehmens, welche aufgrund vielfacher Expertisen allgemein
als eine der branchenweit besten gilt, sondern vielmehr auf die
ungeachtet des deutlichen Kursrutsches immer noch irrational
hohe Fundamentalbewertung und auf das defizitaere US-Engagement.
Im Best-Case-Szenario wird Intershop unserer Einschaetzung nach
im Jahr 2002 ein EPS von 0,17 Euro erzielen. Dies entspraeche
einem KGV auf Basis des kommenden Geschaeftsjahres von ueber 80,
wobei von uns bereits die denkbar positivste Geschaeftsent-
wicklung vorausgesetzt wurde. Derzeit sehen wir jedoch keine An-
zeichen, die auf ein baldiges Erreichen des Breakevens hindeu-
ten. Deshalb lautet unser Rating weiterhin auf "untergewichten".
Zumindest gilt dies fuer fundamental ausgerichtete Investoren.
In chart- und markttechnischer Hinsicht beurteilen wir die
Performancechancen des Titels besser. So will die Aktie derzeit
deutlich nach oben. Negative Nachrichten werden vom Markt posi-
tiv aufgefasst und Komplementaer-Phantasien werden gleich als
handfestes Uebernahmegeruecht gehandelt - deutliche Anzeichen,
dass die Aktie zumindest kurzfristig nach oben will. Der Titel
gab in der letzten Phase der Korrektur ueberproportional ab, was
in einem verbesserten Marktumfeld zunaechst weiteres Erholungs-
potential bis auf 20 Euro erkennen laesst. Tradingorientierte
Anleger sollten das Papier daher weiterhin im Auge behalten,
fuer strategisch und fundamental ausgerichtete Investoren hinge-
gen kommt das Papier unserer Meinung nach derzeit nicht in
Betracht.
KENNZAHLEN
INTERSHOP (WKN: 622 700)
Empf. Stop-Loss: 11 Euro
12-Monats-Range: 135,00-7,83 Euro
OPTIONSSCHEINE
Wie dokumentiert beurteilen wir die kurzfristigeren Performance-
Chancen in chart- und markttechnischer Hinsicht zunaechst besser
als die mittelfristigen Kursperspektiven aus fundamentaler
Sicht. Tradingorientierte, versierte und ausgepraegt spekulativ
ausgerichtete Investoren koennen daher den Erwerb eines Call-
Optionsscheins auf Intershop in Betracht ziehen. Ein hinsicht-
lich der Ausstattungsmerkmale attraktiver Call ist bspw. der
Intershop-Call mit der WKN 536 398 von Goldman Sachs mit Fael-
ligkeit zum 23.01.2002 und einem zugrundegelegten Basispreis von
15 Euro.
__________________________________________________
6. DEUTSCHE ENTERTAINMENT / uebergewichten nach TOP-Zahlen
__________________________________________________
In der letzten Woche auf der Gewinnerseite standen die DEAG-
Aktien, nachdem das Unternehmen Mittwoch vorlaeufigen Berechnun-
gen zufolge erfreuliche Zahlen fuer das abgelaufene Geschaefts-
jahr praesentierte. So hat die DEAG im Geschaeftsjahr 2000 ein
dreistelliges Umsatzwachstum auf 505 Mio DM erwirtschaftet. Dies
entspricht einer Steigerung gegenueber dem Vorjahr von ueber
190 %. Damit werden die vom Unternehmen prognostizierten Umsaet-
ze und von Analysten erwarteten Ergebnisse das 10. Quartal in
Folge voll erfuellen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Ab-
schreibungen (EBITDA) liegt bei 33,2 Mio DM. Das EBITDA stieg
damit trotz des einmaligen Restrukturierungsaufwands im Jahr
2000 bei der STELLA Entertainment AG in Hoehe von rund 7,0 Mio
DM um das zweieinhalbfache. Hiermit bestaetigen sich die fuer
2001 prognostizierten Planzahlen von 650 Mio DM bei einem EBITDA
von 45 Mio DM und einem EPS von 0,99 Euro.
Mit einem 01e-KGV von unter 30 ist der Titel auf den ersten
Blick angemessen bewertet. Beruecksichtigt man jedoch die von
uns erwarteten Gewinnsteigerungsraten von rund 90 % jaehrlich
bis 2003, ist der Titel mit einer PEG-Ratio von 0,33 fuer einen
Wachstumswert deutlich unterbewertet. Weiteres Ergebnispotential
sehen wir im kuerzlich um "Stella" verstaerkten Musical-Bereich.
Die hierbei erhaltenen Konditionen ermoeglichen vom Start weg
eine rasch wachsende Rentabilitaet inkl. Synergien fuer diesen
Unternehmensbereich der DEAG. Wir stufen den Titel auf "ueberge-
wichten", wobei eine Investition aufgrund der guenstigen Funda-
mentalbewertung bei hohen Gewinnsteigerungsraten und vielver-
sprechenden Entwicklungsperspektiven vor allem fuer den langfri-
stigen Investor in Betracht kommt. Unseres Erachtens nach ist
das DEAG-Management eines der besten am Neuen Markt.
KENNZAHLEN
DEUTSCHE ENTERTAINMENT AG (DEAG, WKN: 551 390)
Empf. Stop-Loss: 25 Euro
12-Monats-Range: 45,74-19,40 Euro
__________________________________________________
7. KABEL NEW MEDIA / Gross-Investor dokumentiert Vertrauen
__________________________________________________
Kabel New Media bestaetigte am letzten Freitag die Breakeven-
Prognose fuer das dritte Quartal des laufenden Geschaeftsjahres
(1.4.00 bis 31.3.01). Die vorlaeufigen Zahlen lassen erkennen,
dass im Dezember ein positives Cash-EBITA (Earnings before
interest, tax, amortisation of goodwill and stock options) von
rund 0,3 Mio Euro erzielt wurde. Damit konkretisiert sich der
Sprung in die Rentabilitaet des eBusiness-Enablers zusehends,
obwohl der Wettbewerbsdruck in der Branche im Laufe des
Geschaeftsjahres deutlich zugenommen hat. Kabel New Media hat
sich in diesem Geschaeftsjahr unter den europaeischen Top 10 der
eBusiness-Enabler positioniert, eine Marktposition, die noch vor
zwei Jahren von vielen Skeptikern als utopisch betrachtet wurde.
Im nachhinein wird diese starke Marktposition gerade rechtzeitig
etabliert worden sein, da sich die Branche derzeit in einer
nachhaltigen und tiefgreifenden Konsolidierungsphase befindet.
Innerhalb dieses veraenderten Wettbewerbsumfelds geht es dem
Unternehmen nun darum, vom sich abzeichnenden Konzentrations-
prozess zu profitieren.
Kabel New Media gelang es hierbei scheinbar, den international
agierenden Gross-Investor Global Emerging Markets (GEM), New
York, von den eigenen Marktchancen zu ueberzeugen. So wollen GEM
sowie diverse US-Fondsmanager auf Basis einer kuerzlich ge-
schlossenen Vereinbarung Aktien der Kabel New Media im Gegenwert
von bis zu 15 Mio Euro zeichnen. Hierfuer steht genehmigtes
Kapital zur Verfuegung. In Zeiten der branchenweit fortschrei-
tenden Konsolidierung im eBusiness-Enabling dokumentiert das
Engagement der erfahrenen GEM (Platzierungserfolg seit 93 von
ueber 2 Mrd USD) die positiven Entwicklungsperspektiven der
Kabel New Media. Unser Rating fuer Kabel New Media lautet wei-
terhin auf "leicht uebergewichten". Mit einem KGV auf Basis des
kommenden Geschaeftsjahres von 69 ist der Titel zwar hoch bewer-
tet, bei ab 2002 zunaechst zu erwartenden Gewinnsteigerungsraten
in aehnlicher Hoehe sowie aufgrund des starken Wachstums halten
wir diese Bewertung aber fuer argumentierbar. Ungeachtet des
hohen Bewertungsniveaus ist der Titel einer der guenstigsten der
deutschen eBusiness-Enabler.
KENNZAHLEN
KABEL NEW MEDIA (WKN: 622 950)
Empf. Stop-Loss: 12,5 Euro
12-Monats-Range: 80,00-7,00 Euro
__________________________________________________
8. EM.TV / was ist dran an den Spekulationen, Fundamentals
__________________________________________________
Nachdem sich ein Kirch-Media-Sprecher am Montag etwas skeptisch
ueber die Aussichten des Kirch-Einstiegs bei EM.TV aeusserte,
verzeichnete das Papier zunaechst deutliche Verluste. Das Blatt
wendete sich jedoch am Freitag. So konnte am Freitag das ange-
schlagene Medienunternehmen von Presseberichten profitieren,
wonach dem Unternehmen neben der Kirch-Offerte weitere Angebote
vorlaegen. Dies wuerde Kirch in Zugzwang bringen und die Ver-
handlungsposition von EM.TV deutlich staerken. In Anbetracht der
mannigfaltigen Vorstandsverfehlungen, der nach wie vor verworre-
nen Finanzlage und der enormen Finanzrisiken hinsichtlich der
Ecclestone-Option, weitere 25 % der SLEC an EM.TV zu veraeus-
sern, kann von einem strategischen Investment nur abgeraten
werden. Zu gross sind die Risiken, zu unuebersichtlich die
Finanzlage.
Auch geniesst der Vorstandsvorsitzende Haffa eine Art von Nar-
renfreiheit. So bot er den Anlegern bereits mehrfach seinen
Ruecktritt an, wohlwissend, dass dies von den Investoren unge-
achtet aller Verfehlungen keinesfalls gewuenscht wird. Denn
gerade bei EM.TV sind die Umsatzerfolge in hohem Masse persona-
lisiert. Diese Abhaengigkeit eines gesamten Unternehmens zur
Managementebene ist bei Medienunternehmen an der Tagesordnung.
Erfolge von Medienunternehmen sind insbesondere stark von den
persoenlichen Beziehungen der Vorstaende abhaengig, insofern
scheint fraglich, ob ein Ruecktritt Haffas im Sinne der Aktio-
naere waere. Traete also Haffa ab, saehe die Zukunft des Unter-
nehmens noch viel ungewisser aus.
Kommt das Papier auch auf ermaessigtem Kursniveau fuer strategi-
sche Investoren nicht in Betracht, bleibt es fuer tradingorien-
tierte Anleger weiterhin interessant. Denn neben den Geruechten,
die sich der Markt bei derartigen Papieren "aus den Fingern
saugt", kommen noch die interessengesteuerten und bewusst lan-
cierten Geruechte hinzu, meist um manipulativ Kursbewegungen zu
initiieren, an denen die Urheber der Geruechte anschliessend
kraeftig profitieren. Die Finanzzeitung "Financial Times
Deutschland" berichtete in ihrer Freitagausgabe, dass ein
internationales Finanzkonsortium mit Unterstuetzung von Bernie
Ecclestone ein Gegengebot zu der Kirch-Offerte vorlegen will.
Sollte dies tatsaechlich der Wahrheit entsprechen, wuerden sich
die Aussichten des Unternehmens entsprechend verbessern.
Der Neuigkeitsgehalt dieser Spekulation ist jedoch wenig spekta-
kulaer, denn im Medienbereich spricht bekanntlich jeder mit
jedem. Ungeachtet der mit Kirch vereinbarten Ausschliesslichkeit
waehrend der Beteiligungsverhandlungen duerfte es nicht verwun-
dern, wenn sich andere Medienunternehmen in Anbetracht des ge-
ringen EM.TV-Kurses und des durchaus wertvollen Kerngeschaefts
des Unternehmens fuer eine Beteiligung respektive eine EM.TV-
Uebernahme interessierten. Denn weite Teile der Unternehmensak-
tivitaeten von EM.TV, wie bspw. Junior, waeren fuer einige
Medienkonzerne von grossem Komplementaerwert. Darueber hinaus
erscheinen Mutmassungen, nach denen Gross-Investoren mit Unter-
stuetzung des Formel1-Chefs Ecclestone eine Kirch-Beteiligung
abwehren wollen, durchaus berechtigt, denn Ecclestone duerfte
kaum Interesse daran haben, dass einer seiner groessten Kunden
fuer die Formel1-Uebertragungs- und Werberechte gleichzeitig
Anteilseigner der Formel1 bzw. SLEC wird.
Eine ungewollte, aber jetzt aktive Beteiligung Ecclestones an
Rettungsversuchen fuer EM.TV erscheint daher durchaus vorstell-
bar. In diesem Zusammenhang ist naheliegend, dass Ecclestone auf
die Ausuebung seiner Option, weitere 25 % der SLEC an EM.TV fuer
ueber 1 Mrd DM zu veraeussern, zunaechst verzichten wird. Denn
dies wuerde nach unserem derzeitigen Kenntnisstand das finanzi-
elle Aus fuer EM.TV bedeuten. Haffas Problem war hierbei der
im Rahmen der allgemeinen Baissephase am Neuen Markt stark ge-
fallene Aktienkurs sowie hausgemachte Probleme wie Fehlkalkula-
tion, defizitaere Buchhaltung und unserer Meinung nach manipula-
tive Marktkommunikation - alles Faktoren, welche die Durchfueh-
rung erforderlicher Kapitalerhoehungen unmoeglich machten.
Getreu unserer Annahme, dass der Wert der Summe aller Einzeltei-
le eines Unternehmens insbesondere bei EM.TV hoeher liegt als
der jetzige, durch den Aktienkurs definierte Unternehmenswert,
koennte sich ein spekulativer Einstieg auf aktuellem Kursniveau
auszahlen. Als strategische Investition ist das EM.TV-Papier
aufgrund des immensen Risikopotentials (nicht absehbarer Finanz-
lage, drohender Ausuebung der Verkaufsoption von Ecclestone
sowie dem Wohl des Unternehmens nicht dienliches Verhalten der
Vorstaende), jedoch voellig ungeeignet.
KENNZAHLEN
EM.TV (WKN: 568 480)
Empf. Stop-Loss: 6 Euro
12-Monats-Range: 114,90-4,66 Euro
OPTIONSSCHEINE
Risikobereite Investoren, die einen Totalverlust ihres einge-
setzten Kapitals in ihrem Bestreben, ueberproportionale Renditen
zu erzielen, von vorneherein einkalkulieren, koennen den Erwerb
eines langlaufenden Call-Optionsscheines in Erwaegung ziehen,
dessen Basispreis sich nahe oder im Geld befindet. Hierbei kommt
aufgrund des stark gefallenen Kursniveaus lediglich der EM.TV-
Call mit der WKN 651 711 von der Citibank - Basispreis 10 Euro,
Faelligkeit 06.02 - in Frage.
__________________________________________________
9. BROADVISION / starker Kursrutsch fundamental unbegruendet
__________________________________________________
Von Mittwoch bis zum Freitag ermaessigte sich der Kurs der
BroadVision-Aktie um nahezu 20 %. Dies kann zum einen als tech-
nische Reaktion auf die vorangegangenen deutlichen Gewinne der
letzten beiden Wochen betrachtet werden, tatsaechlich ist der
Kursrutsch jedoch auf einen negativen Kommentar eines US-
amerikanischen Investmenthauses zurueckzufuehren, dessen Analyst
sich ueber die weitere Wachstumsgeschwindigkeit des Unternehmens
besorgt zeigte. Dabei entspricht es eher den Tatsachen, dass die
Geschaeftszahlen von BroadVision bisher stets positiv ueberra-
schen konnten. Ferner ist BroadVision im Heimatmarkt USA, an
dessen Erschliessung Intershop fortgesetzt scheitert, mit einer
breit diversifizierten Kundenbasis marktfuehrend und umfassend
praesent. In Anbetracht der uebergreifenden Wettbewerbsbedeutung
des US-Marktes sehen wir BroadVision somit vielversprechend
positioniert. Mit einem KGV auf Basis des laufenden Geschaefts-
jahres von 55 und mit einer PEG-Ratio von knapp 1 ist der Titel
zudem in fundamentaler Sicht der am guenstigsten bewertete der
Peergroup (eCommerce- und Internet-Software, ePlattform-
Software).
Das entsprechende Downgrade kann somit nur eingeschraenkt nach-
vollzogen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint es uns in
Anbetracht der Research-Gewohnheiten vieler US-Brokerhaeuser
wahrscheinlicher, dass man sich und der eigenen Kundschaft vor
der grossen Erholungsbewegung noch einmal guenstige Einstiegs-
kurse verschaffen moechte. Bestes Beispiel hierfuer war vor
einigen Wochen die Rueckstufung von SAP durch ein populaeres US-
Investmenthaus. Der Kurs ermaessigte sich nachfolgend stark,
kurz darauf vermeldete SAP erfreuliche Zahlen mit der Folge,
dass die Aktie wieder deutlich anzog. Die Analysten des US-
Investmenthauses hatten aus unserer Sicht somit entweder keine
Ahnung vom tatsaechlichen Geschaeftsverlauf bei SAP oder weckten
bewusst einen falschen Eindruck. Beide Alternativen sind bedenk-
lich. Eine aehnliche Annahme legen wir dem BroadVision-Downgrade
besagter US-Investmentbank zugrunde.
Nun geht es hier nicht darum, die Prognose-Qualitaeten einiger
US-Brokerhaeuser zu beurteilen - bei denen wie vermutet die
haeufig vorherrschenden Interessenskonflikte am Markt hinrei-
chend bekannt sind - sondern die Performance-Aussichten von
BroadVision. Falls hierbei nun ein wenig fundiertes, wahrschein-
lich sogar ungerechtfertigtes oder mit zweifelhafter Intention
ausgesprochenes Downgrade fuer den juengsten Kursrutsch verant-
wortlich war, liegt auch kurzfristig eine baldige Erholung des
Titels nahe. Kurzfristig sehen wir das groesste Risiko in einer
Rueckkehr des Pessimismus am Neuen Markt und an der Nasdaq.
KENNZAHLEN
BROADVISION (WKN: 901 599)
Empf. Stop-Loss: 12 Euro
12-Monats-Range: 95,33-10,24 Euro
OPTIONSSCHEINE
Spekulativ ausgerichtete, risikobereite und erfahrene Anleger
koennen den Erwerb eines entsprechenden Call-Optionsscheins in
Betracht ziehen. Um das bei Optionsscheinen ohnehin schon groes-
sere Risiko zu verringern, kommt dabei lediglich ein langlaufen-
der Call, im oder nahe am Geld notiert, in Frage. Hervorzuheben
ist hierbei der BroadVision-Call mit der WKN 536 383 von Goldman
Sachs - Faelligkeit 23.01.2002, Basispreis 15 Euro.
__________________________________________________
10. MERGERS & ACQUISITIONS
__________________________________________________
m+s Elektronik - akquiriert MPI-MDK-Firmengruppe (16.1.01)
Eine weitere Expansion ist m+s Elektronik mit der Akquisition
der MPI-MDK Firmengruppe gelungen, die rueckwirkend zum 1.1.01
von der PROFI Engineering Systems AG, einer 100prozentigen
Tochter der m+s Elektronik, uebernommen worden ist. Die Gruppe
ist eigenen Angaben zufolge einer der groessten IBM AS/400-
Partner in Deutschland mit dem Fokus auf IT-, Anwendungs- und
Systemberatung sowie Anwendungsentwicklung, Service und Support.
Ueber den Kaufpreis, der auch eine erfolgsabhaengige Komponente
beinhaltet, wurde Stillschweigen vereinbart.
TECHNOTRANS akquiriert STEVE BARBERI Company (15.1.01)
Zum 1.1.01 uebernahm Technotrans eigenen Angaben zufolge 100 %
der Steve Barberi Company und ihrer Tochter, der Farwest Graphic
Technologies. In den bereits veroeffentlichten Planzahlen fuer
das Geschaeftsjahr 2001 der Technotrans-Gruppe (Umsatz 135 Mio
Euro, Jahresueberschuss 8-8,5 Mio Euro) ist die Akquisition mit
einem Basisumsatz von 6 Mio USD enthalten. Der Kaufpreis wird
zur Haelfte mit Aktien aus einer Kapitalerhoehung bezahlt.
ComROAD AG (17.1.01)
Die ComROAD AG, fuehrender Anbieter von Telematik-Netzwerken,
gab kuerzlich eine strategische Beteiligung an der InfoMove.com
Inc. in Seattle, USA, bekannt. InfoMove ist in den USA ein fueh-
render Anbieter von Internet-basierten Applikationen und Dien-
sten fuer die Telematik-Industrie. Partnerschaften bestehen mit
Microsoft, Infospace, DaimlerChrysler-Research, PACCAR und NTT,
Japan. Somit verstaerkt man das erst kuerzlich ausgeweitete US-
Engagement. Der US-Markt gilt im Telematik-Bereich allgemein als
besonders wachstumsstark.
__________________________________________________
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN
__________________________________________________
ADORI - 1. Halbjahr 00/01 (15.1.01)
ADORI hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschaeftsjahres
(30.6.) den Umsatz um 137 % auf 5,7 Mio DM gesteigert. Das EBIT
betrug -6,6 Mio DM gegenueber -3,7 Mio DM im vergleichbaren
Vorjahreszeitraum. ADORI verfuegt noch ueber 65 Mio DM liquide
Mittel. In Gesamt-00/01 rechnet ADORI mit einem Umsatz von
10 Mio DM und einem EBIT von -9 Mio DM.
CDV Software erhoeht Planzahlen (16.1.01)
CDV, spezialisiert auf interaktive Medien und insbesondere auf
Computerspiele, erwartet nach vorlaeufigen Berechnungen fuer
2000 ein ausgeglichenes Ergebnis. Die mit 28,7 Mio DM prognosti-
zierten Bruttoverkaufserloese belaufen sich auf ueber 30 Mio DM
gegenueber dem Vorjahr mit 17,9 Mio DM. Daraus ergibt sich ein,
eigenen Ausfuehrungen zufolge auch im internationalen Branchen-
vergleich, Kurs-Umsatz-Verhaeltnis von nur noch rund 2,5.
EJAY - vorlaeufige Zahlen 2000 (16.1.01)
eJay wies in 2000 ein Umsatzwachstum von 396 % aus. Nach vor-
laeufigen Berechnungen stieg der Umsatz von 2,7 Mio Euro (99)
auf 10,7 Mio Euro. Statt urspruenglich geplanten -3,3 Mio Euro
soll das EBIT nur noch bei -1,8 Mio Euro liegen und damit 45 %
besser als erwartet ausfallen. Von Oktober bis Dezember 2000
wurden Umsaetze von 5,4 Mio Euro generiert (Januar bis September
00: 5,3 Mio Euro). Das EBIT fuer Q4 liegt im positiven Bereich
und betraegt 0,7 Mio Euro (-2,5 Mio Euro in den ersten 9 Mona-
ten).
COMDIRECT - Kennzahlen 2000 (16.1.01)
Zum Jahresende betreute comdirect konzernweit 577.465 Kunden
(99: 277.146). Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als
300.000 Kunden gegenueber 99. In Deutschland betreute comdirect
575.221 Kunden. Die Zahl der deutschen Direct-Brokerage-Kunden
lag bei 536.951 (99: 226.159). Die Anzahl der konzernweit ausge-
fuehrten Wertpapierorder stieg von 3,9 Mio auf 10,3 Mio zum
Ende des Jahres 00. Das betreute Kundenvermoegen stieg von 8,9
Mrd Euro per 31.12.99 auf 10,2 Mrd Euro per 31.12.00 (Deutsch-
land: 10,1 Mrd Euro).
JUMPTEC - Ergebnis 2000 (15.1.01)
JUMPtec gibt ein voraussichtliches Umsatzergebnis fuer das abge-
laufene Geschaeftsjahr 2000 von ueber 118 Mio DM bekannt. Damit
wurden sowohl die urspruenglichen Prognosen von 101 Mio DM als
auch die unterjaehrigen Erhoehungen der Prognosen erneut ueber-
troffen. Mit diesem Ergebnis steigerte JUMPtec gegenueber 99 den
Umsatz fuer 2000 um ueber 218 %. Fuer 2001 geht das Unternehmen
von einem Umsatzwachstum von 50 % im Konzern vor neuen Akquisi-
tionen aus.
IN-MOTION hebt EBIT-Planung leicht an (19.1.01)
Dank des erfolgreichen Vorabverkaufs von "People I Know" hebt
die IN-motion AG die EBIT-Prognose fuer das laufende Geschaefts-
jahr 00/01 (30. September) um 2,1 Mio DM auf 59,2 Mio DM an.
Ferner gab man bekannt, dass die Unternehmenssparte Film/TV der
Mediengruppe IN-motion AG sich neben internationalen Indepen-
dent-/Fernsehserien-Produktionen kuenftig auch im Bereich Block-
buster engagieren will. Diesbezueglich soll noch im laufenden
Jahr ein erstes Filmprojekt realisiert werden. Darueber hinaus
stehen der IN-motion AG ueber Medienfonds sowie Kreditzusagen
Finanzmittel in Hoehe von ueber 600 Mio DM zur Verfuegung.
KABEL New Media bestaetigt Planzahlen (19.1.01)
Kabel New Media bestaetigt die Breakeven-Prognose fuer das
dritte Quartal des laufenden Geschaeftsjahres (1.4.00 bis
31.3.01). Die vorlaeufigen Zahlen zeigen schon heute, dass
im Dezember ein positives Cash-EBITA (Earnings before interest,
tax, amortisation of goodwill and stock options) von rund 0,3
Mio Euro erzielt wurde.
SZ Testsysteme - 1. Quartal 00/01 (15.1.01)
Der Quartalsumsatz der SZ Testsysteme betrug rund 30 Mio DM.
Dies entspricht einer Steigerung von etwa 27 % gegenueber dem 4.
Quartal des abgelaufenen Geschaeftsjahres sowie einer Steigerung
von ueber 138 % gegenueber dem Vergleichsquartal des letzten
Geschaeftsjahres - im 1. Quartal 99/00 hatte der Umsatz 12,6 Mio
DM betragen. Diese Zahlen liegen ueber den Erwartungen.
VIVA MEDIA - Planzahlen bestaetigt (16.1.01)
Der Musik-Sender will in die USA expandieren. Einem Bericht in
der Sueddeutschen Zeitung zufolge fuehrt Vorstandsvorsitzender
Dieter Gorny dort derzeit Verhandlungen ueber eine umfassende
Zusammenarbeit mit einem grossen US-TV-Unternehmen. Gleichzeitig
versicherte Gorny, dass die Planzahlen 2000 eingehalten werden.
__________________________________________________
12. NACHRICHTEN & RESEARCH
__________________________________________________
3U - erster Call-by-Call-Anbieter in den Niederlanden (16.1.01)
Am 17.1.01 soll 3U TELECOM BV, eine 100prozentige Tochter der 3U
Telekommunikation AG, in den Niederlanden landesweit ans Netz
gehen, die Preisfuehrerschaft im Call-by-Call-Geschaeft ueber-
nehmen und auf die uebliche Startgebuehr von 10 Cent pro Ge-
spraech verzichten. Darueber hinaus bietet 3U auch in den Nie-
derlanden als erste Telefongesellschaft Call-by-Call-Gespraeche
ohne Voranmeldung an.
CTS EVENTIM AG baut neues Online-Netzwerk auf (15.1.01)
Wie der Vorstandsvorsitzende mitteilt, plant der Konzern ein
bundesweites Netzwerk regionaler Online-Gesellschaften in Zusam-
menarbeit mit Verlagen. Unter dem Dach einer neuen Holding
sollen in den naechsten Monaten eine Reihe von Regionalgesell-
schaften entstehen. Erster Kooperationspartner der CTS EVENTIM
AG ist der Verlag Rheinische Post.
TEAM Communications Group (15.1.01)
TEAM Communications Group hat von der Canadian Imperial Bank of
Commerce (CTBC) eine Zusage ueber 45 Mio USD zur Finanzierung
eines TV-Programmfonds erhalten. Dafuer gruendet TEAM die Ge-
sellschaft "TEAM TV Fund", die als 100prozentige Tochtergesell-
schaft der TEAM Communications Group gefuehrt werden soll. TEAM,
die in diesen Fonds 5 Mio USD einzahlt, erhaelt dadurch Finan-
zierungsmittel fuer Produktionen mit einem Volumen von bis zu
125 Mio USD.
D.LOGISTICS - Grossauftrag (17.101)
Der Logistik-Dienstleister erhielt von der KHS Maschinen und
Anlagen AG, einem der fuehrenden Anbieter im Maschinen- und
Anlagenbau fuer die Getraenkeindustrie, einen bedeutenden Out-
sourcing- und Software-Auftrag ueber 52 Mio DM bei zunaechst
vierjaehriger Laufzeit. Der Unterauftrag zur Erstellung der
kompletten Versand- und Verpackungssteuerung ging an die
D.Logistics-Tochter Quantum.Logistics GmbH in Dortmund.
FJA AG - Grossauftrag (18.1.01)
Das fuer Versicherer und Finanzdienstleister taetige Beratungs-
und Softwarehaus FJA AG hat von der Zusatzversorgungskasse des
Baugewerbes VVaG einen Auftrag zur Lieferung von Software im
Wert von 4 Mio DM erhalten. Die ZVK will auf Basis der Stan-
dardsoftware von FJA die tariflichen Zusatzrenten fuer die
Mitarbeiter im deutschen Bauwesen verwalten. Der Auftrag soll
im ersten Halbjahr 2001 vollstaendig abgewickelt sein. Weitere
Stufen sind geplant.
KONTRON-Tochter erhaelt Grossauftrag (18.1.01)
Fieldworks Inc., Minnesota, Tochtergesellschaft der Kontron und
seit 1995 an der Nasdaq notierter Hersteller mobiler embedded
Computer, hat von der US-Armee einen Grossauftrag erhalten. Die
Vereinbarung beinhaltet die Erstlieferung von mobilen Daten-
servern im Wert von knapp 10 Mio DM. Der Auftrag soll komplett
im 1. und 2. Quartal 2001 als Umsatz realisiert werden. Field-
works erzielte in den ersten 3 Quartalen 2000 einen Umsatz von
26 Mio DM und ist seit Dezember 2000 eine 62prozentige Tochter
der Kontron Embedded Computers AG, einem der weltweit fuehrenden
Anbieter miniaturisierter Computer.
ORBIS AG - Grossauftrag (18.1.01)
Der SAP Consulting Partner ORBIS erhielt einen Grossauftrag der
Ruwel-Werke ueber 5 Mio DM, einen der groessten Einzelauftraege
in der Firmengeschichte, wie es hiess. Das Projekt umfasst die
Einfuehrung der Unternehmenssoftware mySAP.com an 6 Standorten
der Ruwel-Gruppe in Deutschland und Frankreich.
__________________________________________________
13. KOOPERATIONEN & JVs / BKN Intern., OTI, I-D Media
__________________________________________________
BKN International kooperiert mit SONY (16.1.01)
BKN Int. hat den Zeichentrickfilmkatalog sowie die Produktions-
studios in Los Angeles von BKN, Inc., erworben. Darueber hinaus
hat Sony Pictures Family Entertainment Inc., eine 100prozentige
Tochtergesellschaft von Sony Pictures Entertainment, entschie-
den, einen Anteil von 3,8 % an BKNI aus den Beteiligungen von
BKN, Inc., zu erwerben und einer Sperrfrist zum Verkauf von
einem Jahr zugestimmt.
OTI kooperiert mit P-Card System (15.1.01)
OTI und P-Card System geben den Abschluss eines Vertrages ueber
die Einfuehrung eines gemeinsamen elektronischen Zahlungssystems
fuer Europa bekannt. Die Karte wird auf kontaktloser bzw. kon-
taktbehafteter Smart-Card-Technologie basieren und soll die
Kundenbindung verstaerken. Im Rahmen des Vertrages hat P-Card
fuer die naechsten 12 Monate zunaechst 1,6 Mio Smart Cards im
Wert von 8 Mio USD bei OTI geordert.
I-D Media - eCommerce-Plattform fuer RED ZAC (16.1.01)
I-D Media wird fuer RED ZAC (Interfunk eG) eine eCommerce-
Plattform realisieren. Die Vereinbarung zwischen I-D Media
und RED ZAC belaeuft sich auf ein Auftragsvolumen von mehreren
Millionen DM.
__________________________________________________
14. PERSONALIA & MANAGEMENT / MIS AG erweitert Vorstand
__________________________________________________
MIS AG erweitert Vorstand (15.1.01)
MIS hat Dr. Juergen Faisst und Christoph Heymann als neue Mit-
glieder in den Vorstand berufen. Faisst verantwortet ab sofort
als Chief Technology Officer (CTO) das internationale Leistungs-
angebot der MIS AG. Heymann uebernimmt das Finanzressort als
Chief Financial Officer (CFO) von Franklin Syrowatka (39), der
sich kuenftig auf die USA, den strategisch wichtigen Zielmarkt
der MIS AG, konzentrieren wird.
__________________________________________________
15. VOR REDAKTIONSSCHLUSS / UTIMACO mit Quartalszahlen
__________________________________________________
UTIMACO Safeware - vorlaeufige Zahlen 2. Quartal (20.1.01)
Am Samstag teilte Utimaco Safeware ad hoc mit, dass sie im
abgelaufenen zweiten Quartal einen Umsatz von 9,9 Mio Euro
erzielt haben, was einem Wachstum von 22 % gegenueber dem Vor-
jahr entspricht. Es wurde nach erster Einschaetzung des Unter-
nehmens ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) von ca. 1,7 Mio
Euro im zweiten Quartal erzielt. Damit wurden die Verluste ge-
genueber dem Vergleichsquartal 99/00 (-4,1 Mio Euro) reduziert.
Fuer das 2. Geschaeftshalbjahr 00/01 rechnet Utimaco Safeware
weiterhin mit Planerfuellung, so dass fuer das Gesamtgeschaefts-
jahr der angekuendigte Breakeven erreicht werden soll.
__________________________________________________
16. MUSTERDEPOT 2001 / Neuaufnahmen, Entwicklung
__________________________________________________
Wert Stueck Kaufkurs Aktuell Performance StopLoss Haltezeit
--------------------------------------------------
COMDIRECT 250 24,80 20,48 -17 % 18,00 7. Wo
MEDION 70 100,00 106,90 +07 % 80,00 9. Wo
MOBILCOM 160 38,51 39,18 +02 % 30,00 7. Wo
EDEL Music 600 6,20 8,49 +37 % 4,00 7. Wo
BB-BIOTECH 60 121,00 101,70 -16 % 90,00 7. Wo
THIEL 50 126,00 132,52 +05 % 90,00 9. Wo
LIQUIDITAET: 111.841,00 Euro (75 %), Schlusskurse FR, 19.01.01
DEPOTWERT: 36.693,80 Euro (25 %)
============================
GESAMTWERT: 148.534,80 Euro
PERFORMANCE-ANALYSE / BENCHMARK
Wertentwicklung MUSTERDEPOT im Jahr 2001: + 03,1 %
Performance des Benchmark NEMAX all in 01: + 03,1 %
=============
Outperformance Benchmark laufendes Jahr: 00,0 %
Performance Musterdepot seit Start 2.9.99: + 48,5 %
Performance NEMAX all im selben Zeitraum: - 12,1 %
=============
Outperformance Benchmark im selben Zeitraum + 60,6 %
__________________________________________________
17. BANKANALYSEN / Ratings renommierter Institute - Neuer Markt
__________________________________________________
Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit
Sie Ihre Favoriten schnell auffinden koennen.
Analysen vom 17.01.-20.01.2001 beruecksichtigt.
TITEL RATING INSTITUT
Articon-Integralis "Trading Buy" Hornblower Fischer
CDV Software weiter halten M. M. Warburg & CO
Comdirect neutral Hornblower Fischer
Comdirect Underperformer Merck Finck & Co
Cybio kaufen Merck Finck & Co
D.Logistics kaufen BfG Bank
D.Logistics kaufen Hornblower Fischer
DEAG bleibt haltenswert M. M. Warburg & CO
DEAG Kurspotential 40-45 Euro DG Bank
eJay weiter halten Sal. Oppenheim
EM.TV Uebernahme unwahrscheinl. BHF-Bank
EM.TV Underperformer Merck Finck & Co
EM.TV Upgrade ABN Amro
Evotec mit 39 Euro fair bewertet Vereins- & Westb.
GPC Marketperformer Merck Finck & Co
IDS Scheer kaufen Sal. Oppenheim
Internationalmedia Downgrade ABN Amro
Intershop Marketperformer Lehman Brothers
JWP Marketperformer Merck Finck & Co
Kabel New Media kaufen BfG Bank
LetsBuyIt.com Konkursantrag Lehman Brothers
MacroPore kaufen HSBC T&B
Micronas kaufen Zuerch. Kantonalb.
MobilCom bleibt haltenswert M. M. Warburg & CO
MobilCom Marketperformer Merck Finck & Co
Muehlbauer weiterhin Outperformer HypoVereinsbank
Nexus akkumulieren LB Baden-Wuert.
Pironet Kursziel 25 Euro Sal. Oppenheim
SCM Microsystems weiter halten Sal. Oppenheim
Splendid Medien "Strong Buy" Société Générale
Syskoplan Kursziel 32 Euro M. M. Warburg & CO
SZ Testsysteme kaufen Berenberg Bank
SZ Testsysteme starke Kaufempfehlung LB Schleswig-Hol.
Teleplan kaufen BfG Bank
Teleplan Kursziel 35 Euro Merrill Lynch
Keine Analyse kann den Anleger von seiner Verpflichtung,
ausfuehrlich eigenes Research zu betreiben, entbinden. Kein
serioeser Analyst kann und will Ihnen das eigene Denken ab-
nehmen. Auch wir nicht. Der Anleger sollte diese Analysen im
Zuge der Informationsbeschaffung und zur Verbreiterung seiner
Wissensbasis verwenden, sie aber keineswegs als alleinige Ent-
scheidungsgrundlage heranziehen.
Alle Angaben ohne Gewaehr und ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit.
Quellen: Aktiencheck, Institute, eigene, OTS, DPA, AFX, VWD.
__________________________________________________
18. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, wichtige Tradingtermine
__________________________________________________
MONTAG, 22. Januar
10:00 DE - ifo Institut: Geschaeftsklimaindex Dezember
10:00 DE - Dt. Bundesbank zu aktuellen Problemen Geldpolitik
12:00 EU - Verbraucherpreise fuer Dezember
16:00 US - Fruehindikatoren fuer Dezember
20:00 US - Haushaltssaldo fuer Dezember
US - BellSouth: Q4-Zahlen
- Computer Associates: Q3-Zahlen
- Texas Instruments: Q4-Zahlen
- Vitesse Semiconductor: Q1-Zahlen
DIENSTAG, 23. Januar
08:00 DE - Deutsche Telekom: vorlaeufiges Jahresergebnis
10:00 DE - SAP AG: vorlaeufiges Jahresergebnis
10:30 DE - Deutsche Boerse AG: Pressekonferenz Boersengang
15:30 EU - EZB: Wochenausweis Fremdwaehrungsreserven
US - Compaq: Q4-Zahlen
MITTWOCH, 24. Januar
10:00 EU - EZB-Praesident Duisenberg: Rede vor Europarat
15:00 EU - EZB-Direktoriumsmitglied Issing: Rede vor EU-Parlam.
DE - Vorlaeufige Verbraucherpreise
EU - EU-harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) Januar
DE - Software AG, vorlaeufiger Jahresumsatz
DE - T-Online International: vorlaeufiges Jahresergebnis
DE - Dr. Hoenle AG: Erstnotiz Neuer Markt
US - Amgen: Q4-Zahlen
DONNERSTAG, 25. Januar
08:00 DE - Aussenhandelspreise Dezember
12:00 EU - Aussenhandel Nov. vorl. und fuer Oktober revidiert
14:30 US - Arbeitskostenindex zum 4. Quartal
14:30 US - Erstantraege Arbeitslosenhilfe, Woche
16:00 US - Fed-Chairman Greenspan, Rede Haushaltsausschuss Senat
16:00 US - VK gebrauchter Haeuser fuer Dezember
US - Excite@Home: Q4-Zahlen
- JDS Uniphase: Q2-Zahlen
- Qualcomm: Q1-Zahlen
- SBC Communications: Q4-Zahlen
F - STMicroelectronics: Gesamtjahreszahlen
JP - Sony: Q3-Zahlen
FREITAG, 26. Januar
08:00 DE - Erzeugerpreise Dezember
08:00 CH - BB Biotech AG, vorl. Jahresergebnis, Schaffhausen
09:00 CH - World Economic Forum, Rede EZB Issing zu Dollar/Euro
14:30 US - Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgueter Dez.
CH - Weltwirtschaftsforum, Davos
EU - EZB: Rede Vizepraesident in Palermo
SV - Ericsson: Gesamtjahresergebnisse
__________________________________________________
19. DISCLAIMER / Haftungsausschluss und Risikohinweise
__________________________________________________
Indirekte sowie direkte Regressinanspruchnahme und Gewaehrlei-
stung muss trotz akkuratem Research und der Sorgfaltspflicht
verbundener Prognostik kategorisch ausgeschlossen werden. Insbe-
sondere gilt dies fuer Leser, die das Depot nachbilden. So
stellt das Musterdepot in keiner Weise einen Aufruf zur indivi-
duellen oder allgemeinen Nachbildung dar. Die Redaktion bezieht
Informationen aus Quellen, die sie als vertrauenswuerdig erach-
tet. Eine Gewaehr hinsichtlich Qualitaet und Wahrheitsgehalt
dieser Informationen muss dennoch kategorisch ausgeschlossen
werden. Dieser Newsletter darf keinesfalls als persoenliche oder
auch allgemeine Beratung aufgefasst werden, da wir mittels ver-
oeffentlichter Inhalte lediglich unsere subjektive Meinung re-
flektieren. Weiterhin kann nicht ausgeschlossen werden, dass
Redaktionsmitglieder sich im Besitz von Wertpapieren befinden,
ueber die wir im Rahmen unserer Newsletter oder anderweitig Be-
richt erstatten.
Leser, die aufgrund der in diesem Newsletter veroeffentlichten
Inhalte Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durch-
fuehren, handeln vollstaendig auf eigene Gefahr. Die in unseren
Newslettern oder anderweitig damit im Zusammenhang stehenden
Informationen begruenden somit keinerlei Haftungsobligo.
Ausdruecklich weisen wir auf die im Wertpapiergeschaeft immer
vorhandenen erheblichen Risiken hin. Aktieninvestitionen sowie
Optionsscheingeschaefte, der Handel mit derivativen Finanzpro-
dukten als auch Anlagen in Investmentfonds beinhalten das Risiko
enormer Wertverluste. Insbesondere gilt dies auch im Zusammen-
hang mit dem boerslichen und vorboerslichen Handel von Neuemis-
sionen und speziell bei Anlagen in nicht boersennotierte Unter-
nehmen, wie dies bei Venture Capital-Anlagen der Fall ist. Ein
Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann dabei keineswegs
ausgeschlossen werden. Eigenverantwortliche Anlageentscheidungen
im Wertpapiergeschaeft darf der Anleger nur bei eingehender
Kenntnis der Materie in Erwaegung ziehen, in jedem Falle aber
ist die Inanspruchnahme einer persoenlichen Beratung der Haus-
und/oder Depotbank unbedingt zu empfehlen.
2.Jahrgang - Ausgabe 100 (22.01.2001)
DEUTSCHE BIBLIOTHEK - ISSN 1437-8302
Erscheinungsweise: per E-Mail, woechentlich zwischen Freitag
22 Uhr und Samstag 22 Uhr (keine Gewaehr) Abonnenten: 142.989
__________________________________________________
Ein kostenloser Dienst von www.aktienservice.de
__________________________________________________
I N H A L T
MARKTUMFELD & AUSBLICK
1. EDITORIAL / Marktkommentar, Ausblick, Inhalt
2. INDIZES / Wochenentwicklung globaler Indizes
3. MARKTSENTIMENT / Technologie-Rebound, Konjunktur
4. WEITERE AUSSICHTEN / Markt- und Charttechnik
MOMENTANALYSEN & RESEARCH
5. INTERSHOP / fundamentale Skepsis versus Markttechnik
6. DEUTSCHE ENTERTAINMENT / uebergewichten nach TOP-Zahlen
7. KABEL NEW MEDIA / Gross-Investor dokumentiert Vertrauen
8. EM.TV / was ist dran an den Spekulationen, Fundamentals
9. BROADVISION / starker Kursrutsch fundamental unbegruendet
NACHRICHTEN & AKTUELLES
10. MERGERS & ACQUISITIONS / m+s Elektronik, Technotrans
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN / Adori, CDV, eJay, comdirect
12. NACHRICHTEN & RESEARCH / 3U, CTS Eventim, TEAM Comm.
13. KOOPERATIONEN und JVs / BKN Intern., OTI, I-D Media
14. PERSONALIA & MANAGEMENT / MIS AG erweitert Vorstand
15. VOR REDAKTIONSSCHLUSS / UTIMACO mit Quartalszahlen
RUBRIKEN & HINWEISE
16. MUSTERDEPOT 2001 / Neuaufnahmen, Entwicklung
17. BANKANALYSEN / NEMAX - Ratings renommierter Institute
18. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, wichtige Tradingtermine
19. DISCLAIMER/ Haftungsausschluss und Risikohinweise
20. HINWEISE zu den Newslettern von Aktienservice.de
__________________________________________________
1. EDITORIAL / Marktkommentar, Ausblick, Inhalt
__________________________________________________
Liebe Leserinnen und Leser,
Die nachfolgenden Einzelwertanalysen mit positivem Grundton
basieren auf der Annahme, dass sich die Erholung am Neuen Markt
weiter fortsetzen bzw. ein neutrales Marktumfeld vorherrschen
wird. In der aktuellen Woche halten wir eine Konsolidierung mit
zu Wochenbeginn leichten Abgabetendenzen in Anbetracht der
immensen Zugewinne der letzten beiden Wochen fuer wahrschein-
lich.
Und nun wuenschen wir Ihnen viel Spass beim Lesen der aktuellen
Ausgabe des Neuer Markt-Newsletters.
Herzlichst, Ihre Redaktion von Aktienservice.de.
__________________________________________________
2. INDIZES / Wochenentwicklung globaler Indizes
__________________________________________________
Index 19.01. % Vortag 12-Monatshoch % Hoch % 2001
DJIA 10.587 -0,85 % 11.750 - 9,9 % - 1,8 %
NASDAQ 2.770 +0,07 % 5.132 -46,1 % +12,1 %
DAX 30 6.651 +0,24 % 8.136 -18,2 % + 3,4 %
NEMAX ALL 2.828 +0,51 % 8.583 -67,1 % + 3,1 %
EUROSTOXX 4.721 -0,71 % 5.522 -14,5 % - 1,1 %
__________________________________________________
3. MARKTSENTIMENT / Technologie-Rebound, Konjunktur
__________________________________________________
In der abgelaufenen Woche bestaetigte sich unsere Erwartungs-
haltung hinsichtlich einer Erholung des Technologiesektors. Der
Handelsverlauf der letzten Woche an den Maerkten war gepraegt
von einer Fortsetzung des Erholungstrends der Technologietitel,
waehrend die defensiven Werte deutlich an Boden verloren. Dies
haengt weniger mit der wiederkehrenden Erkenntnis zusammen, dass
nur die Technologie den globalen Volkswirtschaften die Moeglich-
keit verschafft, stetige Produktivitaetszugewinne zu etablieren,
sondern mit der inzwischen irrational hohen Bewertung vieler de-
fensiver Titel. So weisen die defensiven Titel derzeit aehnlich
ueberhoehte Bewertungen auf, wie die Technologiewerte im Maerz
2000, als die zurueckliegende Korrektur ihren Anfang nahm. Zur
Erholung der Wachstums- und Technologiesektoren traegt massgeb-
lich bei, dass sich die Rezessionsaengste in den USA abmildern.
Positiv machte sich in der abgelaufenen Woche ebenfalls bemerk-
bar, dass sich die bis letzte Woche sehr duenne Datenlage zur
US-Konjunktur zunehmend mit aussagekraeftigen Daten fuellte.
Gerade anhand der juengsten Konjunkturdaten der letzten Woche
wurde ersichtlich, dass die Stimmung in den USA wesentlich
schlechter ist, als die realwirtschaftliche Situation und die
tatsaechlichen Konjunkturaussichten. Insbesondere der deutlichen
Entspannung auf dem US-Arbeitsmarkt und anderen Konjunkturzah-
len entnehmen wir, dass die aktuelle Lage der US-Konjunktur zwar
ruecklaeufige Wachstumsraten aufweist, von einer Rezession aber
weit entfernt ist. Institutionelle Investoren antizipieren nun-
mehr zunehmend die Erwartung, dass die US-Notenbank anhand der
weiteren Zinssenkungen in der Lage sein wird, die US-Konjunktur
auf einem etwas niedrigeren, dafuer aber inflationsfreien Niveau
zu stabilisieren. Sollte der FED dies gelingen - wovon wir aus-
gehen - sind einige Technologietitel auf dem aktuell noch deut-
lich ermaessigten Niveau ausgesprochen guenstig bewertet. Dies
wiederum bestaerkt uns in der Annahme, dass die Technologietitel
die Gewinner des laufenden Boersenjahres sein werden.
__________________________________________________
4. WEITERE AUSSICHTEN / Markt- und Charttechnik
__________________________________________________
Der NEMAX all share gewann in der letzten Woche ueber 10 %
hinzu. Gewinnmitnahmen in den defensiven Sektoren, abnehmende
Rezessionsaengste sowie das historisch guenstige Bewertungsni-
veau der Wachstumswerte beguenstigen auch weiterhin eine Fort-
setzung der Erholungstendenz am Neuen Markt, dem deutschen
Boersensegment fuer Wachstumswerte. Inzwischen ergeben sich aus
charttechnischer Sicht bereits die ersten prozyklischen Kaufsig-
nale. So testete der NEMAX all share (an der Nasdaq spielte sich
ein aehnliches charttechnisches Szenario ab) am letzten Freitag
die 38-Tageslinie an. Sollte es dem NEMAX all share in naechster
Zeit gelingen, die 38-Tageslinie nachhaltig zu ueberwinden, sind
umgehend weitere Gewinne bis auf ca. 3.500 Punkte zu erwarten.
Die 200-Tageslinie liegt derzeit bei 4.700 Punkten, was das Aus-
mass des Erholungspotentials verdeutlicht. Wir rechnen jedoch
nicht unbedingt mit exorbitanten Zugewinnen in kurzer Zeit. So
wird sich ein derart grosser Abstand von der 38- zur 200-Tages-
linie erfahrungsgemaess aber schnell verringern, was weiteres
Erholungspotential fuer den NEMAX all share impliziert.
In der kommenden Woche rechnen wir jedoch mit einer Konsolidie-
rungstendenz (was sich Freitagnachmittag bereits ankuendigte),
da sich der Markt nach den schnellen Gewinnen der letzten beiden
Wochen zunaechst stabilisieren muss. Dabei muss beruecksichtigt
werden, dass in Anbetracht der frischen Erinnerungen an die nun
voraussichtlich zurueckliegende Baissephase, die getrost als
lang anhaltender Crash bezeichnet werden kann, voruebergehende
Rueckschlaege an der Tagesordnung stehen werden. Weiterhin wird
sich das Tauziehen zwischen Zinssenkungseuphorie und vergleichs-
weise schlechten Unternehmensgewinnen und zunaechst verhaltenen
Konjunkturaussichten fortsetzen. In der letzten Woche gewann der
Optimismus Oberhand, unterstuetzt von weniger enttaeuschend als
erwartet ausgefallenen Unternehmensgewinnen. Dies wird nicht
immer so bleiben; zwischendurch ist zu erwarten, dass der Pessi-
mismus kurzfristig wieder Oberhand gewinnt. Mittel- und lang-
fristig werden die Wachstums- und Technologiewerte im Jahr 2001
unserer Einschaetzung nach jedoch den Gesamtmarkt deutlich out-
performen.
__________________________________________________
5. INTERSHOP / fundamentale Skepsis versus Markttechnik
__________________________________________________
Unter hohen Umsaetzen legte Intershop in der zweiten Wochen-
haelfte deutlich zu. Ausloesender Faktor war ein am Markt nach-
haltig kolportiertes Geruecht, wonach der ERP-Softwarekonzern
SAP an einer Uebernahme von Intershop interessiert sei. Unter-
nehmenssprecher beider Parteien dementierten diese Geruechte
umgehend. Dennoch scheint die Phantasie vieler Marktteilnehmer
ungetruebt zu sein - und tatsaechlich waere fuer SAP eine Ueber-
nahme durchaus sinnvoll und wuerde etliche Synergien freisetzen.
Zudem betraegt die Marktkapitalisierung von Intershop auf dem
aktuell ermaessigten Kursniveau nur noch etwas mehr als der
dreifache Jahresumsatz. Davon abgesehen stehen wir dem Unterneh-
men weiterhin skeptisch gegenueber. Bereits am 19.11. empfahlen
wir den Titel bei 40 Euro umgehend zum Verkauf. 6 Wochen spaeter
veroeffentlichte Intershop eine drakonische Gewinnwarnung und
notiert derzeit bei 14 Euro, wobei sich der Titel von den zuvor
markierten Tiefststaenden bei 7 Euro bereits deutlich erholen
konnte.
Unsere negative Performance-Erwartung begruendete sich damals
auf der irrational hohen Fundamentalbewertung, auf der fragwuer-
digen Breakeven-Prognose sowie auf das defizitaere und von
vielfaeltigen Problemen gekennzeichnete US-Engagement. Fuer uns
aus fundamentaler Sicht schwer verstaendlich sind die juengsten
Zugewinne von Intershop. So gab man zu Beginn der letzten Woche
bekannt, in den USA 80 Stellen zu streichen. Wurde diese Absicht
von den Investoren mit Kursaufschlaegen honoriert, sehen wir
diese Massnahme mit einem hohen Mass an Skepsis, da die USA auch
fuer Intershop zukuenftig der entscheidende Markt sein wird.
Kurzfristig wird man durch das nunmehr minimalistische US-
Engagement zwar etwas geringere Verluste verbuchen, langfristig
ist dies in Anbetracht der entscheidenden und uebergreifenden
Wettbewerbsbedeutung des US-Marktes unzweifelhaft eine strategi-
sche Fehlentscheidung.
Unsere vorerst weiterhin negative Einschaetzung des Titels
begruendet sich NICHT auf die Produkt- und Servicequalitaet des
Unternehmens, welche aufgrund vielfacher Expertisen allgemein
als eine der branchenweit besten gilt, sondern vielmehr auf die
ungeachtet des deutlichen Kursrutsches immer noch irrational
hohe Fundamentalbewertung und auf das defizitaere US-Engagement.
Im Best-Case-Szenario wird Intershop unserer Einschaetzung nach
im Jahr 2002 ein EPS von 0,17 Euro erzielen. Dies entspraeche
einem KGV auf Basis des kommenden Geschaeftsjahres von ueber 80,
wobei von uns bereits die denkbar positivste Geschaeftsent-
wicklung vorausgesetzt wurde. Derzeit sehen wir jedoch keine An-
zeichen, die auf ein baldiges Erreichen des Breakevens hindeu-
ten. Deshalb lautet unser Rating weiterhin auf "untergewichten".
Zumindest gilt dies fuer fundamental ausgerichtete Investoren.
In chart- und markttechnischer Hinsicht beurteilen wir die
Performancechancen des Titels besser. So will die Aktie derzeit
deutlich nach oben. Negative Nachrichten werden vom Markt posi-
tiv aufgefasst und Komplementaer-Phantasien werden gleich als
handfestes Uebernahmegeruecht gehandelt - deutliche Anzeichen,
dass die Aktie zumindest kurzfristig nach oben will. Der Titel
gab in der letzten Phase der Korrektur ueberproportional ab, was
in einem verbesserten Marktumfeld zunaechst weiteres Erholungs-
potential bis auf 20 Euro erkennen laesst. Tradingorientierte
Anleger sollten das Papier daher weiterhin im Auge behalten,
fuer strategisch und fundamental ausgerichtete Investoren hinge-
gen kommt das Papier unserer Meinung nach derzeit nicht in
Betracht.
KENNZAHLEN
INTERSHOP (WKN: 622 700)
Empf. Stop-Loss: 11 Euro
12-Monats-Range: 135,00-7,83 Euro
OPTIONSSCHEINE
Wie dokumentiert beurteilen wir die kurzfristigeren Performance-
Chancen in chart- und markttechnischer Hinsicht zunaechst besser
als die mittelfristigen Kursperspektiven aus fundamentaler
Sicht. Tradingorientierte, versierte und ausgepraegt spekulativ
ausgerichtete Investoren koennen daher den Erwerb eines Call-
Optionsscheins auf Intershop in Betracht ziehen. Ein hinsicht-
lich der Ausstattungsmerkmale attraktiver Call ist bspw. der
Intershop-Call mit der WKN 536 398 von Goldman Sachs mit Fael-
ligkeit zum 23.01.2002 und einem zugrundegelegten Basispreis von
15 Euro.
__________________________________________________
6. DEUTSCHE ENTERTAINMENT / uebergewichten nach TOP-Zahlen
__________________________________________________
In der letzten Woche auf der Gewinnerseite standen die DEAG-
Aktien, nachdem das Unternehmen Mittwoch vorlaeufigen Berechnun-
gen zufolge erfreuliche Zahlen fuer das abgelaufene Geschaefts-
jahr praesentierte. So hat die DEAG im Geschaeftsjahr 2000 ein
dreistelliges Umsatzwachstum auf 505 Mio DM erwirtschaftet. Dies
entspricht einer Steigerung gegenueber dem Vorjahr von ueber
190 %. Damit werden die vom Unternehmen prognostizierten Umsaet-
ze und von Analysten erwarteten Ergebnisse das 10. Quartal in
Folge voll erfuellen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Ab-
schreibungen (EBITDA) liegt bei 33,2 Mio DM. Das EBITDA stieg
damit trotz des einmaligen Restrukturierungsaufwands im Jahr
2000 bei der STELLA Entertainment AG in Hoehe von rund 7,0 Mio
DM um das zweieinhalbfache. Hiermit bestaetigen sich die fuer
2001 prognostizierten Planzahlen von 650 Mio DM bei einem EBITDA
von 45 Mio DM und einem EPS von 0,99 Euro.
Mit einem 01e-KGV von unter 30 ist der Titel auf den ersten
Blick angemessen bewertet. Beruecksichtigt man jedoch die von
uns erwarteten Gewinnsteigerungsraten von rund 90 % jaehrlich
bis 2003, ist der Titel mit einer PEG-Ratio von 0,33 fuer einen
Wachstumswert deutlich unterbewertet. Weiteres Ergebnispotential
sehen wir im kuerzlich um "Stella" verstaerkten Musical-Bereich.
Die hierbei erhaltenen Konditionen ermoeglichen vom Start weg
eine rasch wachsende Rentabilitaet inkl. Synergien fuer diesen
Unternehmensbereich der DEAG. Wir stufen den Titel auf "ueberge-
wichten", wobei eine Investition aufgrund der guenstigen Funda-
mentalbewertung bei hohen Gewinnsteigerungsraten und vielver-
sprechenden Entwicklungsperspektiven vor allem fuer den langfri-
stigen Investor in Betracht kommt. Unseres Erachtens nach ist
das DEAG-Management eines der besten am Neuen Markt.
KENNZAHLEN
DEUTSCHE ENTERTAINMENT AG (DEAG, WKN: 551 390)
Empf. Stop-Loss: 25 Euro
12-Monats-Range: 45,74-19,40 Euro
__________________________________________________
7. KABEL NEW MEDIA / Gross-Investor dokumentiert Vertrauen
__________________________________________________
Kabel New Media bestaetigte am letzten Freitag die Breakeven-
Prognose fuer das dritte Quartal des laufenden Geschaeftsjahres
(1.4.00 bis 31.3.01). Die vorlaeufigen Zahlen lassen erkennen,
dass im Dezember ein positives Cash-EBITA (Earnings before
interest, tax, amortisation of goodwill and stock options) von
rund 0,3 Mio Euro erzielt wurde. Damit konkretisiert sich der
Sprung in die Rentabilitaet des eBusiness-Enablers zusehends,
obwohl der Wettbewerbsdruck in der Branche im Laufe des
Geschaeftsjahres deutlich zugenommen hat. Kabel New Media hat
sich in diesem Geschaeftsjahr unter den europaeischen Top 10 der
eBusiness-Enabler positioniert, eine Marktposition, die noch vor
zwei Jahren von vielen Skeptikern als utopisch betrachtet wurde.
Im nachhinein wird diese starke Marktposition gerade rechtzeitig
etabliert worden sein, da sich die Branche derzeit in einer
nachhaltigen und tiefgreifenden Konsolidierungsphase befindet.
Innerhalb dieses veraenderten Wettbewerbsumfelds geht es dem
Unternehmen nun darum, vom sich abzeichnenden Konzentrations-
prozess zu profitieren.
Kabel New Media gelang es hierbei scheinbar, den international
agierenden Gross-Investor Global Emerging Markets (GEM), New
York, von den eigenen Marktchancen zu ueberzeugen. So wollen GEM
sowie diverse US-Fondsmanager auf Basis einer kuerzlich ge-
schlossenen Vereinbarung Aktien der Kabel New Media im Gegenwert
von bis zu 15 Mio Euro zeichnen. Hierfuer steht genehmigtes
Kapital zur Verfuegung. In Zeiten der branchenweit fortschrei-
tenden Konsolidierung im eBusiness-Enabling dokumentiert das
Engagement der erfahrenen GEM (Platzierungserfolg seit 93 von
ueber 2 Mrd USD) die positiven Entwicklungsperspektiven der
Kabel New Media. Unser Rating fuer Kabel New Media lautet wei-
terhin auf "leicht uebergewichten". Mit einem KGV auf Basis des
kommenden Geschaeftsjahres von 69 ist der Titel zwar hoch bewer-
tet, bei ab 2002 zunaechst zu erwartenden Gewinnsteigerungsraten
in aehnlicher Hoehe sowie aufgrund des starken Wachstums halten
wir diese Bewertung aber fuer argumentierbar. Ungeachtet des
hohen Bewertungsniveaus ist der Titel einer der guenstigsten der
deutschen eBusiness-Enabler.
KENNZAHLEN
KABEL NEW MEDIA (WKN: 622 950)
Empf. Stop-Loss: 12,5 Euro
12-Monats-Range: 80,00-7,00 Euro
__________________________________________________
8. EM.TV / was ist dran an den Spekulationen, Fundamentals
__________________________________________________
Nachdem sich ein Kirch-Media-Sprecher am Montag etwas skeptisch
ueber die Aussichten des Kirch-Einstiegs bei EM.TV aeusserte,
verzeichnete das Papier zunaechst deutliche Verluste. Das Blatt
wendete sich jedoch am Freitag. So konnte am Freitag das ange-
schlagene Medienunternehmen von Presseberichten profitieren,
wonach dem Unternehmen neben der Kirch-Offerte weitere Angebote
vorlaegen. Dies wuerde Kirch in Zugzwang bringen und die Ver-
handlungsposition von EM.TV deutlich staerken. In Anbetracht der
mannigfaltigen Vorstandsverfehlungen, der nach wie vor verworre-
nen Finanzlage und der enormen Finanzrisiken hinsichtlich der
Ecclestone-Option, weitere 25 % der SLEC an EM.TV zu veraeus-
sern, kann von einem strategischen Investment nur abgeraten
werden. Zu gross sind die Risiken, zu unuebersichtlich die
Finanzlage.
Auch geniesst der Vorstandsvorsitzende Haffa eine Art von Nar-
renfreiheit. So bot er den Anlegern bereits mehrfach seinen
Ruecktritt an, wohlwissend, dass dies von den Investoren unge-
achtet aller Verfehlungen keinesfalls gewuenscht wird. Denn
gerade bei EM.TV sind die Umsatzerfolge in hohem Masse persona-
lisiert. Diese Abhaengigkeit eines gesamten Unternehmens zur
Managementebene ist bei Medienunternehmen an der Tagesordnung.
Erfolge von Medienunternehmen sind insbesondere stark von den
persoenlichen Beziehungen der Vorstaende abhaengig, insofern
scheint fraglich, ob ein Ruecktritt Haffas im Sinne der Aktio-
naere waere. Traete also Haffa ab, saehe die Zukunft des Unter-
nehmens noch viel ungewisser aus.
Kommt das Papier auch auf ermaessigtem Kursniveau fuer strategi-
sche Investoren nicht in Betracht, bleibt es fuer tradingorien-
tierte Anleger weiterhin interessant. Denn neben den Geruechten,
die sich der Markt bei derartigen Papieren "aus den Fingern
saugt", kommen noch die interessengesteuerten und bewusst lan-
cierten Geruechte hinzu, meist um manipulativ Kursbewegungen zu
initiieren, an denen die Urheber der Geruechte anschliessend
kraeftig profitieren. Die Finanzzeitung "Financial Times
Deutschland" berichtete in ihrer Freitagausgabe, dass ein
internationales Finanzkonsortium mit Unterstuetzung von Bernie
Ecclestone ein Gegengebot zu der Kirch-Offerte vorlegen will.
Sollte dies tatsaechlich der Wahrheit entsprechen, wuerden sich
die Aussichten des Unternehmens entsprechend verbessern.
Der Neuigkeitsgehalt dieser Spekulation ist jedoch wenig spekta-
kulaer, denn im Medienbereich spricht bekanntlich jeder mit
jedem. Ungeachtet der mit Kirch vereinbarten Ausschliesslichkeit
waehrend der Beteiligungsverhandlungen duerfte es nicht verwun-
dern, wenn sich andere Medienunternehmen in Anbetracht des ge-
ringen EM.TV-Kurses und des durchaus wertvollen Kerngeschaefts
des Unternehmens fuer eine Beteiligung respektive eine EM.TV-
Uebernahme interessierten. Denn weite Teile der Unternehmensak-
tivitaeten von EM.TV, wie bspw. Junior, waeren fuer einige
Medienkonzerne von grossem Komplementaerwert. Darueber hinaus
erscheinen Mutmassungen, nach denen Gross-Investoren mit Unter-
stuetzung des Formel1-Chefs Ecclestone eine Kirch-Beteiligung
abwehren wollen, durchaus berechtigt, denn Ecclestone duerfte
kaum Interesse daran haben, dass einer seiner groessten Kunden
fuer die Formel1-Uebertragungs- und Werberechte gleichzeitig
Anteilseigner der Formel1 bzw. SLEC wird.
Eine ungewollte, aber jetzt aktive Beteiligung Ecclestones an
Rettungsversuchen fuer EM.TV erscheint daher durchaus vorstell-
bar. In diesem Zusammenhang ist naheliegend, dass Ecclestone auf
die Ausuebung seiner Option, weitere 25 % der SLEC an EM.TV fuer
ueber 1 Mrd DM zu veraeussern, zunaechst verzichten wird. Denn
dies wuerde nach unserem derzeitigen Kenntnisstand das finanzi-
elle Aus fuer EM.TV bedeuten. Haffas Problem war hierbei der
im Rahmen der allgemeinen Baissephase am Neuen Markt stark ge-
fallene Aktienkurs sowie hausgemachte Probleme wie Fehlkalkula-
tion, defizitaere Buchhaltung und unserer Meinung nach manipula-
tive Marktkommunikation - alles Faktoren, welche die Durchfueh-
rung erforderlicher Kapitalerhoehungen unmoeglich machten.
Getreu unserer Annahme, dass der Wert der Summe aller Einzeltei-
le eines Unternehmens insbesondere bei EM.TV hoeher liegt als
der jetzige, durch den Aktienkurs definierte Unternehmenswert,
koennte sich ein spekulativer Einstieg auf aktuellem Kursniveau
auszahlen. Als strategische Investition ist das EM.TV-Papier
aufgrund des immensen Risikopotentials (nicht absehbarer Finanz-
lage, drohender Ausuebung der Verkaufsoption von Ecclestone
sowie dem Wohl des Unternehmens nicht dienliches Verhalten der
Vorstaende), jedoch voellig ungeeignet.
KENNZAHLEN
EM.TV (WKN: 568 480)
Empf. Stop-Loss: 6 Euro
12-Monats-Range: 114,90-4,66 Euro
OPTIONSSCHEINE
Risikobereite Investoren, die einen Totalverlust ihres einge-
setzten Kapitals in ihrem Bestreben, ueberproportionale Renditen
zu erzielen, von vorneherein einkalkulieren, koennen den Erwerb
eines langlaufenden Call-Optionsscheines in Erwaegung ziehen,
dessen Basispreis sich nahe oder im Geld befindet. Hierbei kommt
aufgrund des stark gefallenen Kursniveaus lediglich der EM.TV-
Call mit der WKN 651 711 von der Citibank - Basispreis 10 Euro,
Faelligkeit 06.02 - in Frage.
__________________________________________________
9. BROADVISION / starker Kursrutsch fundamental unbegruendet
__________________________________________________
Von Mittwoch bis zum Freitag ermaessigte sich der Kurs der
BroadVision-Aktie um nahezu 20 %. Dies kann zum einen als tech-
nische Reaktion auf die vorangegangenen deutlichen Gewinne der
letzten beiden Wochen betrachtet werden, tatsaechlich ist der
Kursrutsch jedoch auf einen negativen Kommentar eines US-
amerikanischen Investmenthauses zurueckzufuehren, dessen Analyst
sich ueber die weitere Wachstumsgeschwindigkeit des Unternehmens
besorgt zeigte. Dabei entspricht es eher den Tatsachen, dass die
Geschaeftszahlen von BroadVision bisher stets positiv ueberra-
schen konnten. Ferner ist BroadVision im Heimatmarkt USA, an
dessen Erschliessung Intershop fortgesetzt scheitert, mit einer
breit diversifizierten Kundenbasis marktfuehrend und umfassend
praesent. In Anbetracht der uebergreifenden Wettbewerbsbedeutung
des US-Marktes sehen wir BroadVision somit vielversprechend
positioniert. Mit einem KGV auf Basis des laufenden Geschaefts-
jahres von 55 und mit einer PEG-Ratio von knapp 1 ist der Titel
zudem in fundamentaler Sicht der am guenstigsten bewertete der
Peergroup (eCommerce- und Internet-Software, ePlattform-
Software).
Das entsprechende Downgrade kann somit nur eingeschraenkt nach-
vollzogen werden. Vor diesem Hintergrund erscheint es uns in
Anbetracht der Research-Gewohnheiten vieler US-Brokerhaeuser
wahrscheinlicher, dass man sich und der eigenen Kundschaft vor
der grossen Erholungsbewegung noch einmal guenstige Einstiegs-
kurse verschaffen moechte. Bestes Beispiel hierfuer war vor
einigen Wochen die Rueckstufung von SAP durch ein populaeres US-
Investmenthaus. Der Kurs ermaessigte sich nachfolgend stark,
kurz darauf vermeldete SAP erfreuliche Zahlen mit der Folge,
dass die Aktie wieder deutlich anzog. Die Analysten des US-
Investmenthauses hatten aus unserer Sicht somit entweder keine
Ahnung vom tatsaechlichen Geschaeftsverlauf bei SAP oder weckten
bewusst einen falschen Eindruck. Beide Alternativen sind bedenk-
lich. Eine aehnliche Annahme legen wir dem BroadVision-Downgrade
besagter US-Investmentbank zugrunde.
Nun geht es hier nicht darum, die Prognose-Qualitaeten einiger
US-Brokerhaeuser zu beurteilen - bei denen wie vermutet die
haeufig vorherrschenden Interessenskonflikte am Markt hinrei-
chend bekannt sind - sondern die Performance-Aussichten von
BroadVision. Falls hierbei nun ein wenig fundiertes, wahrschein-
lich sogar ungerechtfertigtes oder mit zweifelhafter Intention
ausgesprochenes Downgrade fuer den juengsten Kursrutsch verant-
wortlich war, liegt auch kurzfristig eine baldige Erholung des
Titels nahe. Kurzfristig sehen wir das groesste Risiko in einer
Rueckkehr des Pessimismus am Neuen Markt und an der Nasdaq.
KENNZAHLEN
BROADVISION (WKN: 901 599)
Empf. Stop-Loss: 12 Euro
12-Monats-Range: 95,33-10,24 Euro
OPTIONSSCHEINE
Spekulativ ausgerichtete, risikobereite und erfahrene Anleger
koennen den Erwerb eines entsprechenden Call-Optionsscheins in
Betracht ziehen. Um das bei Optionsscheinen ohnehin schon groes-
sere Risiko zu verringern, kommt dabei lediglich ein langlaufen-
der Call, im oder nahe am Geld notiert, in Frage. Hervorzuheben
ist hierbei der BroadVision-Call mit der WKN 536 383 von Goldman
Sachs - Faelligkeit 23.01.2002, Basispreis 15 Euro.
__________________________________________________
10. MERGERS & ACQUISITIONS
__________________________________________________
m+s Elektronik - akquiriert MPI-MDK-Firmengruppe (16.1.01)
Eine weitere Expansion ist m+s Elektronik mit der Akquisition
der MPI-MDK Firmengruppe gelungen, die rueckwirkend zum 1.1.01
von der PROFI Engineering Systems AG, einer 100prozentigen
Tochter der m+s Elektronik, uebernommen worden ist. Die Gruppe
ist eigenen Angaben zufolge einer der groessten IBM AS/400-
Partner in Deutschland mit dem Fokus auf IT-, Anwendungs- und
Systemberatung sowie Anwendungsentwicklung, Service und Support.
Ueber den Kaufpreis, der auch eine erfolgsabhaengige Komponente
beinhaltet, wurde Stillschweigen vereinbart.
TECHNOTRANS akquiriert STEVE BARBERI Company (15.1.01)
Zum 1.1.01 uebernahm Technotrans eigenen Angaben zufolge 100 %
der Steve Barberi Company und ihrer Tochter, der Farwest Graphic
Technologies. In den bereits veroeffentlichten Planzahlen fuer
das Geschaeftsjahr 2001 der Technotrans-Gruppe (Umsatz 135 Mio
Euro, Jahresueberschuss 8-8,5 Mio Euro) ist die Akquisition mit
einem Basisumsatz von 6 Mio USD enthalten. Der Kaufpreis wird
zur Haelfte mit Aktien aus einer Kapitalerhoehung bezahlt.
ComROAD AG (17.1.01)
Die ComROAD AG, fuehrender Anbieter von Telematik-Netzwerken,
gab kuerzlich eine strategische Beteiligung an der InfoMove.com
Inc. in Seattle, USA, bekannt. InfoMove ist in den USA ein fueh-
render Anbieter von Internet-basierten Applikationen und Dien-
sten fuer die Telematik-Industrie. Partnerschaften bestehen mit
Microsoft, Infospace, DaimlerChrysler-Research, PACCAR und NTT,
Japan. Somit verstaerkt man das erst kuerzlich ausgeweitete US-
Engagement. Der US-Markt gilt im Telematik-Bereich allgemein als
besonders wachstumsstark.
__________________________________________________
11. ERGEBNISSE & PROGNOSEN
__________________________________________________
ADORI - 1. Halbjahr 00/01 (15.1.01)
ADORI hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschaeftsjahres
(30.6.) den Umsatz um 137 % auf 5,7 Mio DM gesteigert. Das EBIT
betrug -6,6 Mio DM gegenueber -3,7 Mio DM im vergleichbaren
Vorjahreszeitraum. ADORI verfuegt noch ueber 65 Mio DM liquide
Mittel. In Gesamt-00/01 rechnet ADORI mit einem Umsatz von
10 Mio DM und einem EBIT von -9 Mio DM.
CDV Software erhoeht Planzahlen (16.1.01)
CDV, spezialisiert auf interaktive Medien und insbesondere auf
Computerspiele, erwartet nach vorlaeufigen Berechnungen fuer
2000 ein ausgeglichenes Ergebnis. Die mit 28,7 Mio DM prognosti-
zierten Bruttoverkaufserloese belaufen sich auf ueber 30 Mio DM
gegenueber dem Vorjahr mit 17,9 Mio DM. Daraus ergibt sich ein,
eigenen Ausfuehrungen zufolge auch im internationalen Branchen-
vergleich, Kurs-Umsatz-Verhaeltnis von nur noch rund 2,5.
EJAY - vorlaeufige Zahlen 2000 (16.1.01)
eJay wies in 2000 ein Umsatzwachstum von 396 % aus. Nach vor-
laeufigen Berechnungen stieg der Umsatz von 2,7 Mio Euro (99)
auf 10,7 Mio Euro. Statt urspruenglich geplanten -3,3 Mio Euro
soll das EBIT nur noch bei -1,8 Mio Euro liegen und damit 45 %
besser als erwartet ausfallen. Von Oktober bis Dezember 2000
wurden Umsaetze von 5,4 Mio Euro generiert (Januar bis September
00: 5,3 Mio Euro). Das EBIT fuer Q4 liegt im positiven Bereich
und betraegt 0,7 Mio Euro (-2,5 Mio Euro in den ersten 9 Mona-
ten).
COMDIRECT - Kennzahlen 2000 (16.1.01)
Zum Jahresende betreute comdirect konzernweit 577.465 Kunden
(99: 277.146). Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als
300.000 Kunden gegenueber 99. In Deutschland betreute comdirect
575.221 Kunden. Die Zahl der deutschen Direct-Brokerage-Kunden
lag bei 536.951 (99: 226.159). Die Anzahl der konzernweit ausge-
fuehrten Wertpapierorder stieg von 3,9 Mio auf 10,3 Mio zum
Ende des Jahres 00. Das betreute Kundenvermoegen stieg von 8,9
Mrd Euro per 31.12.99 auf 10,2 Mrd Euro per 31.12.00 (Deutsch-
land: 10,1 Mrd Euro).
JUMPTEC - Ergebnis 2000 (15.1.01)
JUMPtec gibt ein voraussichtliches Umsatzergebnis fuer das abge-
laufene Geschaeftsjahr 2000 von ueber 118 Mio DM bekannt. Damit
wurden sowohl die urspruenglichen Prognosen von 101 Mio DM als
auch die unterjaehrigen Erhoehungen der Prognosen erneut ueber-
troffen. Mit diesem Ergebnis steigerte JUMPtec gegenueber 99 den
Umsatz fuer 2000 um ueber 218 %. Fuer 2001 geht das Unternehmen
von einem Umsatzwachstum von 50 % im Konzern vor neuen Akquisi-
tionen aus.
IN-MOTION hebt EBIT-Planung leicht an (19.1.01)
Dank des erfolgreichen Vorabverkaufs von "People I Know" hebt
die IN-motion AG die EBIT-Prognose fuer das laufende Geschaefts-
jahr 00/01 (30. September) um 2,1 Mio DM auf 59,2 Mio DM an.
Ferner gab man bekannt, dass die Unternehmenssparte Film/TV der
Mediengruppe IN-motion AG sich neben internationalen Indepen-
dent-/Fernsehserien-Produktionen kuenftig auch im Bereich Block-
buster engagieren will. Diesbezueglich soll noch im laufenden
Jahr ein erstes Filmprojekt realisiert werden. Darueber hinaus
stehen der IN-motion AG ueber Medienfonds sowie Kreditzusagen
Finanzmittel in Hoehe von ueber 600 Mio DM zur Verfuegung.
KABEL New Media bestaetigt Planzahlen (19.1.01)
Kabel New Media bestaetigt die Breakeven-Prognose fuer das
dritte Quartal des laufenden Geschaeftsjahres (1.4.00 bis
31.3.01). Die vorlaeufigen Zahlen zeigen schon heute, dass
im Dezember ein positives Cash-EBITA (Earnings before interest,
tax, amortisation of goodwill and stock options) von rund 0,3
Mio Euro erzielt wurde.
SZ Testsysteme - 1. Quartal 00/01 (15.1.01)
Der Quartalsumsatz der SZ Testsysteme betrug rund 30 Mio DM.
Dies entspricht einer Steigerung von etwa 27 % gegenueber dem 4.
Quartal des abgelaufenen Geschaeftsjahres sowie einer Steigerung
von ueber 138 % gegenueber dem Vergleichsquartal des letzten
Geschaeftsjahres - im 1. Quartal 99/00 hatte der Umsatz 12,6 Mio
DM betragen. Diese Zahlen liegen ueber den Erwartungen.
VIVA MEDIA - Planzahlen bestaetigt (16.1.01)
Der Musik-Sender will in die USA expandieren. Einem Bericht in
der Sueddeutschen Zeitung zufolge fuehrt Vorstandsvorsitzender
Dieter Gorny dort derzeit Verhandlungen ueber eine umfassende
Zusammenarbeit mit einem grossen US-TV-Unternehmen. Gleichzeitig
versicherte Gorny, dass die Planzahlen 2000 eingehalten werden.
__________________________________________________
12. NACHRICHTEN & RESEARCH
__________________________________________________
3U - erster Call-by-Call-Anbieter in den Niederlanden (16.1.01)
Am 17.1.01 soll 3U TELECOM BV, eine 100prozentige Tochter der 3U
Telekommunikation AG, in den Niederlanden landesweit ans Netz
gehen, die Preisfuehrerschaft im Call-by-Call-Geschaeft ueber-
nehmen und auf die uebliche Startgebuehr von 10 Cent pro Ge-
spraech verzichten. Darueber hinaus bietet 3U auch in den Nie-
derlanden als erste Telefongesellschaft Call-by-Call-Gespraeche
ohne Voranmeldung an.
CTS EVENTIM AG baut neues Online-Netzwerk auf (15.1.01)
Wie der Vorstandsvorsitzende mitteilt, plant der Konzern ein
bundesweites Netzwerk regionaler Online-Gesellschaften in Zusam-
menarbeit mit Verlagen. Unter dem Dach einer neuen Holding
sollen in den naechsten Monaten eine Reihe von Regionalgesell-
schaften entstehen. Erster Kooperationspartner der CTS EVENTIM
AG ist der Verlag Rheinische Post.
TEAM Communications Group (15.1.01)
TEAM Communications Group hat von der Canadian Imperial Bank of
Commerce (CTBC) eine Zusage ueber 45 Mio USD zur Finanzierung
eines TV-Programmfonds erhalten. Dafuer gruendet TEAM die Ge-
sellschaft "TEAM TV Fund", die als 100prozentige Tochtergesell-
schaft der TEAM Communications Group gefuehrt werden soll. TEAM,
die in diesen Fonds 5 Mio USD einzahlt, erhaelt dadurch Finan-
zierungsmittel fuer Produktionen mit einem Volumen von bis zu
125 Mio USD.
D.LOGISTICS - Grossauftrag (17.101)
Der Logistik-Dienstleister erhielt von der KHS Maschinen und
Anlagen AG, einem der fuehrenden Anbieter im Maschinen- und
Anlagenbau fuer die Getraenkeindustrie, einen bedeutenden Out-
sourcing- und Software-Auftrag ueber 52 Mio DM bei zunaechst
vierjaehriger Laufzeit. Der Unterauftrag zur Erstellung der
kompletten Versand- und Verpackungssteuerung ging an die
D.Logistics-Tochter Quantum.Logistics GmbH in Dortmund.
FJA AG - Grossauftrag (18.1.01)
Das fuer Versicherer und Finanzdienstleister taetige Beratungs-
und Softwarehaus FJA AG hat von der Zusatzversorgungskasse des
Baugewerbes VVaG einen Auftrag zur Lieferung von Software im
Wert von 4 Mio DM erhalten. Die ZVK will auf Basis der Stan-
dardsoftware von FJA die tariflichen Zusatzrenten fuer die
Mitarbeiter im deutschen Bauwesen verwalten. Der Auftrag soll
im ersten Halbjahr 2001 vollstaendig abgewickelt sein. Weitere
Stufen sind geplant.
KONTRON-Tochter erhaelt Grossauftrag (18.1.01)
Fieldworks Inc., Minnesota, Tochtergesellschaft der Kontron und
seit 1995 an der Nasdaq notierter Hersteller mobiler embedded
Computer, hat von der US-Armee einen Grossauftrag erhalten. Die
Vereinbarung beinhaltet die Erstlieferung von mobilen Daten-
servern im Wert von knapp 10 Mio DM. Der Auftrag soll komplett
im 1. und 2. Quartal 2001 als Umsatz realisiert werden. Field-
works erzielte in den ersten 3 Quartalen 2000 einen Umsatz von
26 Mio DM und ist seit Dezember 2000 eine 62prozentige Tochter
der Kontron Embedded Computers AG, einem der weltweit fuehrenden
Anbieter miniaturisierter Computer.
ORBIS AG - Grossauftrag (18.1.01)
Der SAP Consulting Partner ORBIS erhielt einen Grossauftrag der
Ruwel-Werke ueber 5 Mio DM, einen der groessten Einzelauftraege
in der Firmengeschichte, wie es hiess. Das Projekt umfasst die
Einfuehrung der Unternehmenssoftware mySAP.com an 6 Standorten
der Ruwel-Gruppe in Deutschland und Frankreich.
__________________________________________________
13. KOOPERATIONEN & JVs / BKN Intern., OTI, I-D Media
__________________________________________________
BKN International kooperiert mit SONY (16.1.01)
BKN Int. hat den Zeichentrickfilmkatalog sowie die Produktions-
studios in Los Angeles von BKN, Inc., erworben. Darueber hinaus
hat Sony Pictures Family Entertainment Inc., eine 100prozentige
Tochtergesellschaft von Sony Pictures Entertainment, entschie-
den, einen Anteil von 3,8 % an BKNI aus den Beteiligungen von
BKN, Inc., zu erwerben und einer Sperrfrist zum Verkauf von
einem Jahr zugestimmt.
OTI kooperiert mit P-Card System (15.1.01)
OTI und P-Card System geben den Abschluss eines Vertrages ueber
die Einfuehrung eines gemeinsamen elektronischen Zahlungssystems
fuer Europa bekannt. Die Karte wird auf kontaktloser bzw. kon-
taktbehafteter Smart-Card-Technologie basieren und soll die
Kundenbindung verstaerken. Im Rahmen des Vertrages hat P-Card
fuer die naechsten 12 Monate zunaechst 1,6 Mio Smart Cards im
Wert von 8 Mio USD bei OTI geordert.
I-D Media - eCommerce-Plattform fuer RED ZAC (16.1.01)
I-D Media wird fuer RED ZAC (Interfunk eG) eine eCommerce-
Plattform realisieren. Die Vereinbarung zwischen I-D Media
und RED ZAC belaeuft sich auf ein Auftragsvolumen von mehreren
Millionen DM.
__________________________________________________
14. PERSONALIA & MANAGEMENT / MIS AG erweitert Vorstand
__________________________________________________
MIS AG erweitert Vorstand (15.1.01)
MIS hat Dr. Juergen Faisst und Christoph Heymann als neue Mit-
glieder in den Vorstand berufen. Faisst verantwortet ab sofort
als Chief Technology Officer (CTO) das internationale Leistungs-
angebot der MIS AG. Heymann uebernimmt das Finanzressort als
Chief Financial Officer (CFO) von Franklin Syrowatka (39), der
sich kuenftig auf die USA, den strategisch wichtigen Zielmarkt
der MIS AG, konzentrieren wird.
__________________________________________________
15. VOR REDAKTIONSSCHLUSS / UTIMACO mit Quartalszahlen
__________________________________________________
UTIMACO Safeware - vorlaeufige Zahlen 2. Quartal (20.1.01)
Am Samstag teilte Utimaco Safeware ad hoc mit, dass sie im
abgelaufenen zweiten Quartal einen Umsatz von 9,9 Mio Euro
erzielt haben, was einem Wachstum von 22 % gegenueber dem Vor-
jahr entspricht. Es wurde nach erster Einschaetzung des Unter-
nehmens ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) von ca. 1,7 Mio
Euro im zweiten Quartal erzielt. Damit wurden die Verluste ge-
genueber dem Vergleichsquartal 99/00 (-4,1 Mio Euro) reduziert.
Fuer das 2. Geschaeftshalbjahr 00/01 rechnet Utimaco Safeware
weiterhin mit Planerfuellung, so dass fuer das Gesamtgeschaefts-
jahr der angekuendigte Breakeven erreicht werden soll.
__________________________________________________
16. MUSTERDEPOT 2001 / Neuaufnahmen, Entwicklung
__________________________________________________
Wert Stueck Kaufkurs Aktuell Performance StopLoss Haltezeit
--------------------------------------------------
COMDIRECT 250 24,80 20,48 -17 % 18,00 7. Wo
MEDION 70 100,00 106,90 +07 % 80,00 9. Wo
MOBILCOM 160 38,51 39,18 +02 % 30,00 7. Wo
EDEL Music 600 6,20 8,49 +37 % 4,00 7. Wo
BB-BIOTECH 60 121,00 101,70 -16 % 90,00 7. Wo
THIEL 50 126,00 132,52 +05 % 90,00 9. Wo
LIQUIDITAET: 111.841,00 Euro (75 %), Schlusskurse FR, 19.01.01
DEPOTWERT: 36.693,80 Euro (25 %)
============================
GESAMTWERT: 148.534,80 Euro
PERFORMANCE-ANALYSE / BENCHMARK
Wertentwicklung MUSTERDEPOT im Jahr 2001: + 03,1 %
Performance des Benchmark NEMAX all in 01: + 03,1 %
=============
Outperformance Benchmark laufendes Jahr: 00,0 %
Performance Musterdepot seit Start 2.9.99: + 48,5 %
Performance NEMAX all im selben Zeitraum: - 12,1 %
=============
Outperformance Benchmark im selben Zeitraum + 60,6 %
__________________________________________________
17. BANKANALYSEN / Ratings renommierter Institute - Neuer Markt
__________________________________________________
Die Liste ist alphabetisch sortiert, damit
Sie Ihre Favoriten schnell auffinden koennen.
Analysen vom 17.01.-20.01.2001 beruecksichtigt.
TITEL RATING INSTITUT
Articon-Integralis "Trading Buy" Hornblower Fischer
CDV Software weiter halten M. M. Warburg & CO
Comdirect neutral Hornblower Fischer
Comdirect Underperformer Merck Finck & Co
Cybio kaufen Merck Finck & Co
D.Logistics kaufen BfG Bank
D.Logistics kaufen Hornblower Fischer
DEAG bleibt haltenswert M. M. Warburg & CO
DEAG Kurspotential 40-45 Euro DG Bank
eJay weiter halten Sal. Oppenheim
EM.TV Uebernahme unwahrscheinl. BHF-Bank
EM.TV Underperformer Merck Finck & Co
EM.TV Upgrade ABN Amro
Evotec mit 39 Euro fair bewertet Vereins- & Westb.
GPC Marketperformer Merck Finck & Co
IDS Scheer kaufen Sal. Oppenheim
Internationalmedia Downgrade ABN Amro
Intershop Marketperformer Lehman Brothers
JWP Marketperformer Merck Finck & Co
Kabel New Media kaufen BfG Bank
LetsBuyIt.com Konkursantrag Lehman Brothers
MacroPore kaufen HSBC T&B
Micronas kaufen Zuerch. Kantonalb.
MobilCom bleibt haltenswert M. M. Warburg & CO
MobilCom Marketperformer Merck Finck & Co
Muehlbauer weiterhin Outperformer HypoVereinsbank
Nexus akkumulieren LB Baden-Wuert.
Pironet Kursziel 25 Euro Sal. Oppenheim
SCM Microsystems weiter halten Sal. Oppenheim
Splendid Medien "Strong Buy" Société Générale
Syskoplan Kursziel 32 Euro M. M. Warburg & CO
SZ Testsysteme kaufen Berenberg Bank
SZ Testsysteme starke Kaufempfehlung LB Schleswig-Hol.
Teleplan kaufen BfG Bank
Teleplan Kursziel 35 Euro Merrill Lynch
Keine Analyse kann den Anleger von seiner Verpflichtung,
ausfuehrlich eigenes Research zu betreiben, entbinden. Kein
serioeser Analyst kann und will Ihnen das eigene Denken ab-
nehmen. Auch wir nicht. Der Anleger sollte diese Analysen im
Zuge der Informationsbeschaffung und zur Verbreiterung seiner
Wissensbasis verwenden, sie aber keineswegs als alleinige Ent-
scheidungsgrundlage heranziehen.
Alle Angaben ohne Gewaehr und ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit.
Quellen: Aktiencheck, Institute, eigene, OTS, DPA, AFX, VWD.
__________________________________________________
18. TERMINE / Unternehmen, Wirtschaft, wichtige Tradingtermine
__________________________________________________
MONTAG, 22. Januar
10:00 DE - ifo Institut: Geschaeftsklimaindex Dezember
10:00 DE - Dt. Bundesbank zu aktuellen Problemen Geldpolitik
12:00 EU - Verbraucherpreise fuer Dezember
16:00 US - Fruehindikatoren fuer Dezember
20:00 US - Haushaltssaldo fuer Dezember
US - BellSouth: Q4-Zahlen
- Computer Associates: Q3-Zahlen
- Texas Instruments: Q4-Zahlen
- Vitesse Semiconductor: Q1-Zahlen
DIENSTAG, 23. Januar
08:00 DE - Deutsche Telekom: vorlaeufiges Jahresergebnis
10:00 DE - SAP AG: vorlaeufiges Jahresergebnis
10:30 DE - Deutsche Boerse AG: Pressekonferenz Boersengang
15:30 EU - EZB: Wochenausweis Fremdwaehrungsreserven
US - Compaq: Q4-Zahlen
MITTWOCH, 24. Januar
10:00 EU - EZB-Praesident Duisenberg: Rede vor Europarat
15:00 EU - EZB-Direktoriumsmitglied Issing: Rede vor EU-Parlam.
DE - Vorlaeufige Verbraucherpreise
EU - EU-harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) Januar
DE - Software AG, vorlaeufiger Jahresumsatz
DE - T-Online International: vorlaeufiges Jahresergebnis
DE - Dr. Hoenle AG: Erstnotiz Neuer Markt
US - Amgen: Q4-Zahlen
DONNERSTAG, 25. Januar
08:00 DE - Aussenhandelspreise Dezember
12:00 EU - Aussenhandel Nov. vorl. und fuer Oktober revidiert
14:30 US - Arbeitskostenindex zum 4. Quartal
14:30 US - Erstantraege Arbeitslosenhilfe, Woche
16:00 US - Fed-Chairman Greenspan, Rede Haushaltsausschuss Senat
16:00 US - VK gebrauchter Haeuser fuer Dezember
US - Excite@Home: Q4-Zahlen
- JDS Uniphase: Q2-Zahlen
- Qualcomm: Q1-Zahlen
- SBC Communications: Q4-Zahlen
F - STMicroelectronics: Gesamtjahreszahlen
JP - Sony: Q3-Zahlen
FREITAG, 26. Januar
08:00 DE - Erzeugerpreise Dezember
08:00 CH - BB Biotech AG, vorl. Jahresergebnis, Schaffhausen
09:00 CH - World Economic Forum, Rede EZB Issing zu Dollar/Euro
14:30 US - Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgueter Dez.
CH - Weltwirtschaftsforum, Davos
EU - EZB: Rede Vizepraesident in Palermo
SV - Ericsson: Gesamtjahresergebnisse
__________________________________________________
19. DISCLAIMER / Haftungsausschluss und Risikohinweise
__________________________________________________
Indirekte sowie direkte Regressinanspruchnahme und Gewaehrlei-
stung muss trotz akkuratem Research und der Sorgfaltspflicht
verbundener Prognostik kategorisch ausgeschlossen werden. Insbe-
sondere gilt dies fuer Leser, die das Depot nachbilden. So
stellt das Musterdepot in keiner Weise einen Aufruf zur indivi-
duellen oder allgemeinen Nachbildung dar. Die Redaktion bezieht
Informationen aus Quellen, die sie als vertrauenswuerdig erach-
tet. Eine Gewaehr hinsichtlich Qualitaet und Wahrheitsgehalt
dieser Informationen muss dennoch kategorisch ausgeschlossen
werden. Dieser Newsletter darf keinesfalls als persoenliche oder
auch allgemeine Beratung aufgefasst werden, da wir mittels ver-
oeffentlichter Inhalte lediglich unsere subjektive Meinung re-
flektieren. Weiterhin kann nicht ausgeschlossen werden, dass
Redaktionsmitglieder sich im Besitz von Wertpapieren befinden,
ueber die wir im Rahmen unserer Newsletter oder anderweitig Be-
richt erstatten.
Leser, die aufgrund der in diesem Newsletter veroeffentlichten
Inhalte Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durch-
fuehren, handeln vollstaendig auf eigene Gefahr. Die in unseren
Newslettern oder anderweitig damit im Zusammenhang stehenden
Informationen begruenden somit keinerlei Haftungsobligo.
Ausdruecklich weisen wir auf die im Wertpapiergeschaeft immer
vorhandenen erheblichen Risiken hin. Aktieninvestitionen sowie
Optionsscheingeschaefte, der Handel mit derivativen Finanzpro-
dukten als auch Anlagen in Investmentfonds beinhalten das Risiko
enormer Wertverluste. Insbesondere gilt dies auch im Zusammen-
hang mit dem boerslichen und vorboerslichen Handel von Neuemis-
sionen und speziell bei Anlagen in nicht boersennotierte Unter-
nehmen, wie dies bei Venture Capital-Anlagen der Fall ist. Ein
Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann dabei keineswegs
ausgeschlossen werden. Eigenverantwortliche Anlageentscheidungen
im Wertpapiergeschaeft darf der Anleger nur bei eingehender
Kenntnis der Materie in Erwaegung ziehen, in jedem Falle aber
ist die Inanspruchnahme einer persoenlichen Beratung der Haus-
und/oder Depotbank unbedingt zu empfehlen.