Kernaussagen von Stefan Murry (CFO & Chief Strategy Officer) bei Rosenblatt’s 6th Annual Technology Summit: The Age of AI (Part II) am 18. August 2026Es handelte sich um ein ca. 45-minütiges Fireside Chat mit Analyst Michael Genovese (Rosenblatt). AOI positioniert sich stark über Inhouse-Laserfertigung und automatisierte Transceiver-Produktion.
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Technologie- und WettbewerbspositionAOI ist im Kern ein Indium-Phosphid-Laser-Hersteller. Die Laserkompetenz geht weiter zurück als die Transceiver-Fertigung. Kunden schätzen die eigene Laser-Fab stark, weil sie eine differenzierte, zusätzliche Versorgungsquelle bietet und die Branchenknappheit bei Lasern mindert.
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Die hochautomatisierte Transceiver-Produktion erlaubt eine wirtschaftlichere Verlagerung in die USA – ein immer wichtigerer Punkt angesichts geopolitischer Unsicherheiten (China-Risiken, mögliche Importbeschränkungen). Kunden sind bereit, für US-Produktion einen Aufpreis zu zahlen.
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Bei CW-Lasern (auch höhere Leistungen 300–400 mW für CPO) sieht Murry AOI technisch gleichwertig oder besser als Lumentum, Coherent und Broadcom (besonders enge Linienbreite/Leistung). Der entscheidende Nachteil ist derzeit die deutlich kleinere Produktionskapazität. Es werden bereits kleine Evaluierungs-Mengen der High-Power-Laser ausgeliefert; die Technologie ist da, die Kapazität fehlt.
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Kapazität und Nachfrage (Data Center / AI)Aktuelle Transceiver-Kapazität: > 200.000 Einheiten/Monat. Ziel bis Jahresende 2026: 650.000 Einheiten/Monat (hauptsächlich Taiwan-Ausbau für 800G; US-Kapazität startet spät 2026 und rasant 2027/2028).
Eine automatisierte Linie leistet ca. 100.000 Einheiten/Monat; Betrieb 24/7.
800G-Umsatz soll im Q3 2026 etwa 5x steigen (mittlere 60-Mio.-USD-Range), getrieben von zwei großen Hyperscalern.
1.6T: Erste große Order ca. 200 Mio. USD; Q4 2026 erwartet 70–80 Mio. USD Umsatz, Rest in H1 2027. Weitere Kunden in Qualification.
Langfristiges Ziel: Data-Center-Transceiver-Umsatz von ca. 471 Mio. USD pro Monat in der zweiten Hälfte 2027 (annualisiert ~5,65 Mrd. USD). Nachfrage übersteigt Kapazität massiv – AOI ist praktisch ausverkauft bis H2 2025 und kann vorerst keine weiteren großen Kunden annehmen. Marktanteil-Potenzial mit Ausbau bis ca. 20 %.
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Margen und KostenKurzfristiger Druck: Expedite-Kosten (1.6T), gestiegene Komponenten-/Substrate-Preise und unerwarteter Rückgang des margenstarken 100G-Geschäfts (Kunden priorisieren 800G/1.6T).
Bruttomarge-Ziel: low-to-mid 30 % (ca. 32–33 %) bis Ende 2026 (früher 35 % erwartet); langfristig 40 % bis Ende 2027. CPO-Laserchips >60 %, ELSFP/CPO-Module deutlich über 40 %.
Capex bleibt hoch (H2 mindestens so hoch wie H1); ROI der Investitionen ca. 9–10 Monate. Finanzierung bisher stark über Equity; künftig mehr Cashflow, mögliche Kundenbeiträge, Government Support oder weniger dilutives Debt.
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Produkt-Roadmap (CPO/NPO, LRO/LPO)Gespräche mit fünf Unternehmen zu CPO (teilweise auch NPO). Erwartung: mehrere CPO-Kunden bis 2028 (Kapazitätsgrenzen verhindern, alle zu bedienen).
LRO bereits produktisiert; LPO-Designs vorhanden, aber noch nicht voll produktisiert. Kunden fragen aktuell vor allem Full-DSP nach. Produktion ist flexibel umschaltbar.
Laser-Fertigung bleibt zu 100 % in den USA (Sugar Land); Wafer derzeit 4 Zoll (Umstellung auf 6 Zoll nur bei besseren Economics). Substrate bis 2027 gesichert.
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Weitere PunkteCATV/Broadband-Geschäft soll noch 1–2 Jahre wachsen und dann zyklisch abflachen.
Kein Fokus auf M&A – organisches Wachstum passt besser zu den proprietären Prozessen.
Murry bezeichnet den AI-getriebenen Optik-Boom als „probably the most impactful game changer“ in seinen 30 Jahren in der Branche. Ohne Kapazitätsinvestitionen riskiert AOI, irrelevant zu werden.
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