Quanten-Schock für Bitcoin: Bis zu 7 Millionen Coins könnten gefährdet sein
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Quantencomputer sind noch keine akute Gefahr. Doch laut DZ Bank könnten langfristig Millionen Bitcoin exponiert sein. Besonders brisant: Verlorene Coins lassen sich kaum schützen.
Für dich zusammengefasst:
Quantencomputer könnten die Sicherheit von Bitcoin gefährden.
Zwischen vier und sieben Millionen Bitcoin könnten betroffen sein.
Aktuell gibt es keinen Quantencomputer für solche Angriffe.
Quantencomputer gelten noch als Zukunftstechnologie. Langfristig könnten sie jedoch die Sicherheitsarchitektur des Internets und damit auch Bitcoin verändern. Darauf weist Jonathan Osswald, Analyst bei der DZ Bank, hin. Betroffen wären neben Kryptowährungen auch Online-Banking, Cloud-Dienste und digitale Identitäten.
Nicht die Blockchain ist das Problem
Bei Bitcoin richtet sich die Gefahr nicht gegen die Blockchain selbst. Ein leistungsfähiger Quantencomputer könnte weder vergangene Transaktionen rückgängig machen noch Bitcoin einfach abschalten.
Das Risiko betrifft vielmehr die kryptografischen Schlüssel. Sollte ein Quantencomputer künftig aus einem öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel berechnen können, könnten Angreifer fremde Bitcoin übernehmen.
Nach aktuellen Schätzungen könnten langfristig zwischen vier und sieben Millionen Bitcoin gefährdet sein, falls keine rechtzeitige Umstellung auf quantensichere Verfahren gelingt. Das entspräche rund 20 bis 35 Prozent des heutigen Angebots.
Aktuell keine unmittelbare Gefahr
Osswald betont zugleich, dass derzeit kein bekannter Quantencomputer einen solchen Angriff praktisch durchführen könnte. Entscheidend sei deshalb, ob Bitcoin und andere digitale Systeme rechtzeitig auf neue Sicherheitsstandards umgestellt werden.
Entsprechende Lösungen werden bereits entwickelt. Auch innerhalb der Bitcoin-Community gibt es Vorschläge für quantenresistente Adressen und neue Signaturverfahren. Sie befinden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.
Verlorene Bitcoin könnten zum Problem werden
Schwieriger ist die Umstellung bei Beständen, deren Zugangsschlüssel verloren gegangen sind. Schätzungen zufolge könnten 1,7 bis 2,3 Millionen Bitcoin dauerhaft verloren sein. Diese Coins könnten nicht auf neue Sicherheitsverfahren übertragen werden und blieben langfristig besonders exponiert.
Damit könnte eine grundlegende Debatte entstehen: Sollen solche Bestände eingefroren werden, bevor Quantencomputer sie angreifen können? Oder würde das den dezentralen Grundprinzipien von Bitcoin widersprechen?
Für Osswald reicht die Frage deshalb weit über Kryptowährungen hinaus. Auch Banken, Unternehmen und Staaten müssen ihre digitale Infrastruktur auf eine mögliche Post-Quantum-Welt vorbereiten.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.