VW-Chef Blume fordert Zusammenhalt: 50.000 Stellen und vier Werke auf der Kippe

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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VW-Chef Blume ruft die Belegschaft zur Geschlossenheit auf: 50.000 Stellen, vier Werke auf der Kippe. Die IG Metall nennt die Renditeziele "Wolkenkuckucksheim" und fordert konkrete Pläne vom Vorstand.
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VW-Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft in einem Interview mit der "Bild am Sonntag" eindringlich zur Geschlossenheit aufgerufen. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte Blume und bezeichnete das aktuelle Programm als den umfangreichsten Umbauplan in der Unternehmensgeschichte. Kommende Woche stehen außerordentliche Betriebsversammlungen an. Blume will in Wolfsburg, Emden und Zwickau persönlich erscheinen.

Die Lage beim Wolfsburger Autokonzern ist ernst: Bis zu 50.000 Stellen könnten weltweit gestrichen werden, vier Werke stehen zur Disposition. Hintergrund ist ein strukturelles Kostenproblem. Laut Blume liegt der Konzern bei den Gemeinkosten rund 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Da die Personalkosten die Hälfte dieser Gemeinkosten ausmachen, ergibt sich rechnerisch ein Stellenabbau in dieser Größenordnung. Die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm gelten als besonders gefährdet.

Blume macht externe Faktoren für den Spardruck verantwortlich: Geopolitik, Handelshemmnisse, Regulierung sowie schwache Absatzmärkte und wachsender Wettbewerbsdruck setzten die gesamte Autobranche unter Druck. "Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin", sagte er.

Scharfen Widerspruch erhält Blume von der IG Metall. Christine Benner, Gewerkschaftsvorsitzende und Vize-Aufsichtsratschefin bei VW, bezeichnete die angepeilte operative Umsatzrendite von neun Prozent in der "Wirtschaftswoche" als realitätsfern. Unter den aktuellen geopolitischen Bedingungen sei dieses Ziel nicht erreichbar. Solche Vorgaben hätten direkte Folgen für Modellpolitik und Werksentscheidungen. Benner forderte vom Vorstand, die Pläne vor einer Zustimmung des Aufsichtsrats deutlich zu konkretisieren und anzupassen.

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Werksschließungen lehnt die Gewerkschaft kategorisch ab. Die bisherigen Sparrunden hätten die Vertrauenskultur im Unternehmen bereits beschädigt, so Benner: Die Belegschaft habe schmerzhafte Einschnitte hingenommen und erhalte nun direkt den nächsten Schlag. Blumes aktuelle Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche aber nicht aus, um Investitionen in neue Technologien und Standorte langfristig zu sichern.


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