Diesel-Hammer aus dem Weißen Haus: Die Ölbranche schlägt Alarm

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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Diesel kostet so viel wie nie, Trump will den Export stoppen. Chevron, Exxon Mobil und Valero greifen zum Telefon. Doch Widerspruch kommt ausgerechnet aus Trumps eigenem Kabinett.
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Hinweis

Die US-amerikanische Öl- und Gasindustrie macht mobil. Mit einer abgestimmten Lobbykampagne wollen die Konzerne ein mögliches Exportverbot für Diesel verhindern. Die Branche warnt: Handelsbeschränkungen würden die Spritpreise im eigenen Land weiter nach oben treiben. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ).

Auslöser war Präsident Donald Trump. "Ich habe gesagt, lasst uns den Diesel nicht rausschicken", sagte er am Dienstag am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Eine Entscheidung falle "schnell, so oder so".

Konzernchefs greifen zum Telefon

Kurz darauf verurteilte Mike Sommers, Chef des Branchenverbands American Petroleum Institute, den Vorstoß. Eine Beschränkung der Exporte würde das Problem steigender Dieselpreise "nur noch verschärfen", erklärte er.

Werte aus dem Artikel:
Chevron Aktie 189,16 € +0,23%
ExxonMobil Holdings Aktie 150,64 € +0,21%
Marathon Petroleum Aktie 402,30 € -2,66%
Phillips 66 Aktie 249,00 € -0,84%
Valero Energy Aktie 385,10 € -2,73%

Laut WSJ riefen Chevron-Chef Mike Wirth, Phillips-66-Chef Mark Lashier und weitere Manager ihre Kontakte in der Regierung an. Auch Exxon Mobil und Valero beteiligen sich nach Angaben von Insidern an der Kampagne. Rückendeckung kommt von Senator Ted Cruz aus Texas und den Republikanern aus Louisiana.

Am Mittwoch legten mehr als 30 Wirtschafts-, Energie- und Industrieverbände mit einem Brief an Trump nach. "Wir verstehen zwar den Drang nach einer Wunderwaffe, doch es gibt keine einfachen Antworten", zitiert das WSJ aus dem Schreiben.

Diesel kostet so viel wie nie

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Seit Beginn des Iran-Konflikts rechnete die Branche mit Eingriffen in den Energieexport. Zunächst fürchtete sie Beschränkungen für Rohöl. Nun steht Diesel im Visier, denn sein Preis ist explodiert. Im landesweiten Schnitt kostet eine Gallone, also rund 3,8 Liter, 6,53 US-Dollar und damit so viel wie nie.

Selbst der Energieminister bremst

Die Bedenken der Manager kamen offenbar an. Am Dienstagabend rief Energieminister Chris Wright mehrere Konzernchefs an. Er bevorzuge eine Maßnahme, die weniger weit gehe als ein Exportverbot und trotzdem die Dieselpreise senke. Am Mittwoch wurde Wright öffentlich deutlicher. "Das stumpfe Instrument eines Exportverbots für Diesel funktioniert definitiv nicht", sagte er laut dem Branchenportal Oilprice.com.

Raffinerieaktien unter Druck

An der Börse sorgt das Hin und Her für Nervosität. Am Mittwoch meldete das Nachrichtenportal Politico, die Regierung bereite ein Exportverbot für 90 Tage vor. Die Aktien von Valero und PBF Energy verloren daraufhin rund zwei Prozent. Ein Vertreter des Weißen Hauses nannte den Bericht laut Reuters "Fake News".

Für die Raffinerien steht viel auf dem Spiel. Die Vereinigten Staaten liefern rund 20 Prozent des weltweit auf dem Seeweg gehandelten Diesels. Weil weltweit Raffinerien ausfallen, schossen die Margen in die Höhe. Die Aktien von Valero, Marathon Petroleum und Phillips 66 haben sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.

Fazit

Das drohende Verbot trifft die Raffinerien an ihrer empfindlichsten Stelle, denn ihre Rekordmargen hängen am Auslandsgeschäft. Solange Trump nicht entschieden hat, bleiben die Kurse anfällig für jede Schlagzeile.

Die Front der Gegner reicht allerdings bis ins eigene Kabinett. Eine abgeschwächte Lösung könnte damit wahrscheinlicher werden. Integrierte Konzerne wie Exxon Mobil und Chevron stehen weniger im Feuer als reine Raffinerien. Wer nach der Kursverdopplung bei Valero, Marathon Petroleum oder Phillips 66 investiert ist, könnte einen Teil der Gewinne absichern.


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