US-Schulden über 40 Billionen US-Dollar: Droht der Wall Street ein Beben?
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Die US-Staatsschulden haben erstmals 40 Billionen US-Dollar überschritten. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach US-Staatsanleihen, während Zinskosten und Renditen kräftig steigen.
Die Vereinigten Staaten haben eine neue historische Schuldenmarke erreicht. Laut dem US-Finanzministerium beliefen sich die Verbindlichkeiten am Dienstag auf 40,047 Billionen US-Dollar. Davon entfielen 32,266 Billionen US-Dollar auf öffentlich gehaltene Staatsanleihen. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters über diese Entwicklung berichtet.
Für US-Haushaltswächter kommt dieser Rekord nicht überraschend. Sie hatten seit Wochen mit dem Überschreiten dieser Marke gerechnet. Zugleich warnen sie vor einer möglichen Schuldenkrise, sollte der Gesetzgeber die Haushaltslage nicht durch höhere Steuern, geringere Ausgaben oder eine Kombination aus beidem stabilisieren.
"Eine Verschuldung von 40 Billionen Dollar (Dollarkurs) existiert nicht nur in den Büchern der Regierung, sondern ist in der gesamten Wirtschaft spürbar und wirkt sich auf die eine oder andere Weise auf die Geldbörsen der Menschen aus", erklärte Maya MacGuineas, die Präsidentin des überparteilichen "Committee for a Responsible Federal Budget".
Je stärker die Schulden wachsen, desto mehr werde die Inflation angeheizt, während andere Ausgabenposten verdrängt würden. Gleichzeitig würden die Vereinigten Staaten anfälliger für innenpolitische Notfälle und internationale Turbulenzen, warnte MacGuineas.
Besonders auffällig ist das Tempo des Schuldenanstiegs. Erst vor weniger als fünf Monaten lag die Verschuldung noch bei 39 Billionen US-Dollar. Seit Donald Trumps erster Amtseinführung im Januar 2017 hat sie sich von 19,95 Billionen US-Dollar mehr als verdoppelt.
Während Trumps beiden Amtszeiten kamen insgesamt 11,6 Billionen US-Dollar hinzu. Unter Joe Biden stieg der Schuldenberg um weitere 8,4 Billionen US-Dollar. Rund ein Drittel dieses Zuwachses entfiel auf die Pandemiejahre.
Die Folgen erreichen inzwischen auch die Finanzmärkte. Ausländische Investoren halten zwar fast ein Drittel der US-Staatsanleihen, doch ihre Nachfrage ging im vergangenen Jahr zurück. Bei einer Auktion 30-jähriger Papiere wurde die höchste Rendite seit 2021 erzielt. Anschließend stiegen die Renditen lang laufender US-Staatsanleihen am Dienstag auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten.
Höhere Renditen verteuern nicht nur die Finanzierung des Staates. Auch Hypotheken sowie Auto- und Unternehmenskredite werden dadurch kostspieliger.
US-Finanzminister Scott Bessent reagierte mit größeren Anleiherückkäufen. Das Volumen für Staatspapiere mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren wurde dabei auf mindestens vier Milliarden US-Dollar je Transaktion verdoppelt. Präsident Donald Trump sieht dagegen keinen Anlass zur Sorge und fordert weiterhin niedrigere Zinsen.
Auch die jüngsten Haushaltszahlen schlagen Alarm. So erreichte das US-Defizit allein im Juli 432 Milliarden US-Dollar. In den ersten zehn Monaten des Fiskaljahres 2026 wurde der Fehlbetrag des gesamten Vorjahres bereits überstiegen.
Gleichzeitig summierten sich die Kosten des Schuldendienstes auf 1,1 Billionen US-Dollar. Damit sind die Zinsausgaben inzwischen der zweitgrößte Posten im US-Haushalt. Nur das staatliche Rentensystem verursacht noch höhere Kosten.
Das Überschreiten der 40-Billionen-Marke hat daher nicht nur symbolische Bedeutung. Der rasante Schuldenanstieg und die hohen Zinsen entwickeln sich zunehmend zu einer Belastungsprobe – für den US-Haushalt ebenso wie für die internationalen Finanzmärkte.
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