GENF (dpa-AFX) - Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnet die wachsende Zahl von zivilen Opfern bei russischen Angriffen in der Ukraine als "schockierend". Besonders auffällig sei der Anstieg von Attacken mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, sagte die Leiterin des Büros in der Ukraine, Danielle Bell.
Für dich zusammengefasst:
UN berichte über steigende zivile Opfer in der Ukraine.
In den ersten sechs Monaten 2023 gab es 2.000 Tote.
Durch Drohnenangriffe stieg die Opferzahl um 65 Prozent.
Insgesamt seien durch russische Angriffe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37 Prozent mehr Menschen getötet oder verletzt worden als im gleichen Zeitraum 2025. Das Büro registrierte knapp 2.000 Tote und knapp 8.000 Verletzte. Es listet nur selbst verifizierte Todes- und Verletztenmeldungen auf.
Gegenüber den ersten sechs Monaten 2024 waren es fast doppelt so viele Opfer wie in diesem Jahr bis Ende Juni. Zivilisten und zivile Infrastruktur seien unter dem Völkerrecht geschützt, und absichtliche Angriffe stellten ein Kriegsverbrechen dar, sagte der Sprecher des Büros in Genf.
65 Prozent mehr Opfer durch per Videobrille gesteuerte Drohnen
In den ersten sechs Monaten seien durch Angriffe mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, 2.800 Menschen getötet oder verletzt worden, 65 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In vielen Grenzgebieten sei ein Gang zum Markt, mit dem Hund Gassi gehen, oder Gärten und Felder bewässern lebensgefährlich geworden.
In der Region Kuschuhum würden nur noch drei bis fünf Hektar Agrarfläche pro Tag abgeerntet statt vorher 30, weil die Bauern fürchten, Ziel solcher Angriffe zu werden, sagte Bell. Die Polizei bilde in mehreren Städten Experten aus, die Bauern oder Arbeiter, die Infrastruktur reparieren, vor solchen Angriffen schützen sollen, etwa durch Abschuss oder Weglenkung einer Drohne.
Auch mehr zivile Opfer in Russland
Der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf sprach auch die zivilen Opfer in Russland an, etwa wie durch jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren der Privatfirma Wildberries unter anderem in der Region Moskau.
Das Büro hat aber keinen Zugang zu Russland und kann sich deshalb nur auf öffentlich zugängliche Informationen berufen. Nach diesen Quellen seien bei ukrainischen Angriffen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 250 Menschen umgekommen und knapp 1.600 verletzt worden, sagte Bell. Das sei ein Anstieg um 121 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025./oe/DP/jha
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