Parabolic SAR: Der Star bei der Trendsuche


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Parabolic SAR: Der Star bei der Trendsuche

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11.11.01 18:15
Charttechnik-Training
Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker

11. Nov. 2001 Wenn es um Aktien geht, war Anlegen schon immer die eine Sache, Verlustbegrenzung aber eine ganz andere. Unzählige Anleger waren bei Titeln wie EM-TV nicht  nur auf dem Weg nach oben dabei, sondern leider auch beim freien Fall nach unten. Was ihnen offenbar fehlte war eine Technik, die Gewinne nach unten absichert und ständig mit der Kursbewegung  nach oben mitgeht.

Dabei gibt es diese Technik schon seit Jahrzehnten. Erfunden wurde sie von dem Amerikaner Welles Wilder. Und das Schöne an dem Indikator namens Parabolic SAR: er funktioniert in beide Richtungen.

Dynamische Stopp-Kurse

Die Abkürzung SAR steht für „Stop and Reverse“, was frei übersetzt so viel bedeutet wie  Gewinne mitnehmen und in die andere Richtung spekulieren. Es gibt also keine Ruhepausen, sondern der Anleger ist immer engagiert. Wie funktioniert nun dieses Modell, das bei längeren Trends die größten Gewinne abwirft?

Anhand der Tagesschlusskurse ermittelt das System zunächst anhand einer Formel die aktuelle Position - Kauf oder Verkauf. Dann erfolgt die Berechnung der Parabolic-Stopp-Linie. Steht der Indikator auf Kauf, läuft die Linie unterhalb des Kurses, bei einem Verkauf deckelt sie die Kurse. Da zunächst jedes Signal Zeit braucht, um zu greifen, hat Erfinder Wilder die Stopps zunächst relativ weit vom Signalkurs gelegt, um so ein sofortiges Ausstoppen zu vermeiden. Erst nach einigen Handelstagen wird durch einen in die Formel integrierten „Beschleunigungsfaktor“ der Abstand kleiner gemacht. Das Risiko des Anlegers verringert sich somit. Kommt es dann zur erwarteten Kursbewegung, geht die Stopplinie mit und beschleunigt sich sogar noch.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Ist die Bewegung langsam, erfolgt die Annäherung langsam. Geht es schnell, fließt dies gleich in die Berechnung ein. Ist man mit der Position im Gewinn, wird die Verlustbegrenzung zur Gewinnabsicherung umfunktioniert.

Dax mit Kaufsignal

Im unten stehenden DAX-Chart ist sehr anschaulich die Funktionsweise dargestellt. Gerade in starken Trendphasen zeigt der Indikator seine Stärke. Der Anleger, der sich auf die Signale verlassen hat, ist seit Anfang August, als der SAR kurz unter die Kurslinie gefallen ist, komplett ausgestiegen und hätte auf fallende Kurse gesetzt. Durch die Beschleunigung wurde der Wiedereinstieg zwei Tage nach dem Tiefstpunkt empfohlen.

Wie bei allen Trendfolgesystemen wird beim Parabolic SAR auf einen kommenden stärkeren Trend gesetzt. Wenn sich der nicht einstellt, gibt es kleine Verluste. Im Beispielschart ist dies von Mai bis August 2000 zu sehen, als es letztlich gleich mehrere Fehlsignale gab. Auch werden Signale nur auf Schlusskursbasis berechnet - der Trend braucht erst Zeit, um sich aufzubauen.

Aktuell hat der Parabolic SAR (siehe Kreis: SAR liegt oberhalb der Kurslinie) ein neues Kauf-Signal generiert. Demnach sollten wir eigentlich am Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung stehen. Die Stopplinie befindet sich nun unterhalb des aktuellen Kurses und gibt nach dem Einstieg bei 4.800 Punkten die Empfehlung, einen Verlustbegrenzungsstopp bei 4.550 Zählern zu setzen. Erfolgt nun der erwartete Anstieg, zieht die Linie schnell nach, der Anleger sollte dies ebenfalls nutzen, den ersten Gewinn durch die Erhöhung des Stoploss abzusichern.

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