Jack White EXKLUSIV-INTERVIEW

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Jack White: "Gehen von Wachstum aus"

Die Jack White AG, Produzent so bekannter Musiker wie Andrea Jürgens, Inka, Lena Valaitis, Mark Ehrenfried oder Tony Marshall, hat im ersten Quartal trotz sinkender Umsätze seinen Nettogewinn auf 256.000 Euro gesteigert. Wir sprachen mit Finanzvorstand Frank Nußbaum über die Tücken des Musikgeschäftes und die Erwartungen für 2003.

Instock:
Sie haben vor kurzem die Zahlen für das erste Quartal 2003 vorgelegt. Waren Sie mit diesen im Plan?
Nußbaum:
Die Quartalszahlen waren voll im Plan.

Instock:
Trotz der ergebnisbelastenden Dollar-Schwäche?
Nußbaum:
Trotz dieser Währungsgeschichte. Bei uns muss man davon ausgehen, dass es sich in der Tat nur um einen Umrechnungsfaktor handelt. Wir sind nicht in der Situation, zu importieren oder exportieren und deshalb den Dollar absichern zu müssen. Weit wichtiger ist, dass die Firmen, die bei uns die Kosten in Dollar haben, dass sind Hot im Miami und Vidal in Puerto Rico, ihre Geschäft auch in US-Dollar abwickeln. Der Umsatzrückgang ist daher für uns nur eine Umrechnungsgeschichte. Das ist Kosmetik, die im Moment sehr schlecht aussieht.

Instock:
Sie schreiben im Quartalsbericht, dass Schwerpunktalben erst im zweiten und dritten Quartal erscheinen. Wieso erst so spät?
Nußbaum:
Die Alben kommen ganz planmäßig auf den Markt. Wir haben in diesem Jahr einfach einen anderen Veröffentlichungsplan als 2002. Dadurch haben wir auch keine Umsätze aus neuen Musikveröffentlichungen. Das ist eine ganz normale Entwicklung in der Musikbranche. Wir haben ja keinen Fünf-Jahres-Plan.

Instock:
Woher kommt dennoch die Nettogewinnsteigerung von mehr als 9 Prozent?

Nußbaum:
Wir haben ja trotz des Umsatzrückganges eine Steigerung der Bruttomarge. Das ist darauf zurückzuführen, dass wir uns immer mehr auf das renditestarke Segment Label konzentrieren. Hier sind die Herstellungskosten in der Höhe ganz andere als die Herstellungskosten, die zum Vertrieb zu zählen sind. Der Vertrieb hat in der Regel auch nur eine Marge von 2 bis 4 Prozent. Dazu kommt unser nach wie vor konsequentes Kostenmanagement. Die Vertriebskosten und die der allgemeinen Verwaltung haben wir ganz radikal der Umsatzentwicklung angepasst.

Instock:
Heißt das, dass Sie den Vertrieb ausgelagert haben?
Nußbaum:
Nein, unter Vertriebskosten ist nicht der Vertrieb an sich zu verstehen. Hier sind Vertriebskosten im Rahmen von Groß- und Einzelhandel gemeint. Wir werden in den nächsten Jahren versuchen, im Bereich Einzelhandel, der bezieht sich nur auf Vidal in Puerto Rico, Veränderungen vorzunehmen. In den dortigen noch 22 Einzelhandelsgeschäften wird es eine Verlagerung von den CDs hin zu Musikinstrumenten und benachbarten Dingen geben, die mit Musik zu tun haben. So können wir auch dort viel höhere Margen erzielen. Insofern wird sich auch das Segment Vertrieb von der Renditeentwicklung her in den nächsten zwei, drei Jahren besser entwickeln. Fokussierung auf das Segment Label heißt ja nicht, dass man alles andere außer Acht lässt, im Gegenteil.

Instock:
Nun kommen die Schwerpunktalben im laufenden und im dritten Quartal auf den Markt. Heißt das, wir können für diese beiden Quartale mit deutlichen Steigerungsraten rechnen.
Nußbaum:
Richtig. Wir werden ein gutes Jahr haben.

Instock:
Sie haben bei der Vorlage der 2002-Zahlen nur sehr allgemein über das laufende Jahr gesprochen. Wenn Sie von einem starken Jahr reden, von welchen Zahlen reden Sie dann?
Nußbaum:
Wir werden für dieses Jahr zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose in Form von Zahlen abgeben. Wir gehen davon aus, dass wir im operativen Geschäft wachsen. Darauf deuten schon jetzt die Verkaufszahlen hin. So ist beispielsweise das Best-of-Album von Hansi Hinterseer in Österreich in drei Wochen schon auf Gold gegangen. Es entwickelt sich sehr gut. Das ist ein Album, dass wir 2002 in Deutschland bei der Mutter AG nicht hatten. Das heißt, dieser Umsatz kommt bei der AG in diesem Jahr oben drauf. Dann werden wir in Deutschland ein sehr starkes Roland Kaiser-Album veröffentlichen und wir werden sicherlich die José Carreras-Gala wieder machen. Die Musik, die im Nebenraum zu hören ist, ist die von Danny Woods. Er war Mitglied von New Kids on the Block. Das war die erfolgreichste Boygroup aller Zeiten. Da muß man auch sehen, wie sich das hier in Deutschland entwickelt. Das Video haben wir gerade in Berlin abgedreht.

Instock:
Kann man davon ausgehen, dass der Nettogewinn 2003 über 1 Millionen Euro liegen wird?
Nußbaum:
Wenn ich das so bestätige, würde ich ja wieder eine Zahl nennen. Wir gehen schlichtweg von Wachstum aus. Wenn wir Zahlen nennen, dann zur Hauptversammlung. Dann sind die ersten sechs Monate vorbei, man hat irgendwie ein Gefühl, wohin sich der Dollar bewegt und man hat vor allem ein Gefühl, wie das erste Halbjahr generell gelaufen ist. Dann hat man eine bessere Einschätzung. Prinzipiell sieht alles sehr, sehr gut aus. Ich weiß auch nicht, ob es seriös ist, sich angesichts der weltpolitischen Spannungen auf eine Prognose festzulegen. Das Umfeld ist zu schwierig, um eine Prognose abzugeben, bei der man sagt, wir werden unser Nettoergebnis um 30 Prozent steigern. Das machen wir einfach nicht.

Mehr zur Jack White AG finden Sie unter: www.jack-white.de


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