Gesunde Ernährung langweilt. Das ist auch der Grund, warum gesundes Essen mega-out ist. Rot-Weiß-Essen heisst das neue Zauberwort, und das ist – im wahrsten Sinne des Wortes – in aller Munde.
Ich weiss längst, wie "Pottler" drauf sind, ich bin ja selber einer. Das ist auch der Grund, warum mir mein Outing jedesmal so schwer fällt. Pottler sind Sandalenfanatiker, Spassvernichter, Gesundheitsapostel, Mode-aus-der-Steinzeit-Träger, New-Economy-Vermeider und Fettige-Haare-Haber.
Ich hingegen bin Pott-Forscher, Pott-Wohnort-Wechsler, New-Pott-Erfahrener und Kurzhaarträger. Das ich Tütensuppen-Gegner und Tiefkühlpizza-Hasser bin macht mir das Leben schwer. Und zwar immer dann, wenn wenn ich jemandem erklären muss, warum ich bei Süssigkeiten und Fertigessen "nein danke" sage.
Für die meisten Mitmenschen ist Pottfood ganz normal. Für mich ist es eine faszinierende Tatsache, die mich dazu bewogen hat, mich ein bisschen mehr damit auseinanderzusetzen. Und seitdem vermeide ich das Fertigessen aus industrieller Herstellung.
Früher dachte ich mir nichts dabei, dass aus ein paar Bröseln in einer bunten Tüte nach 3 Minuten kochen eine Suppe mit echten Fleischklössen wurde. Oder dass eine Tiefkühlpizza nicht matschig ist wenn man sie aufgebacken hat. Bananenmilch in Plasikbechern hielt ich für Bananenmilch in Plastikbechern und auch bei Fruchtjoghurts vertraute ich darauf, dass die roten Stücke wirklich Erdbeeren sind – der Verpackung nach sieht das schliesslich so aus.
Heute bin ich schlauer und das macht mich zum Randgruppen-Mitglied. Aber das hat auch Vorteile. Zum Beispiel den, dass die Pottfood-Erdlinge meistens ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn sie die falschen Fragen stellen. Am verhängnisvollsten ist die Frage, warum ich dieses oder jenes nicht esse. Ich glaube nämlich immer, dass die Menschen auf diese Frage eine Antwort wollen. Richtig ist: sie wollen gar keine Antwort, sie stellen die Frage einfach nur so aus Spass, damit sie mir verdeutlichen können, dass ich zur Randgruppe gehöre.
Ich erzähle ihnen dann immer wie die Lebensmittel hergestellt werden, die ich nicht mag. Fleisch zum Beispiel. Da ist nach meiner Erklärung schon so manchem das Mittagessen aufgestossen wenn ich dieses Thema breittrete. Lustig sind auch exotische Sachen: Frischkäse in der Geschmacksrichtung Orange-Kiwi, Thunfischsalat aus der Plastikschale oder Mikrowellen-Fertiggerichte. Die detaillierten Ausführungen über deren Zutaten lassen sogar den härtesten Pottfood-Junkie zur zartbesaiteten Gestalt mutieren. Dabei versuche ich gar nicht jemanden abzuhalten, ich beantworte lediglich die mir gestellten Fragen. Die Antworten auf meine Ausführungen sind vorprogrammiert – aus meiner Erfahrung weiss ich nämlich: es gibt nur drei.
Die Reaktion die am häufigsten vorkommt ist: "Ja, also, ich esse ja auch nur ganz wenig Fleisch und Kutteln" (seltsam, dass die Lebensmittel – und Fleischindustrie jedes Jahr höhere Gewinne macht, wenn niemand das Zeug kauft). Danach kommt "Ja, eigentlich hast du ja recht." (Ich frage mich immer, recht womit? Ich habe bloss die Frage beantwortet warum ich das Zeug nicht esse.) Und schliesslich noch "Ja, aber dann kann man ja gar nichts mehr essen, wenn man danach geht". (worauf ich sage, dass ich wirklich nicht aussehe wie das Mahnmal des unbekannten Hungeropfers).
Klar, das ganze Spiel bringt natürlich nichts, ausser dass die lieben Mitmenschen dazu übergehen lieber keine Fragen mehr zu stellen. Die Wahrheit ist eben schwer verdaulich.
Meine Freunde sehen das viel lockerer. Ich habe etliche Pottfood-Junkies in meinem Freundeskreis und kann nicht behaupten, dass mein anders gefüllter Kühlschrank diese Freundschaften belastet hätte. Schliesslich bin ich deswegen nicht zum Alien mutiert, nur weil ich meinen Freunden keine Schokolade oder Gummibären anbieten kann. Wenn meine Freunde zu Besuch kommen, dann sind sie ganz wild auf selbstgebackenes Brot und vegetarische Gerichte. Und am liebsten sind mir die, die es so machen wie Michael, ein guter Freund von mir: er spart sich dumme Fragen und Antworten, er bringt sich seine Süssigkeiten einfach selber mit.
Ich weiss längst, wie "Pottler" drauf sind, ich bin ja selber einer. Das ist auch der Grund, warum mir mein Outing jedesmal so schwer fällt. Pottler sind Sandalenfanatiker, Spassvernichter, Gesundheitsapostel, Mode-aus-der-Steinzeit-Träger, New-Economy-Vermeider und Fettige-Haare-Haber.
Ich hingegen bin Pott-Forscher, Pott-Wohnort-Wechsler, New-Pott-Erfahrener und Kurzhaarträger. Das ich Tütensuppen-Gegner und Tiefkühlpizza-Hasser bin macht mir das Leben schwer. Und zwar immer dann, wenn wenn ich jemandem erklären muss, warum ich bei Süssigkeiten und Fertigessen "nein danke" sage.
Für die meisten Mitmenschen ist Pottfood ganz normal. Für mich ist es eine faszinierende Tatsache, die mich dazu bewogen hat, mich ein bisschen mehr damit auseinanderzusetzen. Und seitdem vermeide ich das Fertigessen aus industrieller Herstellung.
Früher dachte ich mir nichts dabei, dass aus ein paar Bröseln in einer bunten Tüte nach 3 Minuten kochen eine Suppe mit echten Fleischklössen wurde. Oder dass eine Tiefkühlpizza nicht matschig ist wenn man sie aufgebacken hat. Bananenmilch in Plasikbechern hielt ich für Bananenmilch in Plastikbechern und auch bei Fruchtjoghurts vertraute ich darauf, dass die roten Stücke wirklich Erdbeeren sind – der Verpackung nach sieht das schliesslich so aus.
Heute bin ich schlauer und das macht mich zum Randgruppen-Mitglied. Aber das hat auch Vorteile. Zum Beispiel den, dass die Pottfood-Erdlinge meistens ein schlechtes Gewissen kriegen, wenn sie die falschen Fragen stellen. Am verhängnisvollsten ist die Frage, warum ich dieses oder jenes nicht esse. Ich glaube nämlich immer, dass die Menschen auf diese Frage eine Antwort wollen. Richtig ist: sie wollen gar keine Antwort, sie stellen die Frage einfach nur so aus Spass, damit sie mir verdeutlichen können, dass ich zur Randgruppe gehöre.
Ich erzähle ihnen dann immer wie die Lebensmittel hergestellt werden, die ich nicht mag. Fleisch zum Beispiel. Da ist nach meiner Erklärung schon so manchem das Mittagessen aufgestossen wenn ich dieses Thema breittrete. Lustig sind auch exotische Sachen: Frischkäse in der Geschmacksrichtung Orange-Kiwi, Thunfischsalat aus der Plastikschale oder Mikrowellen-Fertiggerichte. Die detaillierten Ausführungen über deren Zutaten lassen sogar den härtesten Pottfood-Junkie zur zartbesaiteten Gestalt mutieren. Dabei versuche ich gar nicht jemanden abzuhalten, ich beantworte lediglich die mir gestellten Fragen. Die Antworten auf meine Ausführungen sind vorprogrammiert – aus meiner Erfahrung weiss ich nämlich: es gibt nur drei.
Die Reaktion die am häufigsten vorkommt ist: "Ja, also, ich esse ja auch nur ganz wenig Fleisch und Kutteln" (seltsam, dass die Lebensmittel – und Fleischindustrie jedes Jahr höhere Gewinne macht, wenn niemand das Zeug kauft). Danach kommt "Ja, eigentlich hast du ja recht." (Ich frage mich immer, recht womit? Ich habe bloss die Frage beantwortet warum ich das Zeug nicht esse.) Und schliesslich noch "Ja, aber dann kann man ja gar nichts mehr essen, wenn man danach geht". (worauf ich sage, dass ich wirklich nicht aussehe wie das Mahnmal des unbekannten Hungeropfers).
Klar, das ganze Spiel bringt natürlich nichts, ausser dass die lieben Mitmenschen dazu übergehen lieber keine Fragen mehr zu stellen. Die Wahrheit ist eben schwer verdaulich.
Meine Freunde sehen das viel lockerer. Ich habe etliche Pottfood-Junkies in meinem Freundeskreis und kann nicht behaupten, dass mein anders gefüllter Kühlschrank diese Freundschaften belastet hätte. Schliesslich bin ich deswegen nicht zum Alien mutiert, nur weil ich meinen Freunden keine Schokolade oder Gummibären anbieten kann. Wenn meine Freunde zu Besuch kommen, dann sind sie ganz wild auf selbstgebackenes Brot und vegetarische Gerichte. Und am liebsten sind mir die, die es so machen wie Michael, ein guter Freund von mir: er spart sich dumme Fragen und Antworten, er bringt sich seine Süssigkeiten einfach selber mit.