Chip-Equipment: Das Licht am Ende des Tunnels wird schwächer
Die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Marktes ist vorerst verschoben
Die amerikanischen Hersteller von Chip-Equipment haben im September Aufträge im Wert von 644 Mio. Dollar erhalten. Mit Umsätzen von 993 Mio. Dollar errechnet sich das Verhältnis zwischen Bestelleingängen und Verkäufen von 0,65, meldet die Branchenorganisation Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI).
Die neuen Aufträge haben damit gegenüber August um weitere 11 Prozent abgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang sogar 78 Prozent. Im September 2000 wurden 2,89 Mrd. Dollar erlöst. Die Auslieferungen nahmen im September um 13 Prozent gegenüber dem Vormonat ab. Vor einem Jahr waren es 2,48 Mrd. Dollar.
Das Book-to-Bill-Verhältnis bewegt sich auf dem Niveau des Juli. Die revidierte Zahl für den August kommt auf 0,63. Da die Zahl Auslieferungen noch schneller sinkt als die der neuen Order, steigt das Verhältnis beider Größen. Beide Werte sind im September deutlich stärker gefallen als im Juli und August. Beim Auftragseingang hatte man zwischen April und August eine Bodenbildung oberhalb 700 Mio. Dollar vermuten können. Auch beim Umsatz bestanden vor dem 11. September gute Chancen einer Stabilisierung oberhalb von 1 Mrd. Dollar.
„Wie erwartet haben die kürzlichen globalen Ereignisse die ohnehin schon trübe Sicht für den High-Tech-Sektor weiter verschlechtert. Verbrauchervertrauen und Investitionsneigung sind schwach,“ sagte SEMI-Präsident Stanley Myers. „Industrieanalysten sind sich ziemlich einig, dass sich die Erholung des gesamten Halbleiter-Sektors nach hinten schiebt. Noch ist es zu früh, die langfristigen geschäftlichen Auswirkungen der weltpolitischen Ereignisse zu bestimmen.“
Der schwache Eindruck des Geschäfts der amerikanischen Anbieter spiegelt sich in den weltweiten Zahlen wieder, die die Semiconductor Equipment Association of Japan zusammengetragen hat. Danach ging das Marktvolumen im August 2001 gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent auf 1,52 Mrd. Dollar zurück. Im Januar waren weltweit noch 4,36 Mrd. Dollar umgesetzt worden.
Der Auftragseingang der japanischen Hersteller von Chip-Equipment schrumpfte im August den achten Monat in Folge, und zwar um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 430 Mio. Dollar. Die den Aufträgen um rund sechs Monate nachlaufenden Umsätze fallen nun seit exakt sechs Monaten.
Autor: Klaus Singer, 17:27 24.10.01