Amazon und Apple vor Zahlen: Heute entscheidet sich der Big-Tech-Boom
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Amazon steckt 200 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz. Apple kämpft mit höheren Kosten und möglichen iPhone-Preisen. Bei den Quartalszahlen könnte jede Überraschung zum Kursschock werden.
Für dich zusammengefasst:
Amazon und Apple legen heute Quartalszahlen vor.
Analysten erwarten einen Umsatz von 197 Milliarden US-Dollar.
Bei Apple soll der Gewinn je Aktie auf 1,89 US-Dollar steigen.
Amazon und Apple legen am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen vor. Bei Amazon steht das Cloud-Geschäft im Mittelpunkt. Bei Apple achten Anleger auf steigende Kosten, die iPhone-Nachfrage und den Konflikt mit OpenAI.
Amazon Web Services (AWS) liefert nur rund ein Fünftel des Konzernumsatzes. Die Sparte dürfte aber etwa 58 Prozent des operativen Gewinns erwirtschaften. Analysten erwarten ein Umsatzwachstum von 31 Prozent auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge soll auf 34 Prozent steigen.
Im Fokus stehen die hohen Investitionen in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Amazon plant in diesem Jahr Ausgaben von rund 200 Milliarden US-Dollar. Eine höhere Prognose könnte die Aktie belasten. Alphabet hatte seine Investitionsplanung zuletzt ebenfalls angehoben. Die Aktie verlor danach.
Amazon finanziert einen Teil der Ausgaben mit neuen Schulden. Im ersten Quartal nahm der Konzern langfristige Verbindlichkeiten von 53 Milliarden US-Dollar auf. Seitdem folgten weitere Anleihen über rund 39 Milliarden US-Dollar.
Die Nachfrage nach Cloud-Diensten bleibt dennoch stark. Amazon erhöhte die Mietpreise für Server mit Künstlicher Intelligenz in diesem Jahr bereits zweimal.
Auch das Handelsgeschäft dürfte wachsen. Analysten erwarten dort einen Umsatz von 122 Milliarden US-Dollar. Das wären 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Die vorgezogenen Prime Days könnten das zweite Quartal zusätzlich stärken.
Insgesamt rechnet die Wall Street mit einem Umsatzanstieg von 17 Prozent auf 197 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll von 1,68 auf 1,82 US-Dollar steigen. Bewertungsgewinne aus der Beteiligung an Anthropic könnten das Ergebnis zusätzlich stützen.
Bei Apple erwarten die von FactSet befragten Analysten einen bereinigten Gewinn von 1,89 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz soll von 94 auf 109 Milliarden US-Dollar steigen.
Die iPhone-Erlöse dürften um 21 Prozent auf 53,7 Milliarden US-Dollar zugelegt haben. Apple hielt die Preise für seine Smartphones bislang stabil. iPads und MacBooks wurden im Juni dagegen teurer.
Baird-Analyst William Power erwartet auch höhere iPhone-Preise. Damit könne Apple die gestiegenen Kosten für Speicher und andere Bauteile ausgleichen. Die Nachfrage sei wahrscheinlich wenig preissensibel.
Anleger sehen Apple zunehmend als sicheren Hafen. Der Konzern investiert deutlich weniger in Künstliche Intelligenz als andere Technologieriesen. Für Forschung und Entwicklung werden 11,4 Milliarden US-Dollar erwartet. Alphabet investierte allein im zweiten Quartal 44,9 Milliarden US-Dollar.
Auch der Rechtsstreit mit OpenAI dürfte Thema werden. Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler den Diebstahl vertraulicher Informationen vor. OpenAI weist die Anschuldigungen zurück. Unklar ist, wie es mit der 2024 vereinbarten Partnerschaft weitergeht.
Amazon muss zeigen, dass seine Milliardeninvestitionen höhere Erträge liefern. Apple muss beweisen, dass steigende Kosten die Nachfrage nicht bremsen.
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