Rohstoffe, Reformen, Rendite: Diese Länder könnten vor einer Neubewertung stehen

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Mann mit Smartphone und Tablet (Symbolbild).
© metamorworks / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
Peru, Kolumbien und Chile setzen stärker auf Sicherheit, Haushaltsdisziplin und private Investitionen. Die Investmentgesellschaft J O Hambro sieht darin bessere Chancen für Anleger. Brasilien bleibt der große Unsicherheitsfaktor.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

In der Andenregion zeichnet sich nach Einschätzung von James Syme, Senior Fondsmanager bei J O Hambro, ein politischer Wandel ab. Peru, Kolumbien und Chile setzen stärker auf Sicherheit, wirtschaftlichen Pragmatismus und private Investitionen. Das könnte die Rahmenbedingungen für Anleger berechenbarer machen.

Besonders profitieren könnten Rohstoffe und Infrastruktur. Große Bergbau-, Energie- und Infrastrukturprojekte benötigen verlässliche Regeln bei Steuern, Genehmigungen und Regulierung. Mehr politische Stabilität könnte Investitionen fördern und langfristig Wachstum und Beschäftigung stärken.

Chile leitete den Wandel mit der Wahl einer konservativen Regierung Ende 2025 ein. In Peru setzte sich im Juni 2026 eine marktfreundlichere Regierung durch. Kurz darauf wählte auch Kolumbien einen konservativeren Präsidenten, der die fiskalische Glaubwürdigkeit des Landes stärken will.

Für Anleger ist laut Syme weniger die politische Ideologie entscheidend als das Investitionsklima. Mehr Haushaltsdisziplin könnte zudem den Zentralbanken Spielraum für eine lockerere Geldpolitik geben und die Binnennachfrage stützen.

Risiken bleiben

Peru leidet unter schwachen Institutionen und politischer Polarisierung. In Kolumbien erschwert ein zersplitterter Kongress Reformen. In Chile dürften politische Veränderungen erst mit Verzögerung zu höheren Investitionen führen.

J O Hambro ist derzeit weder in Peru noch in Kolumbien oder Chile investiert. Übergewichtete Positionen hält der Fondsmanager dagegen in Mexiko und Brasilien.

Besonders wichtig wird die Präsidentschaftswahl in Brasilien im Oktober. Finanzminister Dario Durigan warnte zuletzt vor einer "schmerzhaften letzten Etappe" der Haushaltsreformen. Hohe Zinsen, steigende Staatsschulden und die Rekordverschuldung der privaten Haushalte müssten angegangen werden.

Seit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva 2023 sein Amt antrat, ist die öffentliche Bruttoverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt um mehr als zehn Prozentpunkte gestiegen. Aus Sicht vieler Investoren fehlt weiterhin ein glaubwürdiger Weg zur Stabilisierung der Staatsfinanzen. Das hielt den brasilianischen Leitindex BOVESPA nicht davon ab, im vergangenen Jahr über 20 Prozent zuzulegen.

Für Syme bleibt der Ausblick für Lateinamerika dennoch konstruktiv. Mehr wirtschaftlicher Pragmatismus und private Investitionen könnten die Region langfristig attraktiver machen.



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