SONY: Spider-Man vor Gericht

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SONY: Spider-Man vor Gericht Happy End

SONY: Spider-Man vor Gericht

 
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Sony Pictures wegen digitaler Bearbeitung von Anzeigentafeln verklagt

Anfang Mai soll Spider-Man weltweit in die Kinos kommen. Doch kurz vor der Premiere hat sich die Produktionsfirma Columbia Pictures im juristischen Netz verfangen: Die Kläger werfen ihr vor, mehrere Anzeigentafeln digital gegen die ihrer Marketingpartner ersetzt zu haben.

In einer am Mittwoch in Manhattan eingereichten Klage wirft die Firma Sherwood 48 Associates, die am New Yorker Times Square mehrere Gebäude besitzt, Columbia die gezielte Manipulation der dort angebrachten Anzeigen vor. So sei in einem Filmtrailer und damit vermutlich auch im Film eine riesige Samsung-Anzeige gegen eine Werbung für die Zeitung USA Today ausgetauscht worden. Außerdem sei den Retoucheuren unter anderem eine Anzeigentafel für den Fernsehsender NBC zum Opfer gefallen.

Sherwood wirft Columbia vor, durch diese Bearbeitung "nicht wieder gut zu machenden Schaden" angerichtet zu haben. Wer an diesen bekannten Gebäuden werbe, wolle damit eben nicht nur die direkten Passanten erreichen, sondern setze auch auf eine Weiterverbreitung seiner Bilder durch Fotos in Zeitungen und Magazinen, durch Fernsehshows und Filme. Deshalb klagt Sherwood nun auf Unterlassung gegen Columbia. Im Falle eines Erfolges könnte dies zu einer Verzögerung des weltweit für den dritten Mai geplanten Filmstarts führen.

Außerdem will Sherwood Schadensersatz für die bereits ausgestrahlten Trailer sowie eine finanzielle Beteiligung an den durch die Bearbeitungen erzielten Gewinnen. Offenbar wurde eine der Anzeigen gezielt gegen eine Werbung des Film-Sponsoren Cingular Wireless ausgetauscht. Cingular wirbt seit einigen Tagen in den USA mit Spider-Man-Anzeigenspots für seine Mobilfunkprodukte. USA Today erklärte allerdings bereits, für die Anzeige kein Geld bezahlt zu haben. Man sei einfach nur von Columbia um Erlaubnis für die Verwendung gebeten worden.

Keine Werbung für die Konkurrenz

Ganz zufällig kommt der Austausch der Anzeige dennoch nicht: Columbia Pictures gehört dem japanischen Elektronikriesen Sony. Werbung für die Produkte der Konkurrenz von Samsung sollten deshalb offenbar nicht im Bild erscheinen. Der Fernsehsehnder NBC, dessen Anzeigen ebenfalls aus dem Film verbannt wurden, gehört zudem dem Sony-Konkurrenten General Electric.

NBCs Anzeigentafeln am Broadway waren übrigens schon einmal von einer ähnlichen Bildbearbeitung betroffen. Der Fernsehsender CBS retouchierte die Anzeigen vor zwei Jahren aus seiner Silvesterübertragung. Auch damals klagte Sherwood, das Verfahren wurde jedoch nach einer außergerichtlichen Einigung eingestellt.

In der Vergangenheit gab es zudem immer wieder Rechtsstreitigkeiten um die in Filmen dargestellten Gebäude und Objekte. So sahen sich die Macher von Batman einer Klage ausgesetzt, weil ihr Filmheld durch eine Landschaft fuhr, dessen Architekt sich dadurch in seinen Urheberrechten verletzt sah. Der Film Twelve Monkeys wurde sogar gerichtlich gestoppt, nachem er bereits 28 Tage im Verleih war. Der Grund: Ein Designer hatte im Film einen Stuhl entdeckt, der einem seiner Entwürfe ähnlich sah.

Gruß    
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