Die Charttechnik "verlangt" es "per Gesetz", also werden die Indizes "parieren". SP-500 von 1400 scheint nach der Doktrin von Linienverlängerern unausweichlich. Leider aber lässt Charttechnik die bislang eher mäßig angelaufene US-Berichtssaison außer Acht (ebenso den selbst von der Fed eingeräumten Wirtschaftsabschwung). Die Indizes sind inzwischen so weit gestiegen, dass die damit verbundenen überzogenen Erwartungen an die Quartalszahlen der Firmen kaum mehr der Realität stand halten können.
Alcoa etwa fiel um 10 %, obwohl der gemeldete Gewinn um 86 % stieg. Das Gleiche sah man bei Pepsi und anderen Aktien wie GE, während Home Depot regelrecht patzte.
Nächste Woche kommen die Zahlen einer Reihe weiterer Big-Caps aus dem Technologiebereich, die in letzter Zeit besonders stark gestiegen sind. Interessant ist speziell Intel am Dienstag nach Börsenschluss. Analysten erwarten einen Gewinnrückgang von minus 23 Prozent, bedingt durch Intels drastische Preissenkungen in der Rabattschlacht mit Erzrivalen AMD. Wenn Alcoa schon bei 86 % Gewinnplus ins Minus fiel, wie soll der Markt dann erst auf Intel reagieren, wenn rote Zahlen geschrieben werden? (Intel stieg seit August von 17 auf 21,60 Dollar).
All dies lässt sich mit Charttechnik nicht erfassen, sofern man lediglich Linien linear über den gegenwärtigen Punkt hinaus (in Trendrichtung) verlängert. Aufschlussreicher ist da schon ein Blick auf das dünne Volumen, dass die Indexanstiege seit August kennzeichnet. Normalerweise entpuppen sich "Ausbrüche" bei dünnem Volumen als Fake-Ausbrüche. Bei überzogenen Erwartungen spielt gewöhnlich auch die "Stimmung" nicht mit.
Im Eingangsposting finden sich leider keinerlei Hinweise auf das Volumen, was den Prognosewert fraglich macht.