Rot-weiß-blaues Zahlenwunder

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Rot-weiß-blaues Zahlenwunder

 
11.02.04 10:19
Wenn die USA hohe Wachstumszahlen liefern, jubeln die Börsianer. Aber Vorsicht: Im Vergleich zu Deutschland übertreibt die amerikanische Statistik die guten Seiten ihrer Ökonomie

Dennis J. Fixler sollte wissen, wie es wirklich um die Wirtschaft steht. Schließlich ist er der Chefstatistiker des Bureau of Economic Analysis (BEA), der volkswirtschaftlichen Abteilung des US-Handelsministeriums. In dieser Position ist er verantwortlich für die offiziellen US-Konjunkturdaten. Nach seinen neuesten Zahlen richten sich die Finanzmärkte der ganzen Welt. So wie am 30. Oktober 2003: Um 7,2 Prozent sei die US-Wirtschaft im dritten Quartal gewachsen, erklärte das Handelsministerium. Drei Wochen später legte Fixler überarbeitete Wachstumszahlen vor. Man habe sich geirrt, das Wachstum betrage sogar 8,2 Prozent. Die Börsianer jubelten, die Aktienkurse stiegen auf allen Kontinenten, und die Bush-Regierung, seit langem wegen ihrer Wirtschaftspolitik kritisiert, freute sich. Diesseits des Atlantiks wurden die US-Zahlen mit Staunen aufgenommen.

Solche Wachstumswerte erreichen sonst nur so genannte Schwellenländer. Chinas Bruttoinlandsprodukt steigt derzeit um jährlich acht Prozent; damit galt das Land bisher als Wachstumsweltmeister. Vor diesem Hintergrund wirkten die Wachstumszahlen aus den USA suspekt. Wäre es möglich, dass sich Fixler und seine Kollegen verrechnet haben? Nein; falsch sind ihre Berechnungen nicht. Aber mit den deutschen Wachstumswerten nicht vergleichbar, denn US-Statistiker arbeiten anders als ihre deutschen Kollegen.

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