Polizei-Computersystem so einfach wie Internet

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Polizei-Computersystem so einfach wie Internet

 
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Neues Polizei-Computersystem so einfach wie Internet

Das für das kommende Jahr angekündigte neue Computersystem der deutschen Polizei soll so einfach zu bedienen sein wie eine moderne Internet-Suchmaschine. "Etwas anderes würde insbesondere von den jüngeren Kollegen gar nicht mehr akzeptiert", sagte der neu ernannte Direktor des Bundeskriminalamts (BKA) für Informationstechnologie, Harald Lemke, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Wiesbaden. Bisherige Erfahrungen zeigten, dass die Beamten mit einer modernen Benutzeroberfläche die Computer vier Mal häufiger einsetzten als zuvor.

Der Kriminalpolizei erwächst nach Meinung Lemkes ein neues Hilfsinstrument, das zusätzliche Ermittlungsansätze bringen und komplexe Verfahren etwa der organisierten Kriminalität überschaubarer machen kann. Erstmals könne der Polizei-Computer automatisiert Beziehungsgeflechte zwischen gesuchten Personen, Gegenständen und offenen Fällen herstellen. "So etwas zu erstellen, bedeutete früher mühsame und wochenlange Aktenarbeit."

Grundlage des Projekts "Inpol-Neu" ist die in Hamburg und Hessen erprobte Software "Polas", nachdem im April 2001 das bis dahin entwickelte BKA-System beim Probelauf bereits nach wenigen Minuten zusammengebrochen war. Nach diesem Desaster mit Millionenkosten hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) persönlich den bis dahin für die Hamburger Polizei und führende Computer-Unternehmen tätigen Informatiker Lemke mit der Fortführung von "Inpol-Neu" beauftragt. "Wir haben uns für den risikoärmsten Weg entschieden und auf ein funktionierendes System aufgesetzt", schildert der 46-Jährige die aktuelle BKA-Strategie.

Im Gegensatz zu den bisherigen Planungen soll "Inpol-Neu" nur noch ein Kernprogramm sein, das die einzelnen Ländern für ihre jeweiligen Bedürfnisse erweitern können. Der bisherige Ansatz sei unter anderem daran gescheitert, dass sämtliche Anforderungen aller Länder auf einmal umgesetzt werden sollten. "Das musste problematisch werden." Das BKA werde den Ländern demnächst ein lauffähiges Datenhaltungssystem anbieten, kündigte Lemke an. Die Länder seien aber wegen ihrer Polizeihoheit auch weiterhin frei, ein eigenes System einzusetzen, das mit den anderen kompatibel ist. Sachsen wolle diesen Weg gehen.

Trotz des verpatzten Probelaufs könnten wesentliche Teile der bisherigen Entwicklungen beim BKA weiter genutzt werden, sagte Lemke und lehnte daher eine Kostenrechnung zum jetzigen Zeitpunkt ab. "Bei solchen "troubled projects" wird die Rechnung immer erst zum Schluss aufgemacht." Mit der derzeit in der Kritik stehenden Rasterfahndung hat das neue Computersystem nach den Worten Lemkes nichts zu tun, da für diese ganz andere Programme genutzt werden. "Die Rasterfahndung ist kein technisches Problem."

"Inpol-Neu" soll das bereits 1972 beim BKA eingerichtete Computersystem "Inpol-aktuell" ablösen, das im wesentlichen aus strikt voneinander getrennten Dateien etwa über Straftäter, Kriminalakten, Haftstrafen, Spuren oder so genannte "Tatmittel" wie zum Beispiel Waffen besteht. Das neue System soll Mehrfacheingaben überflüssig machen und zudem die diversen Informationen untereinander verknüpfen können. "Das ist bislang in mühevoller Kleinarbeit in den Köpfen erfahrener Kriminalbeamter gemacht worden." Besonders bei großen Ermittlungsverfahren könne mit dem System auch sichergestellt werden, dass jeder Mitarbeiter einer Sonderkommission über den aktuellen Stand unterrichtet sei. (dpa) / (wst/c't)

Q: www.heise.de/newsticker/data/wst-13.03.02-000/


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