MAIL-PANNE BEI AOL: Sie haben keine Post

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MAIL-PANNE BEI AOL: Sie haben keine Post

 
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Verschwundene E-Mails, abgestürzte Programme: Bei AOL Time Warner haben Mitarbeiterbeschwerden über die hauseigene Software für Aufregung gesorgt - und das Management zu einem außergewöhnlichen Schritt gedrängt.
 
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AOL Time Warner: Beschwerden von Mitarbeitern
 
Sicherlich war es auch eine Frage der Ehre: Mit der Fusion von AOL und Time Warner im Januar 2001 zogen auch die AOL-Programme im neuen Konzern ein. Alle 82.000 Mitarbeiter von AOL Time Warner sollten ihre elektronische Post über die Software des blaugefärbten Internet-Providers verschicken.
Doch das hauseigene E-Mail-System hat sich aber offenbar als untauglich erwiesen, berichtet das "Wall Street Journal": E-Mails verschwanden unauffindbar, die Software stürzte regelmäßig ab, Mitarbeiter wurden ohne Vorwarnung aus den Programmen geworfen. Und wer innerhalb des Medienkonzerns eine Rundmail an viele Kollegen schreiben wollte, wurde vom Spam-Filter aussortiert.

Alles Probleme, die für normale User eigentlich nicht neu sind. Doch für AOL sind die Pannen mit dem eigenen System mehr als peinlich. Das firmeninterne E-Mail-System unterscheidet sich etwas von dem auf den privaten Rechnern, heißt es in dem Bericht. Auch um Lizenzgebühren zu sparen, habe AOL Time Warner vor allem auf Programme der konzerneigenen Firma Netscape zurückgegriffen - und sei damit in einige Probleme gestürzt.

So wollte der Time Verlag laut "Wall Street Journal" einer bedeutenden Werbeagentur eine wichtige Präsentation senden. Doch dass angefügte Attachment war dem AOL-Programm zu groß, ein Bote musste die Daten als Ausdruck mit dem Taxi zu der Agentur bringen.

Die Unternehmenstochter Warner Music habe ihre Mitarbeiter vor den hausgemachten Programmproblemen sogar warnen müssen: "Zwei Prozent der E-Mails gehen verloren", zitiert die Zeitung aus einer internen E-Mail der Warner Music - die hoffentlich auch bei allen Mitarbeitern angekommen ist.

Die Beschwerden der Mitarbeiter sollen das Management fast ein Jahr lang überflutet haben. Jetzt lenkten die AOL-Bosse bei einem Treffen ein und hoben das Verbot von firmenfremder Software auf: Mitarbeiter dürfen ihr E-Mail-System wieder frei auswählen - selbst wenn es vom Erzrivalen Microsoft stammt.


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