Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven

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Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven jack303
jack303:

Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven

 
02.09.02 10:41
#1
Volatilität kostet Nerven  

Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven
Mails/Nachrichten vom 02.09.2002, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die sehr hohe Volatilität bleibt ein Problem und raubt den Börsianern die Nerven. Dies läßt nicht so schnell nach und Sie müssen damit noch einige Wochen leben. Möglicherweise bis Oktober und im Extremfall November.

Die Analysten streiten darüber, ob wir es mit einer Bärenmarkt-Rally zu tun haben, die letzthin lief oder umgekehrt mit einer Bärenfalle, was ein Ausverkauf bekanntlich ebenfalls ist. Gut nachvollziehen läßt sich dies an den Reaktionen auf die Zahlen der großen Versicherer, und dies gleich europaweit.

Die MÜNCHENER RÜCK und SWISS RE, um die zwei Großen der Rückversicherer zu nennen, machen Verluste, insbesondere infolge hoher Abschreibungen auf Wertpapiere. Was ist daran neu? Gar nichts.

Jede juristische Gesellschaft (im Gegensatz zu natürlichen Personen) folgt dem Niederstwertprinzip in der Bilanz. Abschreibungen/Wertberichtigungen sind aber keine realisierten Verluste, sondern reduzierte Buchwerte. Steigen die dahinter stehenden Aktien, so entstehen daraus stille Reserven. Werden sie realisiert, so werden sie zu a. o. Erträgen, werden sie es nicht, so bleiben sie stille Reserven. Wer die Anlagevorschriften der Versicherungen kennt, weiß auch, daß nicht jede Aktie gekauft werden kann/darf und mithin in einem Portfolio einer Versicherung nicht gerade Titel wie EM.TV oder MOBILCOM stecken bzw. andere US-Titel der TMT-Branche. Zu 80 % handelt es sich um fundamental einwandfreie Aktien, die freilich im Zuge der Baisse allesamt verloren haben. Das läßt sich schon daraus erkennen: Die Kapitalanlagen der MÜNCHENER RÜCK betragen 33 Mrd E. Die eben genannten 1,5 Mrd E. sind also 4,5 %. Gleiches gilt für alle anderen. Lassen Sie also bitte die Tassen im Schrank.

Die Schäden von New York bzw. der Flutkatastrophe sind alle bekannt und meßbar. Die ALLIANZ nannte soeben 550 Mio E., und das sind wiederum 1 % der Kapitalanlagen bzw. 1 % der Nettoprämie oder 0,7 % der Bruttoprämie (pro Jahr). Dafür werden alle Prämien massiv erhöht und wachsen zur Zeit zwischen 12 und 19 %, wie die Zwischenberichte erkennen lassen. Da die Combined Ratio dadurch massiv reduziert werden kann, erwächst eine wesentliche Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses.

Soweit in Kurzfassung die Situation zu den Versicherungen, die ich in der nächsten AB präzisiere. Wenn allerdings ein Kurs von ALLIANZ von 117 E. auf 149 E. in fünf Börsentagen steigt und anschließend knapp unter 130 E. fällt, ist das nicht lustig. An der Einschätzung ändert sich nichts, und das bedeutet: Nutzen Sie dies zu massiven Aufstockungen, aber: Ohne Limits geht es nicht. Sie laufen einfach Gefahr, in ein Messer zu laufen.

Die Marktvolatilität in Frankfurt erreichte am Freitag die erwartete Zahl oberhalb von 40 bis max. 43. Bleiben Sie dabei: VDAX in dieser Höhe ist nicht lange haltbar und ein sicheres Zeichen für das Auslaufen von Schwächephasen. Man kann es auch als ein Echolot in der Schiffahrt bezeichnen.

New York ist heute geschlossen. In diesem Fall werden die Europäer versuchen, eine Eigentendenz zu entwickeln. Diese wird vermutlich besser ausfallen, als viele erwarten. Zu New York selbst: Schaut man sich die einzelnen Charts der großen Titel an, so hat sich das allgemeine Bild verbessert. Mehr ist dazu im Moment noch nicht zu sagen.

Eine Schwachstelle gibt es: Wohin marschiert Öl? Alle Öltitel, speziell die Ölservice-Werte, zeigen einen Rally-Ansatz. Das läßt sich für eine kürzerfristige Spekulation nutzen. Ich taxiere das Potential auf 20 %. Es ergibt sich allein aus der Markttechnik. SCHLUMBERGER notiert aktuell bei 43 $ und kann bis 52/54 $ anziehen. HALLIBURTON bereits 15,20 $ mit Chance bis 19,50/20 $. BAKER HUGHES liegt bei 27,50 $ und hat Potential bis 35 $. Die kleineren Titel werde ich in der AB noch besprechen. Resultat: Steigende Ölpreise sind stets ein Hindernis für die Markterholung insgesamt. Das ergibt den möglichen Verzögerungseffekt, wie eingangs erwähnt.

In der Technologie ist absolute Konsequenz Voraussetzung. Viele Titel haben eine Bodenbildung begonnen, aber noch nicht bestätigt. Ich habe in der AB vielfach darauf hingewiesen. Aber: Wird diese Bodenbildung nicht bestätigt, müssen Sie auch die Konsequenzen ziehen und das Feld verlassen. Warum? Wenn eine Firma wie SUN MICROSYSTEMS innerhalb von 8 Wochen (!) dreimal die Meinung ändert, um nun zu verkünden, daß sie überhaupt Zweifel habe, noch Aufträge von TMT zu erhalten, ist dies kaum noch nachzuvollziehen. Kursbasis 3,60/3,80 $ halte ich für vertretbar. Das ergibt eine Börsenkapitalisierung von nur noch rd. 10 Mrd $ für einen Umsatz von voraussichtlich 12 - 13 Mrd $. Aber: Was passiert, wenn Chef Mc Nealy seine Meinung erneut ändert? Das zeigt Ihnen, wie unsicher die Technologieszene noch immer ist, mithin die Bodenbildung und die Entscheidung über Käufe.

Im Nasdaq findet diese Bodenbildung noch lange nicht statt, wenngleich sie im S&P 500 schon sichtbar ist. Dazu zeige ich Ihnen in der nächsten AB einen interessanten Chart, den Sie mit demjenigen vergleichen, den ich in der letzten AB auf Seite 1 gezeigt habe. Er paßt exakt dazu und ist ein weiterer Baustein für Ihre Erkenntnisse.

Frankfurt probiert so eine Art Sippenhaft. ALLIANZ, MÜNCHENER RÜCK, AXA, AEGON, ING etc. werden alle in den gleichen Topf geworfen. Hauptthema siehe oben. Mithin bleibt es bei der eingangs erwähnten Einschätzung.

Technisches Handicap ist für den Gesamtmarkt dasjenige, das ich Ihnen schon vor einigen Wochen skizziert hatte: Wenn die 200-Tage-Linien fallen, ist es extrem schwierig, aus dieser Baissefalle herauszukommen. Ein tatsächlicher Trend entsteht aber erst dann, wenn diese Trendlinien steigen. Voraussetzung dafür ist eine deutliche Verbesserung des DAX auf mind. 3.950/4.000. Darauf wird es in den nächsten vier Wochen ankommen. Bis dahin ist die Gefahr der hohen Volatilität wie beschrieben gegeben. Neue Tiefstkurse gibt es deshalb nicht, aber eben nur Tradingmöglichkeiten, wie sie in den letzten zwei Wochen gegeben waren.

Auch darauf achten Sie: Wenn ALTANA in den DAX aufgenommen wird, wird der Kurs Luft ablassen. Das ist jetzt sichtbar. Meine Alternative in BEIERSDORF, die ich kürzlich debattiert hatte, liegt dann besser. Inzwischen 98 E. Zu den Hintergründen siehe AB.

Morgen hält SAP eine Nutzerkonferenz in Lissabon ab. Wahrscheinlich bis Freitag. Dazu gibt es am Donnerstag eine Analystenkonferenz mit einer neuen Prognose für den Rest des Jahres.

Soweit für Sie der Kompaß für die nächsten Tage. Morgen geht’s weiter.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven Stox Dude
Stox Dude:

hat der alte Schwachkopf

 
02.09.02 11:16
#2
nicht vor kurzem noch ueber "Bodenbildung" und guenstigen Kaufkurse
gefaselt?
Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven ruhrpottzocker
ruhrpottzocker:

Der Schwachkopf ist aber sehr nett !

 
02.09.02 11:20
#3

Ausserdem versteht er es, aus Scheisse, nämlich seinen Börsenbriefen, Geld zu machen. Wer kann das schon ?

Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven 769990
Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven jack303
jack303:

nanana, nicht so unflätig hier bitte, freunde des

 
02.09.02 11:25
#4
Zorns ! ;-)))))))
Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven ruhrpottzocker

Ich sach doch, der iss nett !

 
#5

Und wie der immer grinsen tut, wenn der die Auflage sieht. Alles mit Textbausteinen aus dem letzten Jahr, also keine Arbeit. Der muss nur aufpassen, dass es die Aktien noch gibt, von denen er schreibt.

Hans Bernecker: Volatilität kostet Nerven 770018


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