Der - Gold - Thread

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05.08.02 23:41
#1
Der - Gold - Thread 742095

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Nicht alles ist Gold, was glänzt

"Investoren schmücken sich wieder mit Gold" oder "Goldaktien trösten Anleger über Börsenfrust hinweg": Solche Schlagzeilen sind in den vergangenen Wochen wieder häufiger im Wirtschaftsteil der Zeitungen zu lesen. Tatsächlich hat der Preis pro Feinunze Gold im Juni mit 326 US-Dollar ein Jahreshoch erreicht. Seitdem ist er wieder etwas gefallen. Aber selbst mit 326 US-Dollar schafft der Goldpreis nicht annähernd das Niveau alter Zeiten. Die glänzenden Jahre für Gold waren die späten 70er. Nach den beiden Ölkrisen stieg der Goldpreis zeitweise auf fast 700 Dollar. Danach ging's - abgesehen von leichten Schwankungen - meist bergab.



Drei Wege zum Gold: Barren, Aktien oder Fonds

Wer dem Lockruf des Goldes trotzdem folgen will, für den gibt es drei Möglichkeiten: echte Goldbarren, Aktien der Minenbetreiber oder Anteile an Goldfonds.

Die Barren gibt's bei der Bank. Ihr Wert errechnet sich aus dem Gewicht und dem aktuellen Preis pro Feinunze. Ein Kilo-Barren kostet somit zur Zeit 10.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Aber physisches Gold hat gleich mehrere Nachteile: Es muss entweder in einem Schließfach bei der Bank aufbewahrt werden. Das allerdings kostet extra - und schmälert die mögliche Rendite. Oder Sie nehmen das gute Stück mit nach Hause. Dann muss der Barren gegen Diebstahl versichert werden, z.B. über die Hausratversicherung. Auch das schmälert die Rendite. Gleichzeitig aber wirft der Goldbarren keinerlei Zinsen ab. Die Hoffnung auf eine gute Geldanlage ruht allein auf einem eventuell steigenden Goldpreis.




Gold-Aktien: Dreifaches Risiko bei fraglichem Gewinn

Viele Goldminen gehören internationalen Konzernen. Sie sind an der Börse notiert. Ihre Aktien kann man kaufen und verkaufen wie Telekom-Papiere. Allerdings: Ihr Wert schwankt erheblich. Mal Verluste von 50, 60 Prozent, dann wieder Gewinne, für Laien ein schwer durchschaubares Auf und Ab. Zumal die Minen zum Teil am anderen Ende der Welt liegen. Und genau daraus ergibt sich ein weiteres Risiko: das Währungsrisiko. Die meisten dieser Aktien notieren in fremden Währungen, die stark zum Euro schwanken - sei es der südafrikanische Rand, Kanada-Dollar oder der Austral-Dollar." Dreifaches Risiko also bei keineswegs garantiertem Gewinn.



Goldfonds: Ein Kompromiss mit Tücken

Das Auf und Ab beim Wechselkurs lässt sich mit dem Kauf von Anteilen an speziellen Gold-Fonds vermeiden. Denn einige von ihnen werden in Euro gehandelt, zum Beispiel Capital Invest Gold Stock (Wertpapier-Kennnummer 970 962), PEH-Q-Goldmines (WKN 986 366) oder DWS Goldminenaktien Typ O (WKN 976 982). Die Fonds investieren in die Aktien verschiedener Minenbetreiber, zum Teil werden kleinere Mengen des Fondvermögens auch in Geldmarktfonds angelegt, die nicht so stark schwanken.

Starke Nerven und Geduld braucht es allerdings auch hier. Immer wenn es den Aktienmärkten gut geht, brechen die Goldfonds ein. Sie folgen meist der Entwicklung des Goldpreises. Wenn er verfällt, geht es auch mit den Fonds bergab. Viele erreichen erst gerade wieder ihr Niveau vom Jahr 1997. Weiterer Nachteil: Für die meisten muss der Anleger einen Ausgabeaufschlag bis zu 5 Prozent zahlen (gilt nicht für o.g. Fonds "DWS Goldminenaktien Typ O").




Goldenes Fazit

Die meisten Experten raten zu Goldfonds nur als Beimischung im Depot. 5 bis 10 Prozent vom Depotwert in Gold, damit könne man unter Umständen starke Schwankungen an den Aktienmärkten ausgleichen, meint z.B. der Goldexperte Tobias Müller von der Vereins- und Westbank in Hamburg. Auf jeden Fall aber zeigen die Schwankungen der vergangenen Jahrzehnte, dass man mit Gold als Geldanlage letztlich nicht ruhiger schläft als mit Aktien.
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Der - Gold - Thread Arbeiter
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Gold - Info's

 
06.08.02 00:00
#2
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Goldrausch geht in die nächste Runde

 
#3
Der - Gold - Thread 1068416
Der Rücksetzer beim Goldpreis nach Abschluss des Irak-Krieges ist schneller als erwartet zu Ende gegangen und mittlerweile zieht es die Feinunze wieder mit Macht nach oben. Und beinahe täglich gesellen sich weitere Strategen dazu, die sich und ihre Anleger auf einen langanhaltende Boom beim Gold - aber auch bei anderen Rohstoffen - vorbereiten.

So auch Stefan Schilbe, der Chef-Ökonom von HSBC Trinkaus & Burlkhardt. Er sieht ein ganzes Bündel fundamentaler Argumente, die für eine nachhaltige Renaissance des Edelmetalls sprechen. "Das niedrige Zinsniveau senkt die Opportunitätskosten für die Gold-Haltung, da der Verzicht auf Zinserträge leichter fällt. Außerdem verlieren die Goldförderer den Anreiz, die künftige Produktion auf Termin zu verkaufen, was die ohnehin günstige Nachfrage-Situation weiter verbessert", so der Anlagestratege. Bereits heute übertreffe der Bedarf die Förderung um 900 bis 1200 Tonnen pro Jahr.


Gold mit stärkerem Gewicht

Noch gravierender sind nach Einschätzung von Schilbe aber die jüngsten Äußerungen führender US-Notenbanker, die derzeit offenbar erwägen die Notenpresse anzuwerfen, um die brachliegende Investitionstätigkeit anzufachen. "Es gibt Überlegungen die Renditen amerikanischer Staatsanleihen künstlich niedrig zu halten, indem sie bei einem bestimmten Kursniveau mit neu gedruckten Scheinen zurückgekauft werden", sagt Schilbe. Eine mögliche Folge wäre ein anhaltender Preisdruck auf die US-Währung, der die stark auf Dollar ausgerichteten Notenbanken in Asien zu einer Neuausrichtung ihrer Währungsreserven veranlassen könnte. Dabei könnte auch Gold stärkeres Gewicht bekommen.

Soweit so gut. Doch der Dollar-Verfall macht gerade europäischen Goldsuchern stark zu schaffen. Denn bei der Umrechnung des in US-Dollar ermittelten Preises der Feinunze wird der Anstieg des Edelmetalls durch die Aufwertung des Euro beinahe vollständig aufgezehrt. "Die Gewinne, die der Anleger im Gold gemacht hat, hat er zu 80 Prozent bei der Währung verloren", stellt Christoph Eibl, Edelmetallhändler bei der Baden-Württembergischen Bank, fest. Einige Banken, wie ABN Amro und HSBC Trinkaus, haben auf das Dilemma reagiert und bieten mittlerweile währungsbesicherte Gold-Zertifikate an, bei denen quasi so getan wird, als ob die Notierung der Feinunze nicht in Dollar sondern in Euro erfolgen würde. Ob aber der Wechsel vom Dollar- zum Euro-Zertifikat auf dem inzwischen erreichten Kursniveau noch Sinn macht, ist allerdings eine Glaubensfrage. Um so mehr, nach dem der Euro bereits eine imposante Rallye hinter sich gebracht hat, sodass auch ein Engagement in der "unbesicherten" Dollar-Variante seinen Reiz haben kann. Zumal die Währungsabsicherung Geld kostet und mit ein paar Prozentpunkten Rendite bezahlt werden muss.


Es lohnt sich, die Handelsmodalitäten zu untersuchen

Außer der Währungsfrage gilt es vor dem Einsatz von Edelmetall-Zertifikaten allerdings auch noch einen Blick auf die Handelsmodalitäten der inzwischen zahlreichen Anbieter entsprechender Papiere zu werfen. Ein Blick in die historische Kursdatenbank der Stuttgarter Euwax zeigt nämlich, dass die meisten Emittenten bereits zwischen 18 und 19 Uhr die Kursaktualisierung beenden und den Handel in ihren Gold-Papieren einstellen. Das gilt beispielsweise für die Deutsche Bank, Goldman Sachs oder die Commerzbank.

Andere Anbieter halten zwar den Handel bis 20 Uhr offen, liegen dafür aber bei der Handelsspanne zwischen Verkaufs- und Rücknahmekurs (Geld-Brief-Spread) weit über dem Angebot der Konkurrenz. Hier sticht insbesondere die Baden-Württembergische Bank mit einer Geld-Brief-Spanne von mehr als 30 Cent aus der Masse hervor. Aber auch ABN Amro liegt mit 16 Cent deutlich über den Vergleichswerten der Wettbewerber. Bei UBS Warburg beträgt die Differenz lediglich fünf Cent, die Deutsche und die Dresdner Bank setzen acht Cent an. Als nachteilig erweist sich bei UBS Warburg allerdings, dass deren Zertifikate nur noch bis Oktober kommenden Jahres laufen und somit als Langfrist-Investment ausfallen.


Dresdner bietet derzeit beste Variante

Am günstigsten erscheint somit aktuell die Dresdner Bank, deren Papiere zum einen als Open-End-Zertifikate konzipiert sind und die zum anderen derzeit die günstigsten Handelsmodalitäten aufweisen. Der Spread liegt am unteren Ende der Gesamtskala und die Dresdner stellt nicht nur während der Börsenöffnungszeiten regelmäßig aktuelle Kurse, sondern ermöglicht im ausserbörslichen Abendhandel noch bis 22 Uhr die Orderabwicklung.


Das gilt zwar auch für die ebenfalls im Dresdner-Sortiment enthaltenen Platin-Zertifikate, bei denen allerdings mit gut 2,5 Prozent ein mehr als doppelt so hoher Spread angesetzt wird als bei der ABN Amro, die bei dem "weißen Gold" ebenso wie beim Silber derzeit in puncto Handelsspanne die Nase vorn hat. Und auch was die Handelszeiten anbetrifft, will ABN in den kommenden Wochen nachziehen und den unlängst eingeführten außerbörslichen Handel bis 22 Uhr ausdehnen. Ob dann auch die bei den Gold-Produkten angesetzten hohen Handelsspannen bei den Niederländern eingeengt werden, bleibt allerdings abzuwarten. Denn wie bei den Dollar-Zertifikaten liegt der ABN-Spread auch bei den währungsneutralen Quanto-Papieren mit 75 Cent weit höher als bei dem momentan einzigen Konkurrenten HSBC Trinkaus. Der kommt bei seinem Euro-Gold mit annähernd der halben Geld-Brief-Spanne aus (40 Cent).
mi.


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