das produktivitätswunder ist tot

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das produktivitätswunder ist tot neo andersson

das produktivitätswunder ist tot

 
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"Das Kapital: Zweistelliges Gewinnwachstum ist endgültig passé

Das Produktivitätswunder kann man sich langsam in die Haare schmieren. Nicht nur, dass das US-Wachstum zwischen 1998 und 2001 von 3,1 auf 2,7 Prozent korrigiert wurde. Auch im längerfristigen Vergleich ist die Wirtschaftsleistung unbeeindruckend.

Im Schnitt der letzten zehn Jahre hat sie um 3,2 Prozent zugelegt, bei einem Beschäftigungswachstum von 1,25 Prozent. Zwischen 1982 und 1992 ist das BIP um 3,6 Prozent gestiegen, die Beschäftigung um knapp 1,8 Prozent. Dabei spielen Computer eine immer größere Rolle, was sich wegen der Qualitätsverbesserungen vor allem im realen BIP niederschlägt. Das nominale BIP ist seit Mitte 1992 gerade um 5,1 Prozent gewachsen. Derzeit steigen die Preise am Deflator gemessen annualisiert um 1,2 Prozent. So viel zum Thema zweistellige Gewinnerwartungen.

Das Positive ist, dass sich die IT-Investitionen seit dem dritten Quartal 2001 stabilisieren, sogar in Mark und Pfennig gerechnet. Allerdings liegen sie immer noch um 14 Prozent niedriger als 2000. Ansonsten ist die Endnachfrage annualisiert um 0,1 Prozent gefallen, die Anlageinvestitionen um 1,6 Prozent. Selbst der Wohnungsbau ist nur noch um fünf Prozent gestiegen, nach 14,2 Prozent im Vorquartal. Derweil bleibt die Sparquote von vier Prozent mickrig. Wer Häuser baut, muss auch sparen, um sie zu finanzieren.


Geld- und Fiskalpolitik geben alles. Wie Aufträge, Einkaufsmanagerindizes und Verbrauchervertrauen aber zeigen, werden die Konsequenzen von Überinvestition, Verschuldung und geplatzter Börsenblase immer spürbarer. Bleibt nur zu hoffen, dass die zweite Konjunkturdelle mild ausfällt.

Unilever

So wohltuend waren Fünfjahrespläne selten. Lange hat sich Unilever von Leo Trotzkis Devise inspirieren lassen: "Zu altern ist das überraschendste Ereignis, das einem passieren kann." Statt die wichtigsten Geldbringer aufzupäppeln, züchtete der Seifen- und Lebensmittelriese einen Wildwuchs von 1600 Marken, die großteils kaum was abwarfen.

Erst unter dem noch immer recht frischen Altachtundsechziger Niall FitzGerald schreitet die Verjüngung langsam voran. Sein im Februar 2000 eingeschlagener fünfjähriger Wachstumspfad macht’s möglich. Unilever hat bereits 28.600 Jobs abgebaut und konzentriert sich auf die 400 Topmarken. Das lohnt sich. Die operative Umsatzmarge stieg um 180 Basispunkte auf 14,9 Prozent - vor Goodwill und Sondereffekten versteht sich, denn die sind im Plan nicht vorgesehen. Das Ziel von 16 Prozent rückt in greifbare Nähe.

Das Absatzwachstum von 0,6 Prozent bei im Schnitt um 2,7 Prozent höheren Preisen war nicht berauschend, aber im Vergleich zum Minus von 1,2 Prozent im ersten Quartal erfolgversprechend. Höhere Werbeausgaben und zukunftsweisende Neueinführungen sollten das Wachstum beschleunigen.

Gemessen an der Ertragskraft ist die Firma weiter mit einem Abschlag von zehn Prozent zum weltweiten Sektor bewertet. Der sollte sich dank der jetzt versprochenen 15 Prozent Gewinnwachstum für 2002 zügig schließen. Denn das Ziel scheint erreichbar - schließlich lässt Unilever unerfreuliche Währungsturbulenzen außen vor. Kurzfristig könnte da wohl nur das Wetter die Eisumsätze schädigen. Alles lässt sich halt doch nicht planen.

Metro

Der Ruf seiner wertorientierten Unternehmensführung geht Thomas Unger voraus - sagt zumindest Metro , wo er neuer Finanzvorstand ist. Die hat der Handelsriese nötig. Die Quartalszahlen waren bestenfalls in Ordnung. Der Umsatz wuchs im ersten Halbjahr gerade um 3,4 Prozent; der operative Gewinn ist geschrumpft. Trotzdem: Metro hält entgegen den Erwartungen an der Gewinnprognose von plus zehn Prozent fest.

Den Geldsegen sollen der Elektrohandel und die Auslandstöchter bringen. Mittlerweile können eingefleischte Metro-Shopper selbst in Vietnam oder Indien in den Genuss des Cash-and-Carry-Konzepts kommen, einer Mischung aus Groß- und Einzelhandel.

Das ewige Sorgenkind bleibt auf unabsehbare Zeit der Einzelhandel. Vermutlich täte Metro nichts lieber, als die Praktiker- oder Supermärkte zu verkaufen. Aber wer will schon in den unrentablen deutschen Markt einsteigen? Deshalb wird hier kaum investiert, was in den Filialen unverkennbar ist.

So kann sich Metro eine Dividendenrendite von vier Prozent leisten. Bei einem Diskontsatz von acht Prozent ist die Aktie schon dann fair bewertet, wenn die Dividende von 1,02 Euro um knapp vier Prozent jährlich steigen würde. Angesichts der Perspektiven im Elektrohandel und bei Cash and Carry scheint das konservativ. Auch im relativen Vergleich schneidet Metro gut ab. Sie kostet den 0,29fachen Umsatz. Für Walmart muss man den 1,27fachen hinlegen. Da ist einem Metro schon lieber. Nur lässt sich der Ruf nicht von heute auf morgen aufpolieren."

quelle: www.ftd.de

in diesem sinne



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