... - so wie ich, warum eine meiner Lieblingsaktien sich gerade mit massiven Kursverlusten präsentiert. Es ist einfach zum kotzen! Hier mal ein Auszug aus dem Blätterwald.
Bei Carbios spitzt sich die Lage dramatisch zu. Minderheitsaktionäre haben Klage eingereicht, die französische Finanzaufsicht ermittelt wegen möglichen Insiderhandels – und die Polizei durchsuchte bereits Büros und Privatwohnung des CEO. Die Vorwürfe gegen die Führungsetage des Biotech-Unternehmens wiegen schwer.
CEO unter Verdacht
Im Zentrum der Ermittlungen steht Vincent Kamel. Dem Geschäftsführer wird vorgeworfen, kurz nach seinem Amtsantritt Kaufoptionen über 10.000 Aktien ausgeübt zu haben – zeitgleich mit einem brisanten internen Vorgang: dem Rücktritt des wissenschaftlichen Direktors Alain Marty, einer Schlüsselfigur des Unternehmens.
Der entscheidende Punkt: Marty ist wissenschaftlicher Kopf hinter der Recycling-Technologie von Carbios. Sein Abgang ist hochrelevant für Investoren. Die Kläger werfen Kamel vor, die Märkte nicht über diesen Rücktritt informiert zu haben, während er gleichzeitig eigene Aktienoptionen ausübte – ein klassischer Insiderverdacht.
Vorwürfe weiten sich aus
Die juristische Offensive geht weiter. Eine zweite Klage richtet sich gegen den gesamten Verwaltungsrat: Veruntreuung von Unternehmensvermögen lautet hier der Vorwurf. Betroffen sind neben CEO Kamel auch Präsidentin Isabelle Parize und sämtliche Verwaltungsratsmitglieder.
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Die französische Finanzaufsicht AMF hat reagiert. Beweismittel wurden bereits in einer Durchsuchung gesichert – sowohl in den Büroräumen als auch in der Privatwohnung des Geschäftsführers. Solche Maßnahmen sind in Frankreich ungewöhnlich und signalisieren, dass die Behörden den Vorwürfen erhebliches Gewicht beimessen.
Vertrauensfrage für das Unternehmen
Für Carbios, das auf enzymatisches Kunststoff-Recycling setzt, könnte der Skandal zum existenziellen Problem werden. Die Corporate Governance steht unter scharfer Beobachtung. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen neben Reputationsschäden auch finanzielle und personelle Konsequenzen für die Führungsetage. Die Aktie steht deutlich unter Druck – mit einem Minus von über zehn Prozent reagiert der Markt nervös auf die Entwicklungen.
Der Vorstand verwehrt sich in einer heutigen Presseerklärung gegen alle Vorwürfe - aber was soll er auch sonst machen. Ich fürchte, wir müssen hier mit weiteren Kursabschlägen rechnen. Der Verlust des wissenschaftlichen Kopfes der Bio-Enzym-Technik dürfte aber wahrscheinlich noch schwerer wiegen. Zu seinen Rücktrittsgründen wurde gar nicht gesagt. Das lässt alles überhaupt nichts Gutes erwarten.
Ciao Carbios ... jedenfalls bis auf weiteres. Zum Verkauf ist es aber wahrscheinlich schon zu spät. Wieder mal Pech gehabt.
CU
Max