5.10.: Deutsche IT-Branche wächst langsamer

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5.10.: Deutsche IT-Branche wächst langsamer

 
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Aus der FTD vom 5.10.2001 www.ftd.de/bitkom

Deutsche IT-Branche wächst langsamer

Von Variables.tf_author

Die deutschen Unternehmen der Informationstechnologie und Telekommunikation haben ihre Prognosen für das Umsatzwachstum 2001 nahezu halbiert. Ihr wichtigster Branchenverband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) stellte am Donnerstagein Umsatzplus von 4,6 Prozent auf 254,3 Mrd. DM in Aussicht.

 
Im Juni hatte Bitkom-Präsident Volker Jung, zugleich Mitglied im Zentralvorstand von Siemens, noch eine Wachstumsprognose von 8,7 Prozent genannt. Damit trifft die weltweite Absatzkrise die Branche in Deutschland härter als ursprünglich angenommen. Jung wollte jedoch anders als zahlreiche seiner Mitgliedsunternehmen nicht allein die Folgen der Terroranschläge in den USA für das schleppende Wachstum verantwortlich machen: "Zurzeit deutet manches darauf hin, dass es nicht zu einer großen Krise kommt", sagte der 62-Jährige. Die Folgen seien nicht genau absehbar. Unternehmen wie der US-Computerhersteller Compaq oder der deutsche Chiphändler CE Consumer Electronic hatten zuletzt mit Hinweis auf die Anschläge vor möglichen Verlusten gewarnt.

Grund für das geringere Wachstum sei, dass der deutsche Markt etwa mit Mobiltelefonen und Hardware inzwischen gesättigt sei, sagte Jung. Zudem verschöben Unternehmen Investitionen, weil die Konjunkturlage unsicher ist.


Hoffnungsmarkt Mobiltelefone

Im kommenden Jahr soll der Umsatz mit Informationstechnologie und Telekommunikation mit 4,9 Prozent etwas stärker wachsen als in 2001. Wachstumstreiber sind, neben Software, eindeutig Dienstleistungen: Etwa Beratung und Implementierung bei Hardwaresystemen und neue Dienste in der Mobiltelefonie - dazu zählen Einkaufen oder Informieren per Handy. Das stärkste prozentuale Wachstum erwarten Internet- und Onlinedienste, wenn auch auf schwachem Niveau: Ihr Umsatz soll 12,5 Mrd. DM erreichen.


Im kommenden Jahr geht Jung weltweit auch wieder von einem leichten Anstieg beim Verkauf der Mobiltelefone aus. Es werde ein vernünftiges Wachstum geben, sagte Jung, der beim viertgrößten Handyhersteller Siemens unter anderem das Geschäft mit Mobiltelefonen verantwortet. Wachstumsraten wie in den vergangenen Jahren werde es allerdings nie mehr geben.


Schwach bleibt dagegen auch 2002 das Geschäft mit Computer-Hardware und Telefonen in Deutschland, erwartet der Verband. Bei der klassischen Hardware rechnet er nur mit einem geringen Wachstum von 0,3 Prozent auf 46,7 Mrd. DM; bei den Telefonen, sowohl mobil als auch für das Festnetz, soll es gar ein Minus von 5,1 Prozent auf 12,6 Mrd. DM Umsatz geben. Das dürfte auch Zulieferer wie etwa den Chiphersteller Infineon unter Druck setzen.



UMTS-Pessimismus


Grund für den Pessimismus: Die Branche ist vorsichtig mit den Aussichten für UMTS. Der neue Mobilfunkstandard macht wesentlich umfangreichere Dienste möglich als bislang und wird die Kunden zum Kauf neuer Mobiltelefone zwingen. Ab Mitte 2002, so Jung, wird UMTS zwar in einigen Teilen Deutschlands verfügbar sein. Der Lobbyist malte aber auch gestern wieder schwarze Bilder an die Wand: Bürgerinitiativen schürten Angst vor elektromagnetischen Feldern - dem so genannten Elektrosmog, der von den UMTS-Sendemasten ausgeht. Sie fordern die Politik auf, die Grenzwerte herabzusetzen - und damit die Leistungsfähigkeit der UMTS-Stationen. Das würde die Zahl der notwendigen UMTS-Masten und damit die Kosten für eine flächendeckende Versorgung erhöhen. Bis Weihnachten rechnet die Branche mit einer Entscheidung aus Berlin.

© 2001 Financial Times Deutschland , © Illustration:  dpa


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