Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
Freitag, 01.03.2024 18:25 von | Aufrufe: 1314

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Rekordjagd mit leichten Ermüdungserscheinungen

Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt. © typhoonski / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat seinen Höhenflug auch am Freitag fortgesetzt und mit der siebten Bestmarke in Folge gekrönt. Auf Schlusskursbasis gelang dem deutschen Leitindex gar acht Tage hintereinander ein Rekord. Börsenexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von der längsten Rekordserie seit dem Jahr 2015.

Ein überraschend schwach ausgefallener Rückgang der Inflation in Europa sowie gedämpfte US-Konjunkturdaten hatten im Verlauf jedoch die Kauflust der Anleger etwas gedämpft. Der Dax ging mit einem Plus von 0,32 Prozent bei 17 735,07 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer ein Plus von 1,8 Prozent.

Finanzmarktbeobachter Andreas Lipkow konstatierte unterdessen "erste nachvollziehbare Ermüdungserscheinungen". Auch die Experten der Landesbank Helaba warnen vor zu hohen Erwartungen an die weitere Kursentwicklung. Sie verwiesen auf charttechnische Signale, wonach der Dax inzwischen überkauft sein könnte. Dementsprechend gebe es ein Korrekturrisiko.

Robuster als der Dax zeigte sich am Freitag der MDax . Er ging mit einem Zuwachs von 1,15 Prozent bei 26 120,64 Punkten dicht unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Der Index der mittelgroßen Unternehmen war zuletzt aber auch seinem großen Bruder hinterhergehinkt.

Zuletzt hatten die Anleger dies- und jenseits des Atlantiks erleichtert auf die jüngsten Inflationssignale reagiert. Diese deuten eine sich abschwächende Teuerung an und halten damit die Hoffnung auf Zinssenkungen aufrecht. Derweil zeigten die Februar-Verbraucherpreise, dass die Teuerung in der Eurozone zwar weiter zurückgegangen ist - aber nicht ganz so stark wie erwartet.

Börsenkenner Lipkow wertete ferner die neuen US-Konjunkturdaten als einen Hinweis auf eine merkliche Abkühlung der US-Industrie. So waren in den Vereinigten Staaten die Bauausgaben überraschend gesunken. Zudem hatte sich die Industriestimmung gemessen am Einkaufsmanagerindex ISM unerwartet eingetrübt, und das Konsumklima hatte sich laut einer Umfrage der Universität Michigan im Februar überraschend verschlechtert.

Nach Einschätzung von James Knightley, internationaler Chefvolkswirt bei der ING, dürfte angesichts dessen der Fed-Vorsitzende Jerome Powell bei seinen Auftritten vor dem US-Kongress nächste Woche wahrscheinlich wenig über den Zeitplan für Zinssenkungen verraten. Wenig Konkretes zum Timing der erhofften Lockerung erwarten Beobachter derzeit auch vom anstehenden Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB).

Auf Unternehmensseite standen am Freitag Geschäftszahlen vorwiegend aus der Autobranche im Fokus. Volkswagen-Vorzüge knickten nach überraschend vorgelegten Eckdaten ein und gingen als Dax-Verlierer mit einem Abschlag von fast fünf Prozent ins Wochenende. Der Autobauer hatte im vergangenen Jahr einen Rückgang der Profitabilität hinnehmen müssen. 2024 rechnen die Wolfsburger zwar wieder mit etwas Besserung, die Anleger störten sich jedoch an den hohen Investitionsausgaben.

Begeistert reagierten die Anleger dagegen auf den Ausblick des Nutzfahrzeugherstellers Daimler (Daimler Aktie) Truck , der als überraschend zuversichtlich gewertet wurde. Mit einem Kurssprung von gut 18 Prozent waren die Aktien Dax-Spitzenreiter und setzten ihren Rekordlauf fort. In deren Kielwasser zogen die Papiere der Volkswagen (VW Aktie) -Nutzfahrzeugholding Traton als größter Gewinner im Nebenwerte-Index SDax um mehr als sechs Prozent an.


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Die Aktien des Autovermieters Sixt entwickelten sich ebenfalls nach Zahlen mit plus 2,1 Prozent klar besser als der MDax.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann 0,35 Prozent auf 4894,86 Punkte. Noch deutlichere Gewinne verbuchte der Londoner FTSE 100 , während der Pariser Cac 40 nahezu stagnierte. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zuletzt 0,12 Prozent höher.

Der Euro stieg und kostete zuletzt 1,0833 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0813 Dollar (Dollarkurs) festgesetzt.

Am Rentenmarkt ging es bergauf. Der Rentenindex Rex stieg um 0,39 Prozent auf 124,95 Punkte. Die Umlaufrendite fiel von 2,54 auf 2,46 Prozent. Der Bund-Future stand zuletzt 0,03 Prozent tiefer bei 132,58 Punkten./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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