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Weiterhin Kauflaune ?

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02.06.07 15:32
News - 02.06.07 12:50
Börsenausblick: Kaufstimmung an den Aktienmärkten

Gute Wirtschaftdaten sorgen für anhaltende Kaufstimmung an den Aktienmärkten in Europa und den USA, wo die Börsen Höchststände erreichten. Marktbeobachter rechnen vorerst mehrheitlich mit steigenen Kursen und höchstens kleinen Verschnaufpausen.


Am Freitag hatten erfreuliche Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt sowie der amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindex die Börsen erneut angetrieben und auf die Anleihekurse gedrückt. Auch auf Wochensicht ging es für Anleihen bergab, und der Euro stagnierte, während die Aktienmärkte gewannen.

In den USA stieg der Standardwerteindex Dow Jones um 1,2 Prozent und schob sich mit 13.668 Punkten auf den höchsten Stand überhaupt. Der S&P 500 legte 1,7 Prozent zu und schloss bei 1536 Punkten auf einem Rekordhoch. Der Nasdaq Composite zog um 2,22 % an. Der europäische Stoxx 50 kletterte um 2,9 %. Der Dax, der seit Jahresanfang die Vergleichsindizes deutlich hinter sich lässt, schraubte sich um 3,2 Prozent nach oben und übersprang kurz 8000 Zähler. Die Verluste der chinesischen Börsen, die nach Erhöhung der Steuer auf Aktiengeschäfte eingebrochen waren, störten die Anleger kaum.



"Der Dax kann bis Jahresende um weitere 8 bis 10 Prozent steigen. Der Grund dafür sind die stark steigenden Unternehmensgewinne auch durch die starke deutsche Wirtschaft, steigende Dividenden, die erwartete Erhöhung des Fremdkapitalanteils und der Einfluss aktivistischer Investoren, die sich erstmals stärker in Deutschland engagieren", sagte Alain Bokobza, Leiter Aktienstrategie Europa bei Société Générale. "Grundsätzlich ist das Wirtschaftswachstum weltweit solide und die Unternehmen weisen hohe Rentabilitäten auf", sagte Bernd Meyer, Chefstratege für europäische Aktienmärkte bei der Deutschen Bank.


Vermehrt auch vorsichtige Stimmen


Zwar gibt es vermehrt vorsichtige Stimme, doch Skeptiker rechnen derzeit allenfalls mit leicht fallenden Kursen. "Kurzfristig sieht es nach einem Bullen-Markt aus. Aktien blieben angesichts der Wachstumsaussichten attraktiver als Bonds, sagte Khuram Chaudhry, Europa-Chefstratege für quantitative Analyse bei Merrill Lynch. Er sieht aber auch Risiken: "Es macht einen nervös, wenn der Markt Rekordstände erreicht."

An den US-Börsen sind die Vorzeichen ähnlich: "Ich gehe davon aus, dass der Boom von Unternehmensfusionen anhält", sagte Peter Boockvar vom Aktienhändler Miller Tabak. Im Mai hatten Microsoft und Coca-Cola je ihre teuersten Zukäufe getätigt. Sam Stovall, Chefstratege bei Standard & Poor's rechnet mit einer Atempause. "Es würde mich nach der jüngsten Rekordjagd nicht wundern, wenn die Märkte in den nächsten Tagen etwas nachlassen."


Stimmung für Renten bleibt negativ


Anleihen gelten zurzeit nicht als Anlagealternative. Inzwischen hat sich am Aktien- und Rentenmarkt ein einheitliches Konjunkturszenario durchgesetzt - zu Lasten der Bonds. Kurzfristig sind also weitere Renditeanstiege zu erwarten", schrieb Unicredit-Analyst Kornelius Purps. "Im Markt gewinnt die Einschätzung immer mehr Befürworter, wonach die Europäische Zentralbank den Leitzins bis auf 4,50 Prozent anheben wird", so Purps. Die Sitzung der Notenbank am kommenden Mittwoch wichtig werden.

"Das positive Konjunkturbild, das in den Aktienmarkt strahlt, belastet den Rentenmarkt", sagte auch Peter Müller, Zinsanalyst der Commerzbank: Er hält Renditeniveaus bei deutschen zehnjährigen Staatsanleihen von bis zu 4,5 Prozent für möglich. Thomas Amend, Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt ist etwas optimistischer. "Der Markt ist reif für eine kurzfristige Gegenbewegung, allerdings dürfte es keine nachhaltige Trendwende geben."


Stabiler Dollar erwartet


Angesichts guter US-Wirtschaftsdaten dürfte der Dollar vorerst stark bleiben. Unicredit rechnet mit stabilen Kursen oder einer leichten Euro-Abwertung. "Solange der Euro-Dollar-Wechselkurs nicht unter 1,3375 $ fällt, bleiben wir aber konstruktiv", sagte dagegen Hans Redeker, Leiter Währungsanalyse von BNP Paribas.


Von Elisabeth Atzler, Mark Böschen, Frankfurt, Yasmin Osman, Berlin und Jens Korte, New York

Quelle: Financial Times Deutschland

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