Wahre innere Werte

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Arbeiter:

Wahre innere Werte

 
18.08.01 20:40

Wahre innere Werte



Börsenaltmeister André Kostolany war ein Verfechter der Fundamentalanalyse. Auch Multimillionär Warren Buffet ist ein Anhänger dieser Methode. Hans-Dieter Schulz, Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, hingegen schwört eher auf die Chartanalyse.

Die Diskussion ist schon fast zu einem Glaubenskrieg unter Börsengurus und solchen, die es gerne werden würden, ausgeartet. Kein Wunder: Wer kauft schon gerne überteuerte Aktien oder lässt sich ein verborgenes Juwel durch die Lappen gehen?

Während sich Chartanalytiker auf den Kursverlauf konzentrieren und aus ihm neue Höhenflüge und Kurseinbrüche herauslesen, haben die Fundamentalanalytiker die Unternehmenszahlen im Auge, um den inneren Wert einer Aktie zu berechnen.

Dabei greifen die Analysten in der Regel auf Zahlen aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zurück. Im Mittelpunkt stehen Ertragskennzahlen wie der Gewinn je Aktie.

Daneben gibt es aber auch eine Reihe von Hilfsindikatoren, die speziell für die vielen neuen Internetbuden - mit guten Ideen, aber roten Zahlen - entworfen wurden. Bei denen schauen Anleger zum Beispiel auf die Zahl der registrierten Nutzer oder die Seitenabrufe.

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Arbeiter:

Optionen und Futures

 
25.08.01 08:53

Wunderwaffe mit Nebenwirkungen


Carsten Krämers hatte sich das Anfang vergangenen Jahres so schön vorgestellt: Eine größere Wohnung und einen Trip durch Australien wollte er sich von seinen Aktiengewinnen leisten. Und anfangs sah es auch richtig gut für den 31-jährigen Polizisten aus: Die bunte Mischung aus Dax-Werten gewann in seinem Depot fleißig an Wert, ebenso wie die Neue-Markt-Aktien, an die er sich nach einigem Zögern rangetraut hatte.

Schließlich legte Krämers in Sachen Risikobereitschaft noch einen drauf und entdeckte sein Herz für Optionen: Er setzte auf weiter steigende Aktienkurse und profitierte über die so genannte Hebelwirkung der Option überdurchschnittlich an den Gewinnen einzelner Aktien. Die Geschäfte gingen gut, solange die Kurse stiegen.

Dass der Hebel auch in die andere Richtung wirkt, musste Krämers im Laufe der Jahre 2000 und 2001 feststellen. Mit zahlreichen Schieflagen setzte er viel Geld in den Sand. Vom einstigen Depotwert von knapp über 50.000 Mark Anfang 2000 sind derzeit weniger als 5.000 Mark übrig – viel Lehrgeld, das sich Carsten Krämers teilweise gespart hätte, wenn er die Optionen nicht zur Spekulation genutzt hätte, sondern um ein Sicherheitsnetz um sein Depot zu spannen.

Einer darf, der andere muss

Ganz allgemein gehören Optionen in die Kategorie der Derivate. Das sind Kapitalmarktprodukte, die sich aus anderen Finanzmarkttiteln ableiten: Gegenstand des Geschäfts ist immer die zukünftige Preisentwicklung einer Aktie, einer Anleihe oder eines anderen Gutes. Die beiden bekanntesten Derivateformen sind Optionen und Futures.

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schmuggler:

Interessant, danke sehr! o.T.

 
25.08.01 10:45
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Arbeiter:

Long Call & Short Call

 
25.08.01 21:34

Long Call


Kauf einer Kaufoption

Der Käufer einer Kaufoption spekuliert auf steigende Kurse des Basiswertes.

Beispiel: Ein Anleger kauft im Juli einen Call amerikanischer Art auf die ABC-Aktie. Die Kontraktgröße ist 100 Aktien, der Basispreis liegt bei 120 Euro, die Option läuft bis Dezember. Der Call kostet fünf Euro pro Aktie (Optionspreis). Insgesamt muss der Anleger 500 Euro hinblättern (100 x fünf Euro). Die ABC-Aktie notiert an der Börse zurzeit bei 105 Euro.

Der Käufer hat nun das Recht, nicht aber die Verpflichtung, bis Dezember jederzeit 100 ABC-Aktien zum Kurs von 120 Euro zu kaufen. Dieses Recht in Anspruch zu nehmen, lohnt sich erst ab einem ABC-Aktienkurs von über 125 Euro. Bei dieser Schwelle ist es egal, ob der Anleger die Aktien am Kassamarkt oder über die Option erwirbt.

Steigt die Aktie zum Beispiel auf 140 Euro, übt der Anleger die Option aus. Er kauft die Aktien über die Option zu 120 Euro, verkauft sie dann am Kassamarkt zu 140 Euro und macht einen Gewinn von 20 Euro je Aktie. Abzüglich des investierten Optionspreises von fünf Euro bleibt ein Nettogewinn von 15 Euro je Aktie. Über den gesamten Kontrakt ist das ein Gewinn von 1.500 Euro oder 300 Prozent.

Alternativ zur Ausübung bietet sich auch der Weiterverkauf des Call an. Mit steigenden Kursen gewinnt auch das Recht, die Aktie weiterhin zu 120 Euro kaufen zu dürfen, an Wert. Bei einem Aktienkurs von 140 Euro wird für den Call mindestens 20 Euro gezahlt. Dies ist der sogenannte innere Wert (Aktienkurs minus Basispreis).

  • So viel Gewinn ist drin: Unbegrenztes Gewinnpotenzial.


  • So viel Verlust droht: Der Verlust ist maximal auf den Einsatz begrenzt. Das bedeutet im Extremfall allerdings einen Totalausfall von 100 Prozent.

Short Call


Verkauf einer Kaufoption


Der Verkäufer einer Kaufoption baut darauf, dass der Kurs des Basiswertes stagniert oder fällt. Besitzt der Verkäufer beim Abschluss des Optionsgeschäftes keine Aktien des Basiswertes, tätigt er ein so genanntes Leergeschäft. Sollte der Käufer die Option tatsächlich ausüben wollen, muss der Verkäufer dann in den sauren Apfel beißen und die Aktien teuer über die Börse beschaffen. Beispiel: Übernimmt man die Zahlen aus dem Long-Call-Beispiel, so gewinnt der Anleger bei einem Short Call, wenn der Kurs des Basiswertes mit Blick auf das Laufzeitende nicht über 125 Euro steigt. Der Anleger kann dann den vereinnahmten Optionspreis als Gewinn verbuchen. Im Beispiel sind das fünf Euro je Aktie beziehungsweise 500 Euro je verkauftem Call-Kontrakt.

  • So viel Gewinn ist drin: Der maximale Gewinn ist auf die Höhe der eingestrichenen Optionsprämie begrenzt.


  • So viel Verlust droht: Das Verlustpotenzial ist theoretisch nicht limitiert. Mit steigenden Kursen des Basiswertes rutscht der Verkäufer eines Call immer tiefer in die Verlustzone. Eine Notbremse wäre der vorzeitige Rückkauf des Call. Dies kann aber teuer werden, denn mit steigenden Kursen des Basiswertes wird auch der Call an Wert zulegen.


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Arbeiter:

Long Put & Short Put

 
25.08.01 21:47

Long Put


Kauf einer Verkaufsoption

Der Käufer eines Long Put spekuliert auf fallende Kurse des Basiswertes, oder er benutzt die Option, um sein Aktiendepot gegen fallende Kurse abzusichern.

Beispiel: Ein Investor kauft im Juli einen Put amerikanischen Typs auf die ABC-Aktie mit einem Ausübungspreis von 90 Euro und einer Laufzeit bis Dezember. Dafür bezahlt er fünf Euro je Aktie. Bei einer Kontraktgröße von 100 Aktien kostet ihn das Geschäft also 500 Euro. Die ABC-Aktie, der Basiswert, notiert zurzeit bei 100 Euro.

Der Anleger hat nun das Recht, nicht aber die Verpflichtung, bis zur Fälligkeit des Kontraktes 100 ABC-Aktien zum Kurs von 90 Euro verkaufen zu dürfen. Lohnend ist das ab einem Kurs von 85 Euro (Basispreis minus Optionspreis). Fällt die ABC-Aktie etwa auf 60 Euro, kauft der Investor die Aktien zu diesem Kurs billig an der Börse, übt die Option aus und kassiert vom Verkäufer des Put 90 Euro. Abzüglich des Kapitalaufwandes für die Option macht er einen Gewinn von 25 Euro pro Aktie, 2.500 Euro insgesamt.

Nutzt er den Long Put zur Absicherung seines eigenen ABC-Aktienbestandes, so muss er sich bei fallenden Kursen weniger Sorgen machen. Innerhalb der Optionsfrist ist ihm ein „Kurs“ von 85 Euro pro Aktie (Basispreis minus Optionspreis) sicher.

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Arbeiter:

Gut zu wissen

 
26.08.01 11:28

Gut zu wissen


Derivate sind eine knifflige Sache und deshalb nicht für jedermann geeignet.
Options-Anleger müssen:


  • Mut zum Risiko haben: Sparbuchliebhaber würden sich um ihren Schlaf bringen.

  • einen recht guten Durchblick beim Börsengeschehen haben – speziell auch bei dem Themengebiet, in das sie investieren wollen.

  • die Zeit haben, sich laufend über die Lage an den Märkten zu informieren und das eigene Investment im Auge zu behalten. Derivate haben eine begrenzte Laufzeit, in der sich aber viel tun kann.

  • sich vor dem Investment ausgiebig Gedanken über ihre Ziele und Strategien machen. Käufe aus dem Bauch heraus können viel Geld kosten.

  • diszipliniert sein. Wer sich nicht an seine selbst gesteckten Ziele halten kann, sollte die Finger von Optionen lassen. Zuviel Gier nach noch höheren Kursen kann wegen der Hebelwirkung fatale Folgen haben.

  • das Geld übrig haben, das sie investieren. Das Haushaltsgeld ist tabu.

  • zumindest ein bisschen mathematisch veranlagt sein – sonst fällt es schwer, die wechselnde Gewinn- und Verlustträchtigkeit der eigenen Anlage zuüberblicken.
 
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Levke:

Sehr interesant Arbeiter - Danke !

 
26.08.01 11:51
Aber warum nur 130 mal gelesen ?!??

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Arbeiter:

Schon 150 mal

 
26.08.01 12:58
Weil Wochenende ist (Sonntags- Ausflug).

Gewitter und Regen über Flensburg. :-((
 
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Anzeige: Ist das der Durchbruch für den KI-Biotech-Geheimtipp?

Potenzial riesig, Aktie günstig!
Arbeiter:

Nachschlag:

 
30.08.01 00:13

Für Einsteiger


Schnellkurs Optionsscheine. Dennis Winkler, Walhalla Verlag, Regensburg, 2001, 17,90 Mark
Optionsscheine. Rolf Beike/Andreas Potthoff, Beck/DTV Verlag, München, 2000, 19,50 Mark
Futures und Optionen. Alexander Natter, Financial Times Prentice Hall Verlag, 2001, 79,95 Mark

Für Einsteiger und Fortgeschrittene


Optionen und Futures verstehen. Igor Uszczapowski, Beck/DTV Verlag, München, 1999, 19,90 Mark
Zinsfutures und Zinsoptionen. Hans Diwald, Vahlen Verlag, München, 1999, 68 Mark

Für Profis


Handbuch Derivativer Instrumente. Roland Eller, Schäffer Poeschl Verlag, Stuttgart, 1999, 119 Mark
Wertpapiermanagement. Manfred Steiner/Christoph Bruns, Schäffer Poeschl Verlag, Stuttgart, 1999, 79,90 Mark

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