Nasdaq: Marktanalyse und Stimmen
Einen schwachen Tag erlebten Investoren am Montag an der Nasdaq, der Markt war für die gesamte Handelsperiode im roten Bereich und konnte lediglich in den letzten drei Stunden etwas "Schadensbegrenzung" betreiben, schloß aber mit einem Minus von 1,57% (auf 1991 Punkte) im Composite und -1,86% auf 1603 Punkte im Nas100 deutlich schwächer. Hintergrund waren die Ängste der Investoren, daß die Aktien möglicherweise zu weit gelaufen waren und die Unternehmenssituation etwas überschätzt wurde, sich so also eine neue Spekulationsblase gebildet hatte, welche von Analysten aus verschiedenen Häusern geschürt worden sind (BörseGo berichtete).
Dennoch gab es mit Compuware, Rational Software, Qualcomm und Express Scripts auch vier Unternehmen, die mehr als 1% im Nas100 gewinnen konnten. Die Aktien von Nextel Comms und Network Appliance verloren hingegen jeweils über 10% an Kurswert.
Unter den 25 aktivsten Aktien lagen die Anteilsscheine von Cisco Systems (-2,87%) vor Intel (+0,84%), Sun Micro (-1,95%) und Oracle (+0,74%), Nextel lagen auf Platz fünf der umsatzstärksten Werte. Insgesamt überstiegen in dieser Liste die Verlierer deutlich die Gewinner.
Ein blutrotes Bild ergibt sich auch beim Blick auf die einzelnen Sektoren: Auch der Halbleiterindex, der kurz vor Handelsende noch über 1% im Plus lag, mußte zuletzt ein Minus von 0,79% hinnehmen. Tagesverlierer waren aber die Biotech- (-3,6%) und Internetaktien (-3,26%). Deutliche Verluste gab es auch in den Bereichen Software (-2,06%), Computer (-1,33%), Telko (-2,44%) und Netzwerke (-2,48%).
"Nun müssen die harten Fakten für ein besseres Bild sorgen", erklärte Alan Ackerman, Vice President von Fahnestock & Co. "Mit steigenden Aktienkursen alleine läßt sich keine Ökonomie herumreißen".
"Der Greenspan-Bericht am Freitag abend hat den Bullen kaltes Wasser überlaufen lassen", meinte A.C. Moore von Dunvegan Associates in Santa Barbara.
"Wir wußten, daß wir auf Zeichen einer Wirtschaftserholung warten müssen", sagte auch Bryan Piskorowski, Marktkommentator für Prudential.
"Die Unternehmensgewinne müssen nun die Richtung vorgeben, ansonsten sehe ich kein Aufwärtspotenzial an den Märkten. In den nächsten 6 Monaten erwarte ich ein größeres Abwärts- als Aufwärtspotential", erläuterte Richard Babson, Chairman von Babson-United Investment Advisors.
Analysten sehen "Stunde der Wahrheit" gekommen
Nach Ansicht der Analysten von PNC Advisors belegte die Kursrallye seit dem 21.09.2001, wie hoch die Erwartungen der Marktteilnehmer darüber seien, welche Ausblicke die Unternehmenschefs bei den anstehenden Quartalszahlen geben werden. Alleine in dieser Woche würden 16% der S&P 500 Unternehmen über ihr Q4 berichten, inklusive acht Aktien aus dem Dow Jones. Thomson Financial/First Call erwartet einen Q4-Gewinnrückgang von 22,2% nach 21,6% im Q3 bei den S&P´s500-Unternehmen. Nun sei die Stunde der Entscheidung gekommen. "Was Investoren sehen wollen, ist mehr Klarheit an der Earningsfront für das Jahr 2002", erklärt Jeffrey Kleintop, Chefstratege von PNC.
E-Trade mit starken Q4-Zahlen- Planzahlen erhöht
Nach Marktschluß am Montag gab E-Trade seine Zahlen für das Q4 bekannt. In diesem stieg der Umsatz um 3,3% auf 345 Mio $ an, während der operative Gewinn um 312% auf 24,7 Mio $ oder 7 Cents/Aktie zulegen konnte. Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 329,8 Mio $ und einen Gewinn von 4 Cents/Aktie erwartet.
Der Broker erhöhte gleichzeitig seine Planzahlen für das Jahr 2002 beim Gewinn von 45 auf 55 Cents/Aktie. Mit den Analystenschätzungen für das Q1 von 7 Cents/Aktie könne man "sehr gut leben".