Microsoft trübt die Stimmung - Nasdaq mit Abschlag ins Wochenende
Am Ende einer wahrlich turbulenten und sehr volatilen Handelswoche findet sich die US-Technologiebörse abermals in den Roten Zahlen wieder. Auch im High-Tech-Segment des amerikanischen Kapitalmarktes sorgt der schlechte Ausblick des von Bill Gates gegründeten Softwareunternehmens Microsoft
für lange Gesichter. Der sowohl im Dow Jones als auch im Nasdaq gelistete Wert überraschte am Vorabend mit einem sehr pessimistischen Ausblick (mehr dazu: Marktbericht Dow Jones) und erstickte somit jegliche Hoffnung auf baldige Erholung der angeschlagenen US-Konjunktur. Die Nasdaq konnte sich davon nicht so recht erholen und ging schließlich mit einem Abschlag von 0,94 Prozent auf 2.027 Punkte in das Wochenende.Einen Verlust von unglaublichen 19,4 Mrd. US-Dollar im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal kann sich Nortel Networks
auf die Fahne schreiben. Der weltweit größte Glasfaserhersteller hält somit einen Rekord auf den er wohl kaum stolz sein wird: Kein nordamerikanisches Unternehmen hat jemals einen höheren Verlust verzeichnet. Nachdem der kanadische Konzern im Vormonat Juni bereits eine Gewinnwarnung bekannt gab, lagen die gestern nachbörsliche vorgelegten Zahlen – ein Verlust je Aktie von 0,48 US-Dollar – im Rahmen der Erwartungen. In der entsprechenden Periode im Jahr 2000 wurde noch ein Gewinn je Anteilspapier von 0,22 US-Dollar erreicht. Dem Unternehmen war es ferner nicht möglich, einen Ausblick zu präsentieren. Dies verstimmte einige Investoren und Analysten; infolgedessen verliert Nortel rund 2,7 Prozent auf 7,54 US-Dollar.Die veröffentlichten Zahlen des Handy-Produzenten Ericsson
erfüllten die Analystenprognosen für das zweite Geschäftsquartal 2001. Dennoch korrigierte der schwedische Konzern seine Absatz-Planzahlen für das Gesamtjahr – dies spiegelt die nachlassende Nachfrage in einem offenbar mehr oder minder gesättigten Markt wieder. Wie Nortel Networks wagte es auch Ericsson nicht, eine Vorhersage für das bevorstehende Halbjahr zu treffen. Die Aktien können allerdings leicht zulegen und schließen bei 4,75 US-Dollar rund 0,85 Prozent über dem Vortagesschluss. Unter massivem Abgabedruck steht heute der PC-Sektor, nachdem eine Studie erstmals seit 15 Jahren rückläufige PC-Verkäufe festgestellt hat. Gateway
, einer der größten US-amerikanischen PC-Hersteller, hatte heute zudem mit miserablen Quartalszahlen Anleger und Marktbeobachter schwer enttäuscht. Als Quittung nahmen die US-Investmentbanken Merrill Lynch und Lehman Brothers ihre Prognosen für das zweite Halbjahr 2001 von vormals 16 auf nun lediglich 2 US-Cent herab. Der Aktienkurs bricht daraufhin regelrecht ein und verliert über ein Viertel seines Wertes auf einen Stand von 10,99 US-Dollar.Für positive Nachrichten sorgte Sun Microsystems
. Nachdem der Hardware-Hersteller mit seinen Quartalszahlen die Analystenprognosen sogar um 1 US-Cent übertreffen konnte, wurden die Papiere verstärkt nachgefragt. Doch auch Sun wollte aufgrund der kritischen wirtschaftlichen Lage keine Prognosen für das laufende Quartal abgeben. Die Papiere verteuern sich um 4,09 Prozent auf 15,03 US-Dollar.Die einstige B2B-Vorzeige-Aktie Commerce One
(C1) gerät heute – ebenfalls nach enttäuschenden Quartalsergebnissen – unter massiven Verkaufsdruck. Mit einem Verlust je Anteilspapier von 31 US-Cent erreichte das Unternehmen bei weitem nicht die vorhergesagten 21 US-Cent Verlust. C1 wird folgerechtlich von den Börsianern deutlich abgestraft und verliert fast 18 Prozent auf 4,03 US-Dollar.