Heibl: Hausse nährt die Hausse - Crash bleibt aus!

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Heibl: Hausse nährt die Hausse - Crash bleibt aus! Parocorp
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Heibl: Hausse nährt die Hausse - Crash bleibt aus!

 
04.06.07 09:30
#1
Diese Woche hat der S&P 500 ein neues Allzeithoch erreicht. Der
DAX wird meiner Einschätzung nach in der kommenden Woche über
8.000 Punkte springen. Von dort aus ist es nur noch ein
Katzensprung bis zum Allzeithoch aus dem Jahr 2000 bei 8.136
Punkten.

Die Wirtschaft in den USA, die von Japan und die vom Rest der
Welt haben sich unterschiedlich entwickelt. In Deutschland und
im Rest Europas brummt die Wirtschaft. So auch in den BRICs
(Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China) sowie
in den angrenzenden Ländern.

In Japan hingegen fürchtet man die Auflösung der Carry-Trades
und tut alles, um den Yen weiter zu schwächen. So ist der Yen
der beste Exportschlager und vermeidet Kursanstiege im
Landesinnern.

In den USA ist die Binnenkonjunktur am Boden. Die
Immobilienpreise stagnieren bzw. sinken. Im trägen
Immobilienmarkt dauert die notwendige Marktbereinigung
sicherlich noch 10 bis 15 Monate. Während die Bereinigung bei
den beteiligten Finanzinstituten bereits stattgefunden hat,
wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die zu viel
geplanten Neubauten gebaut und vom Markt aufgenommen wurden, um
anschließend wieder anziehende Preise im Immobiliensektor zu
ermöglichen.

Die katastrophale Situation im Automobilsektor habe ich
ebenfalls im Heibel-Ticker ausführlich beschrieben: General
Motors hat die Chance vertan, mit Kirk Kerkorian strukturelle
Änderungen in der Branche vorzunehmen. Bei Ford kämpft Alan
Mullaly wacker um graduelle Verbesserungen. Chrysler wird
gerade auf den Schlachthof geführt. Zehntausende wurden bereits
entlassen, dennoch ist die Ertragssituation nicht besser
geworden.

Und nun gerät noch ein drittes Standbein der US-
Binnenkonjunktur unter Druck: der Einzelhandel. Die Prognosen
wurden Ende vergangenen Jahres kräftig nach unten korrigiert,
sodass es bislang kaum zu herben Enttäuschungen kam. Dennoch,
wenn Sie sich die Mitschriften der Quartalsberichte und der
anschließenden Fragestunde mit den Analysten bei den
Einzelhändlern anschauen, werden Sie viel Pessimismus finden.
Target, BestBuy, Circuit City, Sears, Home Depot, Wal-Mart,
Federated, Lowes, usw. Überall finden Sie verhaltene Ausblicke.
Der Umstand, dass diese Unternehmen nicht in den Keller
rasseln, sind die bereits sehr vorsichtigen Schätzungen, die
bislang meist erreicht werden konnten.

Katastrophale Zustände also bei Immobilien, Autos und im
Einzelhandel. Dennoch Rekordkurse an den Börsen. Werfen Sie
einen Blick auf die Wochen-Performance der wichtigsten
Indikatoren, anschließend werde ich Ihnen aufzeigen, wo die
Hausse stattfindet.


                  INDIZES
                   31.5.07
Dow Jones           13.628     1,39%
NASDAQ               2.604     2,64%
S&P 500              1.530     1,53%
DAX                  7.883     2,42%
Nikkei              17.959     2,89%
Euro/US-Dollar      1,3460     0,28%
Euro/Yen            163,89     0,69%
10-Jahre-US-Anlei    4,89%     0,03
Umlaufrendite Dt     4,43%     0,05
Feinunze Gold USD  $663,22     1,37%
Fass Crude Öl USD   $64,99     0,03%


Trotz der drei Problembranchen haben sämtliche Indizes diese
Woche Zuwächse verzeichnet, ja sogar Rekordzuwächse. Und das,
obwohl in China ein Sack Reis umgefallen ist – ähem, die
Börsenumsatzsteuer von 0,1 % auf 0,3 % angehoben wurde. Die
Shanghai Börse ist in Folge dieser politisch motivierten
Änderung um 6 % eingebrochen. Wieder einmal waren die
Schockwellen an den Finanzmärkten der ganzen Welt zu spüren, in
Deutschland brach der DAX um über 1 % ein.

Erst vor zwei Wochen hatte der chinesische Finanzminister
gesagt, dass er Sorge habe, der chinesische Aktienmarkt würde
in eine Spekulationsblase laufen. Und wie die chinesische
Politik eben ist, er hat die Steuer für Aktiengeschäfte mal
eben verdreifacht und damit das Zeichen gesetzt, dass er ein
Auge auf die Aktienmärkte hat.

Im heutigen Depot-Check hat mir ein Leser ein Depot mit vier
chinesischen Werten präsentiert. In Sachen Risikostreuung ist
das untragbar. Soviel, wie er in diesen Tagen verdient, wird er
über Nacht verlieren, wenn er nicht den goldrichtigen
Ausstiegszeitpunkt trifft.

Aber noch wächst die chinesische Wirtschaft mit zweistelligen
Zuwachsraten und zieht die ganze Welt mit. Hier sind die
Branchen, die am stärksten davon profitieren und für die
Rekordstände bei den Aktienindizes sorgten:

AGRAR

Die verfügbaren Flächen des Ackerbaus werden immer besser
bewirtschaftet. Monsanto liefert die besten Samen, teilweise
genetisch verändert, um auch in den entlegenen Gebieten gute
Ernten zu sichern. Monsanto wächst mit 24 % p.a. Und notiert
auf einem KGV von 35. Ich halte ein KGV von 45 für möglich.

John Deere liefert die Maschinen für den Ackerbau und wächst
mit 12 % p.a. Das KGV von 16 ist für dieses hochprofitable
Unternehmen zu niedrig.

Die Chemical & Mining Co. of Chile produziert Düngemittel für
die Agrarindustrie, beiläufig entsteht dabei noch Lithium,
welches für die modernen Batterien gebraucht wird. Bei der
Umweltbewegung, die wir in den vergangenen Wochen erlebten,
erwarte ich schon bald einen neuen Vorstoß für Elektroautos,
die natürlich alle das schon heute knappe Lithium für ihre
Batterien brauchen würden.


BAUMASCHINEN

Gleichgültig, ob für den Straßenbau, Häuser oder Goldminen, die
Spezialfahrzeuge von Caterpillar sind weltweit im Einsatz. Die
Aktien von Caterpillar werden derzeit etwas gebremst, da vielen
Anlegern die Verstrickung Caterpillars mit dem ach so schwachen
Immobiliensektor der USA Angst einjagt. Aber Caterpillar hat
das heimische Geschäft im Griff und wächst überproportional im
Ausland.

Im Vergleich zu Terex, Manitowoc und dem japanischen
Wettbewerber Komatsu ist Caterpillar derzeit am besten
aufgestellt. Mit 12 % Umsatzwachstum ist das KGV von 13
günstig.


ÖL - INFRASTRUKTUR

Foster Wheeler und McDermott International halten die
Infrastruktur für die Ölversorgung instand. Gleichgültig, ob
Kraftwerke, Raffinerien oder Pharmaproduktionen, Stillstand ist
teurer als jegliche Instandhaltungskosten.

In meiner Zeit bei Hoechst von 1995 bis 1999 habe ich bei einem
Petrochemieunternehmen (Ticona) SAP R/3 eingeführt. Das größte
Projekt war stets die Instandhaltung der Produktionsanlage.
Einmal im Jahr wurde die Produktion heruntergefahren und alles
wurde überholt. Die Kosten gingen in die Millionen. Ein
außerplanmäßiger Stillstand der 24 h laufenden Produktion wäre
extrem teuer.

Die Weltkonjunktur brummt und derzeit ist es nicht eine Frage
des Kostensparens, sondern des Produzierens. Die Produkte
können auf dem Weltmarkt zu fast jedem Preis verkauft werden,
vorausgesetzt, man kann produzieren.

Foster Wheeler hat ein KGV von nur 17 und wächst mit 34 % p.a.,
McDermott wächst mit 14 % p.a. Und hat ein KGV von 17. Das Ende
der Kursanstiege ist hier noch lange nicht erreicht.


FLUGZEUGBAU

Das Drama bei Airbus hat Ihr Autor hier in Hamburg aus nächster
Nähe mitbekommen. Boeing lacht sich eins ins Fäustchen, denn
die Auftragsstornierungen und auch die Aufträge, die Airbus
nicht bekommen hat, landen alle auf dem Schreibtisch von
Boeing. Die Gewinne steigen überproportional an, da Boeing nun
das einzige Unternehmen ist, das Großraumflugzeuge zuverlässig
liefern kann.

Nachdem die Fluggesellschaften bereits auf den
Kurzstreckenflügen durch Billigangebote kräftig
durchgeschüttelt wurden, rüstet man sich nun für einen
entsprechenden Kampf bei den Überseeflügen. Viele Wettbewerber
wollen da natürlich mit den besten Fliegern in den Kampf
eintreten.

Der Kurs von Boeing ist bereits aufgrund der Airbus-Pleite um
33 % abgehoben. Im Vergleich zu den Kursanstiegen bei kleineren
Flugzeugbauern, die nicht einmal von Airbus profitieren, kann
Boeing noch weiter ansteigen.

Übrigens:  Alan Mullaly, der CEO, der gerade versucht, Ford zu
retten, hat selbiges bei Boeing erfolgreich geschafft. Um die
Jahrtausendwende hat er Boeing umstrukturiert.


ÖL UND GAS

Man sollte meinen, dass die Energieprobleme der Welt gelöst
wurden und dass es ausreichend billiges Öl und Gas für die
nächsten Generationen gibt. Doch der Ölpreis ist wieder
deutlich über 60 USD und auch der Gaspreis ist nach dem
Ausmerzen der spekulativen Schwankungen inzwischen wieder auf
dem aufsteigenden Ast.

Doch Ölkonzerne wie Exxon und Royal Dutch notieren auf einem
KGV von 12 und 9 resp. Exxon ist das Unternehmen, dass den
größten, jemals erwirtschafteten Quartalsgewinn vorzeigen kann.
In der ganzen Welt wird fieberhaft nach neuen Ölvorkommen
gebohrt, Gas wird aufwändig verflüssigt, um die
Transportierbarkeit zu erhöhen und die politische Situation in
den meisten großen Ölförderländern ist mehr als instabil.

Im Gasbereich ist Halliburton stark, doch auch diese Aktie
notiert noch auf einem KGV von 15.

Ich erwarte für diesen Sektor weiter anziehende Kurse.


INDUSTRIEMETALLE

Kupfer und Nickel kann derzeit kaum ausreichend produziert
werden, um die explodierende Nachfrage zu sättigen.
Insbesondere Kupfer wird von den Chinesen aufgesogen. Freeport
McMoRan (FCX) hat gerade erst Phelps Dodge übernommen und damit
die Oligopol-Struktur der Branche untermauert. Die Preise
werden dort also auch künftig gute Gewinnmargen enthalten.

Aber auch Lundin Mining ist ein Unternehmen, das in diesem
Bereich gut mitspielt, insbesondere durch geschickte
Übernahmen.


INTERNET

Vergessen Sie den Technologiesektor bis zum Ende des Sommers.
Abgesehen von Apple gibt es keine Technologieaktie, die sich
dem saisonalen Abwärtstrend des Technologiesektors entziehen
kann. Apple ist in meinen Augen nicht mehr ein
Technologieunternehmen, sondern ein Modeunternehmen und stellt
sich daher gegen den Trend.

Aber der Internetsektor boomt wieder. Zuletzt habe ich im Jahr
2000 junge Internetpioniere mit diesem Glänzen in den Augen
gesehen. Es werden Geschäftsideen auf ein paar Seiten
gekritzelt und damit geht man dann auf Investorensuche. Eine
halbe Million Euro sollte ein Privatinvestor schon locker
machen für eine Idee, um dann in einem Jahr ein paar Millionen
nachschießen zu dürfen, so die Vorstellung der Jungunternehmer.

Auch bei Ihrem Autor laufen seit einigen Wochen die Drähte
heiß. Ich bin so zufrieden mit dem Heibel-Ticker, dass ich sehr
schwer von einer Idee zu überzeugen bin. Zumal gerade im
Internet meiner Ansicht nach die Crux das Know-how des
Gründerteams ist, und das kann man mit Geld nicht kaufen. Im
Internet kann jeder mit dem entsprechenden Können bereits sehr
viel erreichen, ohne viel Kapital einzusetzen.

Aber mir scheint es, als seien einige Privatinvestoren auf der
Suche nach der nächsten zündenden Idee und sind bereit, dafür
ihr Risikokapital in unausgegorene Geschäftspläne zu streuen.
Ich habe bereits einige Angebote und Geschäftsideen vorgelegt
und horrende Gehälter versprochen bekommen. Und überall steht
über der Stirn meiner Gesprächspartner „Reich werden, aber
schnell!"

Aus Sicht der Gründer ist es genau jetzt die richtige Zeit,
Kapital einzusammeln. Ob Google oder YouTube, alle begannen mit
einer ausgefallenen Idee.

Google strebt wieder zu neuen Höchstkursen. Yahoo! verliert
seinen Chief Technology Officer Farzad Nazem. Als Architekt von
Panama, der neuen Werbeplattform Yahoo!s, die Googles AdWords
Konkurrenz machen soll, hat er eine zentrale Rolle gespielt.
Sein Ausscheiden ist ein weiteres Indiz dafür, dass die
Stimmung bei Yahoo! nicht stimmt. CEO Terry Semel muss gehen,
bevor die Aktie wieder Auftrieb erhält.

Nutznießer ist natürlich Google, das den Abstand zu seinen
Verfolgern weiter vergrößert. Diese Woche gab es einen Bericht
über die verschiedenen Meßmethoden bei Suchanfragen.
Verschiedene Institute veröffentlichen immer wieder
verschiedene Marktanteile von Google, Yahoo! und MSN an
Suchanfragen. So erhält man den Eindruck, dass die Anteile
ziemlich stark schwanken.

In Wahrheit ist aber bei allen Statistiken zu beobachten, dass
die Führung von Google weiter ausgebaut wird. Gleichgültig, wie
gemessen wird, und ob Google mit 40 % oder mit 75 % Marktführer
ist, die Anteile steigen im Vergleich zu den jeweils
vorangegangenen Messungen an.

Gestern ist Google endlich wieder über 500 USD gesprungen. Ein
neues Allzeithoch bei 513 USD ist in greifbare Nähe gerückt.


FAZIT

Im Gegensatz zur Spekulationsblase aus dem Jahr 2000 sind die
Kursanstiege derzeit durch Gewinnanstiege untermauert. Einen
Börsencrash fürchte ich also nicht.

Doch eine Korrektur möchte ich nicht ausschließen und wie es
danach weiter gehen könnte, ist ebenfalls fraglich. Mehr dazu
im nächsten Kapitel.


Mehr unter: www.heibel-ticker.de


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