Der Stochastik-Oszillator wurde durch George Lane (Präsident von Investment Eductors) bekannt gemacht. Er basiert auf der Beobachtung, dass die Schlusskurse in einem Aufwärtstrend eher zu dem oberen Ende der Bandbreite tendieren. Umgekehrt tendieren die Schlusskurse in einem Abwärtstrend zum unteren Ende der Bandbreite. Im Stochastik-Prozess wurden zwei Linien eingesetzt - die %K-Linie und die %D-Linie. Die %D-Linie ist die wichtigere und diejenige, die die Signale generiert.
Die Absicht liegt darin, zu bestimmen, wo sich die jüngsten Schlusskurse in Relation zu der Bandbreite der gewählten Zeitperiode befinden. 14 Perioden werden für diesen Oszillator am Häufigsten eingesetzt. Zur Bestimmung der K-Linie, der empfindlicheren von beiden, gilt folgende Formel
%K = 100 * (C - L14) : (H14 - L14)
Wobei gilt:
C = letzter Schlusskurs
L14 = tiefstes Tief der vergangenen 14 Perioden
H14 = höchstes Hoch der vergangenen 14 Perioden (können sich auf Tage, Wochen oder Monate beziehen)
Diese Formel ermittelt einfach auf einer Skala von 0 bis 100, wo sich der Schlusskurs in Relation zu gesamten Bandbreite für die gewählte Zeitperiode befindet. Sehr hohe Werte (über 80) zeigen einen Schlusskurs in der Nähe des oberen Randes, während niedrige Werte (unter 20) auf einen Schlusskurs in der Nähe des unteren Randes hinweisen.
Die Zweite Linie (%D) ist ein 3-Perioden gleitender Durchschnitt der %K-Linie. Diese Formel beschreibt die Version des schnellen Stochastik. Durch Verwendung eines weiteren 3-Perioden-Durchschnittes von beiden Linien wird eine geglättete Version, der langsame Stochastik, berechnet. Die meisten Trader benutzen den langsamen Stochastik wegen seiner verlässlicheren Signale.
Diese Formeln liefern zwei Linien, die auf einer vertikalen Skala zwischen 0 und 100 oszillieren. Die K-Linie ist die schnellere Linie und die D-Linie die langsamere. Das entscheidende Signal, auf das zu achten ist, ist eine Divergenz zwischen der D-Linie und den Kursen des zurückgelegten Marktes, wenn sich die D-Linie in einer überkauften oder überverkauften Zone befindet. Die oberen und unteren Grenzlinie verlaufen bei 80 und 20.
Hier ein am Beispiel des derzeitigen Compx

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Stand aktuell: 1695 P
Eine negative Divergenz entsteht, wenn die D-Linie über 80 ist und zwei Gipfel mit fallender Tendenz bildet, während sich die Kurse weiter nach oben bewegen. Zu einer positiven Divergenz kommt es, wenn die D-Linie unter 20 ist und zwei Täler mit steigender Tendenz bildet, während die Kurse weiter fallen. Berücksichtigt man alle diese Faktoren, wird das eigentliche Kauf- oder Verkaufssignal ausgelöst, wenn die schnellere K-Linie die langsamere D-Linie kreuzt.
Es gibt weitere Verfeinerungen bei der Benutzung des Stochastik-Oszillators, doch die vorstehende Erklärung deckt die wesentlichen Punkte ab. Trotz der höheren Kompliziertheit bleibt die grundlegende Oszillator-Interpretation die gleiche. Ein verbreitetes Signal (Alarm oder Set-up) wird gegeben, wenn sich die D-Linie in einer Extremzone befindet und eine Divergenz zur Kursbewegung zeigt. Das eigenltiche Signal wird ausgelöst, wenn die D-Linie von der schnelleren K-Linie durchschnitten wird.
Der Stochastik-Oszillator kann für längerfristige Perspektiven auch bei Wochen- oder Monatscharts eingesetzt werden. Es kann auch auf Intraday-Charts effektiv für kurzfristiges Trading genutzt werden.
Eine Möglichkeit, Tages- und Wochencharts zu kombinieren, besteht darin, Wochensignale zur Bestimmung der Marktrichtung und Tagessignale zum Timing zu nutzen. Eine gute Idee ist auch, den Stochastik-Oszillator mit dem RSI zu kombinieren.
Beispiel:

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{Kommentar:
Auf diesem Chart ist aktuell schön das Kaufsignal der Stochastik zum Zeitpunkt der heutigen Eröffnung zu sehen, das allerdings nicht vom RSI bestätigt wurde und im Falle eines Kaufes sich aktuell noch nicht rentiert hat.
Wenn beide Oszillatoren sich im Extrembereich befinden und gleichzeitig Signale geben, sind diese um einiges signifikanter, als nur ein Signal einer dieser Oszillatoren.}
Auszug aus dem Buch:
"Technische Analyse der Finanzmärkte" von John J. Murphy
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patzi