Dax: Angst vor dem "Full House Sell" wächst

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Dax: Angst vor dem

Dax: Angst vor dem "Full House Sell" wächst

 
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Aktienhandel Frankfurt

Dax: Angst vor dem "Full House Sell" wächst

Die Marke von 8 000 Punkten rückt für den Dax wieder in die Ferne. Die meisten Titel am deutschen Aktienmarkt kamen am Mittwoch stark unter Druck, nachdem eine skeptische Studie heftige Gewinnmitnahmen auslöste. Die Analysten von Morgan Stanley hatten zur Vorsicht geraten:

Am Nachmittag steht die EZB-Zinsentscheidung im Mittelpunkt des Aktienhandels.  
HB FRANKFURT. Ihr mathematisches Modell habe zum ersten Mal seit dem Platzen der Spekulationsblase zur Jahrtausendwende wieder drei gleichzeitige Warnsignale ausgegeben. Das sei ein „Full House Sell Signal“ - und ein sehr seltenes Ereignis. „Da sind viele Investoren hellhörig geworden und verkaufen“, sagte ein Händler. Am frühen Nachmittag verzeichnete der Dax ein Minus von 1,5 Prozent auf 7 805 Punkte und baute damit seine Verluste vom Vortag aus.

Teun Draaisma, Chefstratege für europäische Aktien der US-Investmentbank, sagte, dass die drei Warnsignale "sehr kräftig" seien. Solch ein Signal sei seit 1980 erst fünf Mal vorgekommen. Für ihn haben die stiegenden Zinsen ein kritisches Level erreicht. Das Modell signalisiere eine Korrektur von 14 Prozent in den nächsten sechs Monaten. "Aber die könnte noch größer ausfallen", sagte er gegenüber der britischen Zeitung "Daily Telegraph".

Laut Teun Draaisma ist der MSCI Index mit 600 Aktien aus der Eurozone und Großbritannien nach jedem "Full-House-Signal" durchschnittlich 15,2 Prozent innerhalb von sechs Monaten gefallen. So gab nach einem Signal im September 1987 einen Kurssturz von 25,2 Prozent, nach dem "Full House" im April 2002 fiel der Index um 26,2 Prozent.

„Da sind viele Investoren hellhörig geworden und verkaufen“, sagte ein Händler. Zahlreiche Anleger würden nun über Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt versuchen, ihre jüngsten Gewinne ins Trockene zu bringen. „Das belastet den Future und wirkt wie ein Perpetuum Mobile zurück auf den Aktienmarkt.“ Der Dax-Future gab bis zum Mittag kräftig nach.

Nach Ansicht von Aktienhändler Thomas Stengl von der Postbank sicherten viele Anleger außerdem vor dem verlängerten Wochenende ihre Gewinne. Stengl rechnet allerdings mit keiner nachhaltig negativen Tendenz. Die Börse in Frankfurt bleibt am Donnerstag zwar trotz des Feiertags geöffnet. Erfahrungsgemäß ist der Handel an solchen Tagen aber sehr dünn.

„Die Käufer streiken“, sagte ein anderer Händler. „Es ist heute schon etwas übertrieben. Aber solange nicht eine wirklich gute Nachricht wie beispielsweise eine Übernahme kommt, dürften wir erstmal seitwärts tendieren.“ Vor der nächsten Woche ist seiner Meinung nach auch nicht zu erwarten, dass der Dax die am vergangenen Freitag erstmal seit sieben Jahren überschrittene Marke von 8 000 Punkten wieder in Angriff nimmt - zumal am Donnerstag wegen des Feiertags viele Marktteilnehmer fehlen dürften. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen in der Eurozone um 25 Basispunkte auf vier Prozent anzuheben, hatte keine Reaktionen am Markt zur Folge. „Das ist so erwartet worden“, sagte ein Händler.

Abgabedruck in allen Branchen

Zudem gab es kaum Nachrichten, die den Markt hätten stützen können - im Dax ging es über alle Branchen hinweg nach unten. Alleiniger Gewinner unter den 30 Titeln war die Aktie des Softwarekonzerns SAP, die um knapp ein Prozent zulegte. Händler sagten, das Papier habe im Vergleich zu allen anderen 29 Werten im Dax noch Nachholbedarf.

An der Spitze der langen Verliererliste standen Tui mit einem Abschlag von rund viereinhalb Prozent, ohne dass eine Begründung für das Minus ersichtlich wurde. Besonders stark abwärts ging es auch für Papiere der Deutschen Börse, MAN und Thyssen-Krupp. Linde notierten ex Dividende. Unter Druck kam auch die Aktie der Deutschen Bank, die sich um 2,4 Prozent verbilligte. „Wir haben ein Gerücht gehört, dass es einen Verlust beim Eigenhandel gegeben hat“, sagten Händler. Eine Person aus dem Umfeld der Deutschen Bank wies die Behauptungen indes zurück. Die Gerüchte seien ohne Grundlage, hieß es. Das Institut selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Altana-Aktie fiel um 0,9 Prozent. Die Entscheidung der Börse, Altana aus dem Dax zu nehmen und den Platz in der ersten Reihe an Merck zu vergeben, war erwartet worden. Noch sind Altana jedoch im Dax zu finden: Die Veränderungen werden erst zum 18. Juni umgesetzt. Merck gaben um 1,2 Prozent nach und hielten sich damit immerhin etwas besser als der MDax, der um rund zwei Prozent nachgab. Denn auch in der zweiten Reihe, beim MDax, TecDax und SDax, wurden die Verliererlisten im Laufe des Tages immer länger. „Es wird verkauft, was das Zeug hält“, sagte ein Händler.


Quelle: HANDELSBLATT, Mittwoch, 6. Juni 2007, 15:16 Uhr

Euer

   Einsamer Samariter



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