Willy-Brandt-Platz in Frankfurt (Main) mit der EZB im Hintergrund
Montag, 22.04.2024 12:13 von | Aufrufe: 328

Verband: Immobilienkrise noch nicht vorbei - aber Stabilisierung naht

Willy-Brandt-Platz in Frankfurt (Main) mit der EZB im Hintergrund ©pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Immobilienkrise in Deutschland ist nach Einschätzung der wichtigsten Finanzierer noch nicht vorbei. Gerade bei Wohnimmobilien aber dürfte sich der Markt schon bald stabilisieren, erwartet der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Komme die erwartete Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), werde das ein neues Preisgleichgewicht zwischen Immobilienkäufern und -Verkäufern erleichtern, sagte VDP-Präsident Gero Bergmann am Montag in Frankfurt. Eine Preisstabilisierung dürfte bei Wohnimmobilien im zweiten Halbjahr einsetzen. Ein Ende der Preisrückgänge bei Gewerbeimmobilien erwarte man indes frühestens ab Jahresende, da der Homeoffice-Trend eine Erholung am Büromarkt verzögere. "Insgesamt ist der Boden noch nicht erreicht."

Dieses Jahr rechnet der VDP mit einem Abflauen der Krise. Die Preisprognosen für Wohnimmobilien reichten von 0 bis -5 Prozent und bei -5 bis - 10 Prozent bei Büros, teilte der Verband mit, der die wichtigsten Immobilienfinanzierer in Deutschland vertritt, unter anderem Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) , Landesbanken und große Sparkassen.

Die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland waren 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 8,4 Prozent gefallen - der stärkste Rückgang im Jahresvergleich seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000. Hauptgrund der Krise sind kräftig gestiegene Zinsen, die Kredite verteuern. Viele Menschen können sich die eigenen vier Wände nicht mehr leisten, und für Großanleger rechnen sich Investments nicht mehr. Zugleich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum gerade in Städten hoch, während der Neubau in der Krise steckt.

Verband: Bürokrise in USA nicht auf Deutschland übertragbar

Die Krise ging auch bei den Banken im VDP nicht spurlos vorbei: Die im Verband zusammengeschlossenen Geldhäuser sagten 2023 Wohnimmobilienkredite in Höhe von 64,1 Milliarden Euro zu, gut ein Drittel weniger als im Vorjahr (99,8 Milliarden Euro). Zum Jahresende habe das Neugeschäft etwas zugelegt, was auf eine Stabilisierung hindeute.

Bei der Krise um Büros, die stärker unter dem Preisverfall leiden als Wohnimmobilien, warnte der VDP vor zu viel Pessimismus. Der deutsche Büroimmobilienmarkt sei deutlich widerstandsfähiger als oft gedacht, sagte Bergmann - "auch wenn derzeit viel Unsicherheit im Markt ist". Zudem sei die Krise in den USA nicht eins zu eins auf Europa übertragbar. Der Leerstand etwa in Nordamerika sei deutlich höher, und Mieterverträge dort liefen kürzer als hierzulande.

Wegen des Trends zum Homeoffice brauchen viele Unternehmen weniger Fläche, die Büromärkte insbesondere in den Vereinigten Staaten sind tief in die Krise gerutscht. Die Turbulenzen haben auch hierzulande Geldhäuser erfasst wie die Aareal Bank oder die Deutsche Pfandbriefbank, die ihre Risikovorsorge für faule Kredite erhöhen mussten./als/DP/ngu


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