Warum der Dollar gegenüber dem Euro wieder an Boden gewinnt

Freitag, 24.05.2024 12:30 von Société Générale - Aufrufe: 106

Ich möchte auch noch einmal den Gedanken von meinem Chef Ulrich gestern aufgreifen und ergänzen. Ich kann durchaus verstehen, warum der Dollar gegenüber dem Euro wieder an Boden gewinnt.

Klar, der Lackmustest der Fed in Sachen Inflationsbekämpfung steht noch aus, wie Uli schrieb, sollte die Inflation nicht schnell fallen, gleichzeitig aber der Arbeitsmarkt und die Realwirtschaft sich deutlich abschwächen (worauf zumindest die neuen Einkaufsmanagerindizes für Mai, die gestern veröffentlicht wurden, nicht hindeuten).

Aber zumindest hat die Fed wieder einmal zügig auf die überraschend hohen Inflationszahlen zu Jahresbeginn reagiert und ihre erste Zinssenkung zu einem frühen Zeitpunkt zeitlich nach hinten verschoben, was sich aller Voraussicht nach in den neuen Prognosen im Juni für den Leitzins (den sogenannten Dot Plots) widerspiegeln wird. Die FOMC-Mitglieder werden gleichzeitig aktuell nicht müde zu betonen, dass sie skeptisch sind, dass das Inflationsziel von 2%25 bald erreicht wird. Das alles hört sich wachsam an, was den Preisdruck anbelangt.

Im Gegensatz hierzu hat sich die EZB schon wieder in ihrer Stellung eingegraben, was eine erste Zinssenkung im Juni betrifft. Wenn sie in zwei Wochen wirklich zur Tat schreitet, hätte sie den Zinssenkungszyklus faktisch eingeleitet und letzten Endes nicht mehr die Möglichkeit, den ersten Schritt zeitlich nach hinten zu verschieben, sollten die Inflationsraten nicht weiter fallen. Damit hätte sie sich dann schon wieder in ihre taubenhafte Position eingegraben, aus der sie schwer herauskäme, würde sich herauskristallisieren, dass die Inflation eben doch noch nicht unter Kontrolle ist.

Natürlich gilt auch diesmal das Argument, dass 25 Basispunkte mehr oder weniger nicht ausschlaggebend für die Währung sind. Aber trotz der Anzeichen in der Eurozone und in vielen weiteren Industrieländern (siehe bswp. auch UK), dass die Inflation vielleicht doch nicht so schnell auf das Inflationsziel fällt und hartnäckig erhöht bleiben könnte, zeigt die EZB offensichtlich keinen Willen, diese Tatsache zu berücksichtigen. Sicherlich könnte sie im Nachgang der Zinssenkung im Juni die nächsten Schritte zeitlich nach hinten verschieben. Aber der Startschuss in Richtung weniger restriktiv wäre trotz allem erst einmal gegeben. Und danach dann die weiteren Schritte zu verschieben oder gar abzusagen, wäre wenig glaubwürdig, sondern hätte das Gschmäckle eines Politikfehlers. Wenn sich also EZB Chefin Christine Lagarde optimistisch zeigt, was die Kontrolle der Inflationsentwicklung anbelangt, und damit den Juni-Schritt als Fakt erscheinen lässt, bestätigt sie meines Erachtens das Bild einer taubenhaften EZB, die den Leitzins weiter senken wird, komme was wolle.

Der Fed hingegen traue ich es eher zu, den ersten Zinsschritt sogar noch weiter nach hinten zu verschieben oder ganz abzublasen, je nachdem, wie sich die Inflation entwickelt. Denn sie hat ehemals schnell auf den Inflationsschock mit Zinserhöhungen reagiert und genauso schnell das Risiko länger erhöhter Inflationsraten in ihren Entscheidungen berücksichtigt, indem sie den ersten Zinsschritt nach hinten verschob (zumindest schon verbal, die Prognosen dürften im Juni folgen).

Insofern bleibt für mich die Fed letzten Endes doch wieder die Zentralbank, die reagibler auf die Inflation ist. Das ist sie also wieder, die Frage der Glaubwürdigkeit, der zentralen Punkt für eine erfolgreiche Geldpolitik. Und da ist die Fed ein klarer Pluspunkt für den Dollar.

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