Warnstreik der Gewerkschaft IG-Metall
Donnerstag, 25.04.2024 07:31 von | Aufrufe: 146

Warnstreik der privaten Busfahrer in Hessen hat begonnen

Warnstreik der Gewerkschaft IG-Metall ©Sebastian Scholl https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit der Frühschicht hat am Donnerstag ein ganztägiger Warnstreik im privaten Busgewerbe in Hessen begonnen. Wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Morgen mitteilte, folgten schätzungsweise bis zu 98 Prozent der Beschäftigten dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung.

Die Gewerkschaft hatte rund 6000 Beschäftigte privater Busunternehmen, die im Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) organisiert sind, zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, um Nachdruck in die laufenden Tarifverhandlungen zu bringen. Große Anbieter sind mehrere Töchter der Deutschen Bahn, die Frankfurter In-der-City Bus, die Transdev und die Main Mobil Offenbach GmbH. Bestreikt werden laut Verdi Betriebe in Homberg/Efze, Melsungen, Rotenburg, Fulda, Gießen, Frankfurt, Offenbach, Oberursel, Hanau, Nidderau, Büdingen, Weiterstadt, Rüsselsheim und Wiesbaden. Laut Warnungen der Verkehrsbetriebe etwa in Frankfurt und Main-Kinzig müssen die Fahrgäste den ganzen Donnerstag über mit Totalausfällen rechnen.

Es gibt allerdings auch streikfreie Gebiete, in denen die Busse wie gewohnt fahren sollen. So will die Wiesbadener Gesellschaft ESWE die Ausfälle bei ihren privaten Partnerunternehmen ausgleichen. In Kassel, Marburg und Darmstadt wird ebenfalls nicht gestreikt, weil dort das Fahrpersonal unter andere Tarifverträge fällt. Außer der S-Bahn und den Nahverkehrszügen fahren in Frankfurt zudem die Straßen- und U-Bahnen.

Laut Verdi herrscht im privaten Busgewerbe dramatischer Personalmangel. Die Gewerkschaft beklagt überlange Schichten, geteilte Dienste, kurze Pausen, zahllose Überstunden und hohe Krankenstände. Sie verlangt daher, dass die Gehälter zweimal um jeweils 8,5 Prozent steigen. Zudem soll es einen Inflationsausgleich von 3000 Euro für jeden Beschäftigten geben. Der LHO hat Gehaltserhöhungen in drei Stufen bis 2027 um 9,3 Prozent sowie einen Inflationsausgleich von 1500 Euro angeboten. Die Verdi-Forderungen seien nicht finanzierbar, hebt der Verband hervor./nis/DP/ngu


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