Die Flagge Polens.
Donnerstag, 01.02.2024 17:16 von | Aufrufe: 757

ROUNDUP: Chef des polnischen Ölkonzerns Orlen verliert sein Amt

Die Flagge Polens. pixabay.com

WARSCHAU (dpa-AFX) - Gut sechs Wochen nach dem Regierungswechsel in Polen muss der bisherige Chef des polnischen Mineralölkonzerns Orlen gehen. Daniel Obajtek werde mit Wirkung zum 5. Februar von seiner Funktion entbunden, teilte der Aufsichtsrat am Donnerstag in einer Börsennotiz mit. Der 48 Jahre alte Manager galt als politischer Zögling von Jaroslaw Kaczynski, der als Chef der nationalkonservativen früheren Regierungspartei PiS bis vor Kurzem sehr viel Einfluss in Polen hatte.

Orlen betreibt in Deutschland die Tankstellenkette "Star". Der polnische Konzern wird auch als Interessent gehandelt für einen Einstieg bei der PCK Raffinerie in Schwedt.

Der nun geschasste Konzernchef Obajtek wurde im vergangenen Herbst auch über Polen hinaus bekannt. Die damalige Opposition warf ihm vor, mit künstlich niedrigen Benzinpreisen Wahlkampfhilfe für die PiS-Regierung zu leisten. Die Dumping-Preise lösten an einigen Tankstellen zeitweise Benzinmangel aus. Die PiS verlor die Parlamentswahl am 15. Oktober. Mittlerweile wird das Land von einer Mitte-Links-Koalition unter Donald Tusk regiert. Zu den Vorwürfen der künstlich gesenkten Benzinpreise ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Doch das ist nicht das Einzige: Die Ermittler befassen sich derzeit auch mit der Frage, ob bei der Fusion von Orlen mit der Danziger Raffinerie Lotus alles mit rechten Dingen zuging. Die Regierung von Tusk erwägt auch, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Fusion einzuberufen. Der Verdacht lautet, dass Orlen unter Führung von Obajtek 30 Prozent der Lotus-Antele zu einem zu niedrigen Preis an den saudi-arabischen Konzern Aramco verkauft hat.

Die Jahre unter Obajteks Führung seien eine verlorene Zeit für Orlen gewesen, sagte Polens Regierungschef Tusk am Donnerstag in Brüssel. "Es ist keine Kunst, mithilfe politischer Entscheidungen und unter dem Schutz der Regierung eine Pseudomacht aufzubauen." Ähnliche Entwicklungen habe es auch in Ungarn unter Regierungschef Viktor Orban gegeben. "Das bedeutet nicht, dass wir es mit einem talentierten Manager zu tun hatten, sondern mit einem Mann, der Zugang zur Macht hatte, zu PiS-Chef Kaczynski persönlich, und der alles bekam, was er wollte", sagte Tusk mit Blick auf Obajtek weiter./dhe/DP/mis


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