Güterzüge auf den Gleisen (Symbolbild).
Montag, 04.12.2023 16:40 von | Aufrufe: 170

ROUNDUP 2: Nach Schneechaos Zugverkehr vor allem in Bayern weiter eingeschränkt

Güterzüge auf den Gleisen (Symbolbild). © den-belitsky / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die starken Schneefälle vom ersten Adventswochenende wirken nach - und zwar wohl noch länger. Bis zur Wochenmitte erwartet die Deutsche Bahn (DB) weiter Beeinträchtigungen in Bayern und Auswirkungen bundesweit, vor allem auch in Baden-Württemberg und Richtung Schweiz. Reisende wurden aufgerufen, nicht notwendige Fahrten auf die Zeit ab dem 6. Dezember (Mittwoch) zu verschieben.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sorgte Schneefall seit Sonntagabend bis ins Flachland hinein für ein bis vier Zentimeter weiße Pracht, wie es beim Deutschen Wetterdienst in Essen hieß. Autobahn- und Straßenmeistereien waren im Dauereinsatz, auch in der Millionenstadt Köln waren Hunderte Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, um Straßen und Fußwege zu räumen. Auf winterglatten und verschneiten Straßen blieben Unfälle in der Region nicht aus.

Die größten Probleme machte das Winterwetter aber im Süden, wo starker Schneefall am Wochenende in weiten Teilen Süddeutschlands den Bahnverkehr lahmgelegt hatte. Bäume blockierten Gleise, vereiste Oberleitungen und eingeschneite Züge verhinderten Fahrten. Wann alle Strecken wieder befahrbar sind, blieb zunächst unklar. Auch am Montag mussten sich Reisende und Pendler daher auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen.

Starke Einschränkungen gab es auch weiterhin im Regional- und Fernverkehr: Nach dem Wintereinbruch war der Münchner Hauptbahnhof auch am Montag nur stark eingeschränkt im Betrieb.

Das Chaos bei der Bahn nahmen die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG und der Fahrgastverband Pro Bahn zum Anlass, Alarm zu schlagen. Sie forderten Konsequenzen für die Wintertauglichkeit der Bahn. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Montag), die deutsche Schienen-Infrastruktur sei "in weiten Teilen marode". Es müsse große Investitionen wie etwa in Österreich geben.

Der Bundesvorsitzende vom Fahrgastverband Pro Bahn, Detlev Neuß, sagte der Zeitung, der Bahnverkehr sei "nach jahrzehntelanger Sparpolitik nur noch auf Kante genäht". Eines der vielen Probleme sei, dass die Bahn bis in die jüngste Vergangenheit immer mehr Gleise als Abstellmöglichkeiten zurückgebaut habe und nun ganze Züge direkt in Bahnhöfen abstelle, wenn sie ihr Ziel nicht mehr ansteuern könnten. "Durch die verstopften Bahnhöfe wird der Bahnverkehr noch schneller blockiert und kommt großflächig zum Erliegen."

Doch nicht nur auf die Bahn hatten die Schneemassen Auswirkungen: Allein in München rückte die Feuerwehr am Wochenende fast 800 Mal aus, wie es in einer ersten Bilanz vom Montag hieß. Am Münchner Flughafen war nach einer Sperrung am Samstag der Flugbetrieb am Sonntag teilweise wieder angelaufen. Auch dort sei aber weiterhin mit Einschränkungen zu rechnen, sagte ein Sprecher.

In den Landkreisen Starnberg und Mühldorf am Inn oder auch in Augsburg blieben am Montag viele Schulen geschlossen. Teilweise sollte Distanzunterricht angeboten werden.


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Und die Lage bleibt in vielen Regionen Deutschlands angespannt: Auch wenn es etwas milder wird, warnt der Deutsche Wetterdienst in den kommenden Tagen vielerorts vor möglichem Glatteis. Vor allem im westlichen Bergland und je weiter man nach Osten komme, gebe es eine erhöhte Glatteisgefahr, sagte DWD-Meteorologe Marco Manitta am Montag in Offenbach. Besonders gefährdet seien von Montagabend bis Dienstagfrüh die Regionen zwischen Main und Donau. Und: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Glatteissituation vereinzelt auch unwetterartig ausfällt." Nur entlang des Rheins und ganz im Westen blieben die Temperaturen in der Nacht über null Grad. Im Südosten Bayerns könne erneut strenger Frost auftreten./fuw/DP/ngu

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