Lagardes Wink mit dem Zaunpfahl – EZB-Nachlese

Freitag, 12.04.2024 12:30 von Société Générale - Aufrufe: 233

Wir müssen genau bleiben – EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat gestern keine forward guidance geliefert. Dieser Begriff ist für eine ganz andere Art von Vorab-Festlegung (auf einen längerfristigen Zinspfad) reserviert. Forward guidance gab’s nicht nur gestern nicht, sondern wird’s in dem ganzen absehbaren Zinssenkungs-Zyklus wohl nicht geben. Sie ist ein eigenständiges geldpolitisches Instrument, welches für besondere Phasen (nahe der Zinsuntergrenze) reserviert ist.

Dennoch, Lagarde hat gestern sehr deutlich mit dem Zaunpfahl gewunken. Eine Zinssenkung auf der nächsten Sitzung (am 6. Juni) ist sehr wahrscheinlich. Es müssten schon ziemlich unerwartete Dinge passieren, damit sie noch abgeblasen wird. Das ist die zentrale Message der gestrigen EZB-Kommunikation.

Nun hatte der Markt im Vorfeld nichts anderes erwartet, als dass die erste Zinssenkung im Juni kommt. In dem Sinn war die EZB-Kommunikation keine Überraschung. Dennoch, indirekt erhielt die EZB-Kommunikation EUR-negative Aspekte. Denn Lagarde vermittelte auf der Pressekonferenz den Eindruck, dass etliche Ratsmitglieder bereits mit den Hufen scharren und am liebsten gestern schon die EZB-Leitzinsen gesenkt hätten. Und die Interpretation der Inflationstreiber (z.B. der Lohnentwicklung) fiel auffällig optimistisch aus.

Der Eindruck ist somit: Anders als 2021/22, als es um Zinserhöhungen ging und die EZB alle Zeit der Welt hatte, mit Zinserhöhungen zu beginnen, will sie Zinssenkungen so früh wie möglich vornehmen. So scheint es. Den EUR-Bären liefert sie zwei Argumente:

  1. Wenn sie so früh wie möglich senken will, liegt’s nahe, daraus zu folgern, dass die EZB auch so weit wie möglich senken will. Das wäre für den EUR-Carry weitaus schädlicher als die Frage, wie sicher der top of decent (der Zeitpunkt der ersten Zinssenkung) schon im Juni erreicht ist.
  2. Jede Zentralbank muss zwischen einer zu straffen und einer zu lockeren Geldpolitik abwägen. Ist sie zu straff, gibt’s zu viel realwirtschaftlichen Schaden, ist sie zu locker, gibt’s zu viel Inflation. Weil auch Zentralbanken keine Glaskugel haben, die ihnen die Zukunft verrät, geht’s dabei immer darum, Risiken gegeneinander abzuwägen. Langmut vor der ersten Zinserhöhung, Ungeduld vor der ersten Zinssenkung: Es drängt sich der Eindruck auf, dass die EZB sich eher vor realwirtschaftlichen Risiken fürchtet als vor inflationären. Auch das ist kein gutes Signal für den Euro.

In unmittelbarer Reaktion hatte der EUR-USD-Wechselkurs nicht unter der EZB-Kommunikation gelitten. Doch darf nicht verwundern, dass das second thinking des Marktes anders ausfällt und letztendlich der Euro doch leidet.

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