Die New Yorker Freiheitsstatue. New York ist die Börsenmetropole der Vereinigten Staaten.
Sonntag, 03.12.2023 15:44 von | Aufrufe: 226

COP28: USA verschärfen Regeln für Methan - Über 150 Länder bei Pakt dabei

Die New Yorker Freiheitsstatue. New York ist die Börsenmetropole der Vereinigten Staaten. pexels.com

DUBAI (dpa-AFX) - Im Kampf gegen die Erderwärmung wollen die USA die Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichem Methan vorantreiben. Die US-Regierung kündigte auf der UN-Klimakonferenz in Dubai am Wochenende neue Standards an, die die Öl- und Gasproduzenten dazu verpflichten sollen, Methanlecks zu schließen. Deutschland und die EU sind schon einen Schritt weiter.

Methan entweicht unter anderem bei der Förderung von Kohle, Öl (Rohöl) und Erdgas, entsteht aber auch in den Mägen von Kühen und Schafen sowie auf Müllhalden. Die Konzentration von Methan steigt schneller als die des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid. Sie beträgt derzeit laut Weltwetterorganisation mehr als das 2,5-Fache des Wertes von vor der industriellen Revolution. Zugleich lässt sich Methan oft kostengünstiger reduzieren als Kohlendioxid.

Die EU und die USA haben dazu auf der Klimakonferenz vor zwei Jahren eine internationale Vereinbarung initiiert, das Global Methane Pledge (GMP), der inzwischen über 150 Länder beigetreten sind - sie stoßen knapp über die Hälfte des menschengemachten Methans aus. Es fehlen dabei jedoch China, Indien und Russland. Anfang der Woche soll es in Dubai ein Treffen des Methan-Bündnisses geben, neue Initiativen werden erwartet.

Die Mitgliedsländer des Methanpakts wollen ihre Emissionen von 2020 bis 2030 um mindestens 30 Prozent reduzieren. Werde nichts unternommen, steigen sie laut der Initiative global um bis zu 13 Prozent. Die Vereinbarung habe das Potenzial, die Erderwärmung bis 2050 um mindestens 0,2 Grad zu reduzieren. Doch sie reicht laut Bill Hare, Leiter der Organisation Climate Analytics, nicht, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu seien global 34 Prozent Reduktion bis 2030 nötig.

Auch die Bundesregierung warnte am Sonntag in Dubai vor dem besonders aggressiven Treibhausgas Methan. Wenn es gelinge, den Ausstoß weltweit schnell zu senken, gebe es schnelle Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung, sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesklimaministerium, Stefan Wenzel. Mit Satelliten lasse sich inzwischen genau orten, wo es etwa Lecks in Ölbohranlagen oder Gasfeldern gebe.

Der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner, sagte in Dubai, das Gas sei fast 30 Mal aggressiver als Kohlendioxid, dem man über Jahrzehnte die meiste Aufmerksamkeit gewidmet habe. Er forderte verbindliche globale Regeln im Kampf gegen Methan, insbesondere in den Öl- und Gasländern. Dies müsse kombiniert werden mit einer Überwachung und Überprüfung.

China legte kürzlich einen eigenen 14-seitigen Plan zur Methanreduktion vor. Er enthält keine konkreten Zahlen oder Daten zur Gesamtreduktion und viele einzelne meist unkonkrete Vorgaben. So soll etwa das aus Kohlegruben entweichende Methan stärker genutzt werden.

Auch EU-Parlament und -Länder vereinbarten Mitte November, die Regeln für die Öl-, Gas- und Kohleindustrie zu verschärfen - mit klaren Zeitplänen. Auch hier sollen Betreiber von Öl- und Gasanlagen regelmäßig nach größeren Methanlecks suchen und diese reparieren. Das Abfackeln von Methan wird vielerorts verboten.

"Insgesamt hat das Global Methane Pledge es geschafft, Aufmerksamkeit auf das Thema zu richten", sagt die Klimareferentin der Organisation Germanwatch, Thea Uhlich. Tatsächlich verweisen die USA und die EU in einem gemeinsamen Schreiben auf viele neue internationale Initiativen und Fördergelder, auch von privaten Stiftungen. 50 Staaten seien dabei, einen nationalen Methanplan zu entwickeln.


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"Letztendlich zählt aber natürlich, ob das GMP zur tatsächlichen Methanreduktionen führt, die nicht auch ohne es entstanden wären", sagt Uhlich. Es fehlten noch Daten, um den Erfolg zu bewerten.

Die EU hat ihren Methanausstoß laut Europäischer Umweltagentur von 1990 bis 2020 bereits um 36 Prozent gesenkt. Das geschah vor allem im Energie- und Abfallbereich. Deutschland hat seine Methanemissionen laut Umweltbundesamt (Uba) von 1990 bis 2022 sogar um 66 Prozent reduziert. Ein Faktor sei das Ende der Steinkohleförderung, doch nicht nur: Grubengas wird abgesaugt und genutzt, und auch aus Abfalldeponien entweicht weniger Gas. Maßgeblich ist hier dem Uba zufolge die Ausweitung der Kreislaufwirtschaft, etwa mit Abfalltrennung und Biogasnutzung./hu/DP/he

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