Protestler fordern ein Handeln gegen die Klimaerwärmung (Symbolbild).
Samstag, 09.12.2023 16:22 von | Aufrufe: 329

COP28: Kritik an Ölkartell auf Klimakonferenz nach Berichten über Brandbrief

Protestler fordern ein Handeln gegen die Klimaerwärmung (Symbolbild). pixabay.com

DUBAI (dpa-AFX) - Berichte über einen Brief des Ölkartells Opec haben bei der Weltklimakonferenz in Dubai Empörung ausgelöst. Die französische Energiewende-Ministerin Agnès Pannier-Runacher zeigte sich am Samstag entgeistert über das Schreiben, in dem zur Blockade ehrgeiziger Beschlüsse auf der UN-Klimakonferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl (Rohöl) und Gas aufgerufen wird und das sich unter anderem an die Opec-Mitgliedstaaten richtet.

Die Echtheit des von Opec-Generalsekretär Haitham Al Ghais unterschrieben Briefs, über den unter anderem der britische "Guardian" berichtete, ließ sich zunächst nicht bestätigen. Die Opec reagierte vorerst nicht auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur. Aus einer Delegation wurde der dpa versichert, dass man das Schreiben, das auch auf X (vormals Twitter) und in Dubai zirkuliert, für echt halte.

Die französische Ministerin Pannier-Runacher schrieb auf X, sie sei "verblüfft" und zähle nun auf die Präsidentschaft der Klimakonferenz COP28, dass diese sich von dem Widerstand nicht beeindrucken lasse. Sie setze weiter darauf, dass das Abschlussdokument der knapp 200 Staaten ausdrücklich den Ausstieg aus den fossilen Energien erwähne. "Der Klimawandel tötet. Die anfälligsten Länder sind die ersten Opfer. Wir müssen handeln", fügte sie hinzu.

Der Verbund von Ölstaaten schreibt in dem Brandbrief mit "einem Gefühl höchster Dringlichkeit" an seine Mitglieder. "Es scheint, dass der unangemessene und übertriebene Druck gegen fossile Brennstoffe einen Kipppunkt mit unumkehrbaren Konsequenzen erreichen könnte." Die Opec-Staaten und auch andere seien aufgefordert, "proaktiv" jeden Vorschlag abzulehnen, der fossile Energieträger - und nicht nur ihre Emissionen - ins Visier nehme. Beschlüsse zum Ausstieg aus Öl und Gas gefährdeten "Wohlstand und die Zukunft".

Manche Staaten wie der Gastgeber - die Vereinigten Arabischen Emirate - wollen, dass die Konferenz sich zum Ausstieg aus fossilen Emissionen, nicht Energieträgern bekennt. Das ließe ein Hintertürchen für Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid.

Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, sagte der dpa in Dubai, der alarmierte Ton des Briefs deute auf eine Spaltung in dem Kartell hin. "Denn es gibt natürlich auch Länder die sagen: Natürlich muss es auch eine Perspektive nach dem Ausbeuten der fossilen Energieträger geben." Das mögliche Zerbrechen dieser Allianz (Allianz Aktie) sei eher ein "Hoffnungszeichen für diese Konferenz"./toz/DP/mis


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