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Chip- und KI-Aktien : Warum die Blase bei Nvidia, ASML und Super Micro Computer platzen könnte

Sonntag, 21.04.2024 12:00 von wallstreetONLINE Redaktion - Aufrufe: 1096

Foto: Robert Michael/dpa

Viele Chip- und KI-Werte sind in den letzten Monaten und Jahren stark gestiegen. Ein sehr erfolgreicher Fondsmanager ist für deren weitere Kursentwicklung skeptisch. Dies sind die Hintergründe.

Künstliche Intelligenz, Digitalisierungs- und Clouddienste werden in den kommenden Jahren vielen Wirtschaftsbereichen zu einer deutlichen Effizienzsteigerung verhelfen. Daraus resultiert ein stark steigender Bedarf an hochleistungsfähigen Chips und Komponenten, was zuletzt bei zahlreichen Herstellern der Branchen zu einer hohen Umsatzsteigerung geführt hat.

Die Kurse entsprechender Aktien wie NvidiaASML und Super Micro Computer haben diese Entwicklung bereits eingepreist und sich so innerhalb kürzester Zeit vervielfacht.

Nun stellt sich die entscheidende Frage, ob sie weiterhin Potenzial besitzen oder bereits überbewertet sind.

Wo Chip-Hersteller im Zyklus stehen

Ein sehr erfolgreicher Investor, der eher skeptisch auf die Zukunft der Chip-Werte blickt, ist der Manager des Quantex Global Value Fund Peter Frech. Er konnte über lange Zeit Indizes wie den DAX oder MSCI World deutlich übertreffen, weshalb die Erklärungen für Investoren zumindest sehr interessant sein dürften.

Zunächst handelt es sich bei der Halbleiter-Branche um einen Sektor, der in Zyklen verläuft und hoher Investitionen bedarf. Wie der Investitionszyklus verläuft, erklärt Peter Frech im jüngsten Anlegerbrief. Ausgehend von einem zyklischen Tief, in dem die Unternehmensinvestitionen niedrig ausfallen, die Branche konsolidiert und Investoren pessimistisch sind, sinkt das Angebot unter die Nachfrage.

Dieser Ausgangspunkt ist bei Nvidia und weiteren Chip-Werten mit dem Stand vor etwa zehn Jahren vergleichbar.

Die nun anziehende Nachfrage und beschränkten Kapazitäten führen zu steigenden Chip-Preisen, was bei den Herstellern zu expandierenden Umsätzen und Margen führt. Gleichzeitig resultiert die steigende Nachfrage in hohen Investitionen und einem Kapazitätsausbau, wie wir ihn aktuell erleben. Zudem locken hohe Gewinnmargen immer mehr Konkurrenten an, was in der Folge zu einem harten Preiswettbewerb führt.

Aufgrund der im Anschluss verfügbaren Kapazitäten kommt es zu einer Marktsättigung und einem Angebotsüberhang, der zu sinkenden Chip-Preisen beiträgt. Dies führt zu Gewinnrückgängen bis hin zu Verlusten und fallenden Aktienkursen. Es kommt zu einer erneuten Konsolidierung, bei der Firmen aus dem Wettbewerb ausscheiden, und der Zyklus beginnt erneut von vorn.

Hohe Bewertungen mahnen zur Vorsicht

Wo wir uns im Zyklus befinden, ist ebenfalls an der Entwicklung der Aktienbewertungen erkennbar.

2014 notierte die Nvidia-Aktie zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von nur 2,1 und Investoren waren für ihre weitere Entwicklung eher pessimistisch. Heute ist der Wert auf beeindruckende 34,41 gestiegen (18.04.2024). Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Aktienkursanstieg nicht nur aufgrund der verbesserten Gewinne, sondern auch auf einer Expansion der Bewertungskennziffern beruht. Sie ist ein typisches Merkmal einer Blasenbildung, denn hier koppelt sich die tatsächliche Fundamental- von der Börsenentwicklung ab.

Darüber hinaus sind die Investitionen in den Chip-Sektor in den vergangenen zehn Jahren und damit das Angebot deutlich gestiegen. Sie werden zusätzlich durch staatliche Subventionen getrieben, was in absehbarer Zeit zu einem Überangebot führen könnte.

Vieles deutet also bereits heute darauf hin, dass wir uns langsam dem Höhepunkt des Chip-Booms nähern.

„Was damals (im Jahr 2000) das Internet war, ist heute der Hype um Künstliche Intelligenz und damit verbunden die Prognose einer grenzenlosen Nachfrage nach hochleistungsfähigen Chips und Rechenleistung“, so Peter Frech im Anlegerbrief.

Hinzu kommt, dass Halbleiter sehr preissensitiv sind und ihr Wert damit im Zyklus großen Schwankungen unterliegt. Derzeit erreichen sie neue Rekorde, was beispielsweise an Nvidias Nettogewinnmarge von sehr hohen 48,8 Prozent (TTM) erkennbar ist. Sie bleibt der Konkurrenz nicht verborgen, die nun massiv investiert, wodurch die Gewinnmargen im Anschluss fallen dürften.       

„Aus Sicht des Kapitalzyklus birgt der Technologie- und besonders der Halbleitersektor heute die meisten Gefahren. Es drohen Überkapazitäten und Enttäuschungen“, so die Quantex-Einschätzung.

Fazit

Der Halbleitersektor nähert sich langsam seinem zyklischen Hoch. Anleger sollten den Investitionszyklus deshalb stets im Hinterkopf behalten, sodass sie auf einen möglichen Abschwung entsprechend vorbereitet sind.

Autor: Christof Welzel, wallstreetONLINE Redaktion, Ressort Anlageprodukte

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