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Verlieren Gold, Silber & Co. an Glanz? Ein Performancevergleich

Dienstag, 13.03.2018 09:50 von Janine-Isabell Franz

Ein Candlestick-Chart.
Ein Candlestick-Chart. - © CC0 Pixabay.com
Wer in Edelmetalle investieren möchte, hat die Qual der Wahl. Darf es die klassische Goldanlage sein oder könnte es sich für Privatanleger lohnen, über den Tellerrand hinaus einen Blick auf eines der anderen Edelmetalle zu werfen? Egal, wie die Wahl ausfällt - Experten rechnen für 2018 nicht mit einem großen Aufwärtstrend bei den übrigen Edelmetallen.

Beim Gedanken an Edelmetalle kommen wahrscheinlich fast jedem erst einmal Gold und Silber in den Sinn. Dass jedoch auch Platin und Palladium zur Gruppe der Edelmetalle gehören, wird häufig vergessen. Doch auch Investments in letztere könnten für Privatanleger interessant sein, da vor allem Gold derzeit ein hohes Preisniveau aufweist. Beachtet werden sollte aber, dass die Wertentwicklungen der vier Metalle ganz unterschiedlich ausfallen können. Nicht jedes Metall ist daher für jeden Anleger geeignet.

Glänzende Aussichten für Gold in 2018

Gold konnte im vergangenen Jahr einen steilen Wertanstieg verzeichnen. Bei der Deutschen Börse wurde so viel Gold nachgefragt wie nie zuvor. Der Chefstratege des World Gold Council, John Reade, geht davon aus, dass sich auch im Jahr 2018 die Wirtschaftslage positiv auf den Goldpreis auswirken könnte. Auf Jahressicht hat Gold etwa neun Prozent an Wert gewonnen. Seit Anfang des Jahres hat das glänzende Metall jedoch nur 0,05 Prozent an Wert zugelegt. Derzeit kostet eine Unze Gold knapp 1.071 Euro. In physisches Gold zu investieren, kann für Anleger also sehr teuer werden. Für Kleinanleger würde es sich daher eher lohnen, in ETCs oder Zertifikate anzulegen. Dafür ist Gold jedoch nicht so stark konjunkturabhängig wie beispielsweise Platin oder Palladium.

Hat Silber Potential für den Kleinanleger?

Die Performance von Silber hat im vergangenen Jahr eine regelrechte Berg- und Talfahrt hingelegt. Auf Jahressicht verlor Silber etwa drei Prozent an Wert. Das Edelmetall schien nach der Finanzkrise das Interesse der Anleger verloren zu haben und hat auf Fünfjahressicht mehr als 43 Prozent an Wert eingebüßt. Derzeit zahlen Anleger für eine Unze Silber 13,39 Euro. Florian Grummes, Chartanalyst bei Pro Aurum, macht dafür unter anderem den starken Euro verantwortlich und prognostiziert dem Silberpreis einen mehrmonatigen Abwärtstrend, der etwa im Juni diesen Jahres zu Ende sein werde. Trotz eventueller kleinerer Schwankungen erwartet Grummes keinen Ausschlag nach oben. Seine Empfehlung für Silber lautet aktuell: Halten. Doch nicht nur für Silber sieht Grummes in diesem Jahr kein großartiges Potential mehr. Er rechnet damit, dass keines der Edelmetalle in den nächsten Monaten große Ausschläge nach oben verzeichnen wird. Doch aufgrund des niedrigen Silberpreises könnten Anleger, die nicht viel Geld zur Verfügung haben, ein Investment in Silber in Betracht ziehen.

Die Platinindustrie könnte von Schmucknachfrage profitieren

Für Platin sieht Grummes ebenfalls das Halten als derzeit beste Strategie. In den vergangenen Jahren zeigte sich Platin, das häufig in Verbrennungsmotoren in der Automobilindustrie verwendet wird, als relativ volatile Anlage. Bereits zu Beginn der Finanzkrise büßte Platin deutlich an Wert ein. In den vergangenen zehn Jahren etwa verlor Platin 54 Prozent seines Wertes, in den vergangenen fünf Jahren waren es immerhin noch rund 40 Prozent. Im vergangenen Jahr legte Platin bis zum Jahresende etwas mehr als zwei Prozent an Wert zu. Im Jahresverlauf schwankte der Wert des Edelmetalls jedoch deutlich und verzeichnete im Vergleich zum Jahresbeginn zwischenzeitlich Zuwächse von 14 Prozent und Verluste von zwei Prozent. Auch im Jahr 2018 führt der Platinkurs seine Bullen- und Bärenbewegungen weiter. Nachdem das Edelmetall im Januar rund sechs Prozent an Wert gewonnen hatte, verlor der Kurs den Großteil davon im Februar bereits wieder. Derzeit zahlen Anleger für eine Unze Platin 780,44 Euro. Der Preis könnte im laufenden Jahr jedoch noch leicht steigen: Der World Platinum Investment Council rechnet für 2018 mit einer leicht gestiegenen Nachfrage von zwei Prozent, vor allem im Schmuckbereich, jedoch gleichzeitig mit einem Angebotsrückgang von ebenfalls zwei Prozent.

Palladium – das vergessene Edelmetall?

Palladium wird zumeist in der Automobilindustrie beim Bau von Katalysatoren oder bei der Herstellung von Schmuck benötigt. Da es wie Platin oft in der Industrie verwendet wird, wird es von Anlegern oft nicht als Edelmetall wahrgenommen. Wer im vergangenen Jahr trotz dessen in Palladium investiert hat, konnte sich bis Ende 2017 über ein Allzeithoch und eine Wertsteigerung von 55 Prozent freuen. Ähnlich wie der Silber- und Platinkurs stürzte auch der Kurs von Palladium während der Finanzkrise ab und verlor zwischen März und Dezember 2008 rund 70 Prozent seines Wertes. Nachdem sich der Kurs des Edelmetalls wieder erholt hatte, folgte ein erneuter Abwärtstrend, der bis Ende des Jahres 2015 anhielt und sich sowohl bei Palladium als auch bei Platin, Silber und Gold abzeichnete. Seit Beginn dieses Jahres verlor Palladium insgesamt knapp sieben Prozent an Wert. Aktuell zahlen Anleger für eine Unze Palladium rund 800 Euro. Im Vergleich zu Silber sind Gold, Platin und Palladium also relativ teuer. Für Kleinanleger mit begrenztem Budget lohnt sich ein Investment daher nicht wirklich. Anleger, die trotzdem auf Edelmetalle setzen wollen, können dafür beispielsweise auf ETCs oder strukturierte Produkte zurückgreifen.