ROUNDUP: Deutsche Bank stimmt die Branche auf anhaltend schwere Zeiten ein

Dienstag, 04.09.2012 11:44 von dpa-AFX - Aufrufe: 996

Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild).
Die Frankfurter Innenstadt, im Hintergrund die Skyline (Symbolbild).
© querbeet / iStock / Getty Images Plus / Getty Ima.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen stimmt die Finanzbranche auf weiterhin schwierige Zeiten ein. "Die Zukunft des Bankensektors kann sich nicht darauf berufen, von dramatischen Wachstumsmöglichkeiten auszugehen, die das Problem, das wir haben, relativ schnell lösen werden", sagte Fitschen am Dienstag bei der "Handelsblatt"-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt. "Wir sind gut beraten, wenn wir uns für die kommenden Jahre auf anhaltende Volatilität einstellen."

Bezogen auf die Euro-Schuldenkrise sagte Fitschen: "Ein Kernproblem, was wir haben, ist, diese Schicksalsgemeinschaft zwischen Banken und Staaten ein- für allemal zu lösen." Fitschen führt die größte Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) seit diesem Juni gemeinsam mit Anshu Jain.

PAUSCHALKRITIK ZURÜCKGEWIESEN

Fitschen betonte, die Banken hätten aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt. Er sehe die Finanzindustrie jedoch vor weiteren "nachhaltigen Veränderungen", die Branche werde in drei, vier Jahren anders aussehen. Für sein Haus kündigte Fitschen weitere Konsequenzen an: Nächste Woche Dienstag (11.9.) will die Führungsspitze der Deutschen Bank Details zu ihrer künftigen Strategie veröffentlichen.

Die Deutsche Bank wolle ihr Profil als Universalbank schärfen, erklärte Fitschen. Er sprach von einer "noch stärkeren Hinwendung zum kundenzentrierten Auftritt". Pauschale Kritik am Investmentbanking wies er zurück. "Eine bestimmte Größe ist notwendig, um das zu tun, was die großen, global orientierten Kunden von uns erwarten." Dazu gehöre auch das Kapitalmarktgeschäft. Es sei nicht so, dass Einlagen von Sparern für zweifelhafte Geschäfte missbraucht würden, versicherte der Manager.

KEIN KONKRETES RENDITEZIEL

Fitschen deutete an, dass das Renditepotenzial der Deutschen Bank insgesamt langfristig bei 14 bis 15 Prozent liege. Vorgänger Josef Ackermann hatte das Ziel einer Vorsteuerrendite von 25 Prozent verfolgt. Dies hält er nicht mehr für realistisch. "Wir haben hohen Druck auf die Margen, die Kapitalkosten sind hoch", sagte er. "Das wird zu einer neuen Normalität führen, die wir aber auch erst in einiger Zeit erwarten." Ein neues Renditeziel wollte er nicht geben. Er verwies aber auf "Experten", die eine Marge von 14 bis 15 Prozent für möglich halten./ben/enl/zb


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