ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Starker Wochenstart dank China-Börsenrally

Montag, 06.07.2020 18:25 von dpa-AFX - Aufrufe: 502

Frankfurter Innenstadt und Skyline (Symbolbild).
Frankfurter Innenstadt und Skyline (Symbolbild).
© nantonov / iStock Editorial / Getty Images Plus / .

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist mit Schwung in die neue Woche gestartet. Positive Impulse kamen am Montag insbesondere von Asiens Börsen. Vor allem die Aktienmärkte in China und Hongkong legten stark zu. Angefeuert wurde ihre Rally von einem Bericht der chinesischen Finanzzeitung "Securities Times", der Reformen des chinesischen Aktienmarktes und eine hohe Liquidität als positiv für Aktien hervorhob. Unterstützung kam im späteren Verlauf zusätzlich aus den USA, wo die Kurse nach einem verlängerten Wochenende ebenfalls kräftig stiegen.

Der Leitindex Dax , der im frühen Handel über 12 800 Punkte hochgeschnellt war, beendete den Tag mit einem Plus von 1,64 Prozent auf 12 722,45 Punkte. Damit knüpfte das deutsche Börsenbarometer an sein Vorwochenplus von mehr als dreieinhalb Prozent an. "Die neue Aufwärtswelle, die sich beim Dax abzeichnete, entfaltet sich zum Wochenauftakt weiter", schrieb Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar. Auch wenn Marktteilnehmer nicht mehr zu jedem Preis kaufen dürften, sei dies doch ein positives Zeichen.

Marktanalyst Konstantin Oldenburger sprach indes von einer "staatlich angeordneten Börsenrally" in China und warnte vor einem womöglich schmerzhaften Ende übermäßiger Spekulationen. Er sieht Risikofaktoren wie etwa die Schuldenproblematik oder auch die US-Präsidentschaftswahl gegen Jahresende.

Der MDax gewann am Montag 1,73 Prozent auf 27 060,39 Punkte und auch europaweit legten die Börsen kräftig zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,69 Prozent auf 3350,03 Punkte vor und auch in Paris und London ging es aufwärts. In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa 1,3 Prozent, die technologielastigen Nasdaq-Börsen legten sogar noch deutlicher zu.

Die Industrie-Daten aus Deutschland bewegten nicht sonderlich. Zwar erhielt die deutsche Industrie im Mai nach dem Einbruch in der Corona-Krise wieder deutlich mehr Aufträge, doch fiel das Plus weniger stark als erwartet aus.

Europaweit und auch in Deutschland verzeichneten vor allem Bankaktien deutliche Gewinne. Im Dax waren die Aktien der Deutschen Bank Spitzenreiter mit plus 3,9 Prozent. Im MDax ragten die Papiere der Commerzbank (Commerzbank Aktie) mit einem Plus von 7,5 Prozent heraus. Vorstandschef Martin Zielke machte überraschend den Weg frei für einen Neuanfang an der Konzernspitze spätestens Ende des Jahres. Börsianer gehen davon aus, dass das Machtvakuum rasch gefüllt wird, zumal auch Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann sein Mandat niederlegt.

Die Aktien des nach einem Bilanzskandal ums Überleben kämpfenden Zahlungsdienstleisters Wirecard (Wirecard Aktie) aber standen mit minus fast 21 Prozent wieder unter Druck im Dax. Laut der "Financial Times" sollten die mutmaßlichen Luftbuchungen bei Wirecard wohl auch auflaufende Verluste im eigenen Kerngeschäft kaschieren.

Zweitschwächster Dax-Wert waren Beiersdorf (Beiersdorf Aktie) mit minus 1,9 Prozent nach überraschend vorgelegten vorläufigen Umsatzzahlen zum ersten Halbjahr. Dabei enttäuschte laut der US-Bank Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) vor allem die Consumer-Sparte des Nivea-Herstellers.

Zu neuen Rekordhöhen schwangen sich im Handelsverlauf die Papiere der Shop Apotheke und von Gerresheimer (Gerresheimer Aktie) auf. Der Verpackungshersteller Gerresheimer rüstet sich schon jetzt für einen möglichen Corona-Impfstoff. Die Anteilsscheine gewannen 3,5 Prozent auf 90,90 Euro. Der Online-Arzneimittelhändler meldete starke Umsatzzahlen im zweiten Quartal. Vor dem Wochenende hatte bereits grünes Licht für das E-Rezept den Kurs steigen lassen. Die Aktien sprangen nun um 8,6 Prozent auf 126,40 Euro hoch.

Die Europäische Zentralbank setzte am Nachmittag den Euro-Referenzkurs auf 1,1325 (Freitag: 1,1224) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8830 (0,8910) Euro. Am frühen Abend dann wurde der Euro zu Dollar gehandelt.

Am deutschen Anleihemarkt sank der Rentenindex Rex um 0,01 Prozent auf 145,11 Punkte. Die Umlaufrendite stieg von minus 0,46 Prozent am Freitag auf minus 0,45 Prozent. Der Bund-Future verlor 0,01 Prozent auf 176,00 Punkte./ck/fba

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---


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